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HANDYNETZ: Mosnangs Kirche erhält Handy-Antennen

Die Swisscom will auf Anregung des Gemeinderates im Kirchturm der St. Georgs-Kirche in Mosnang eine Mobilfunkantenne einrichten. Die Bürger sehen den Bedarf, sind wegen der Strahlung aber leicht verunsichert.
Timon Kobelt
Die Antennen werden hinter den Jalousien in vier verschiedene Richtungen senden. (Bild: Matthias Giger)

Die Antennen werden hinter den Jalousien in vier verschiedene Richtungen senden. (Bild: Matthias Giger)

«Die rasante Entwicklung der neuen Medien macht auch vor dem Dorf Mosnang nicht Halt», sagt Renato Truniger an einem Informationsabend im «Bären», Mosnang. Mit seiner Aussage erklärt er den rund 30 anwesenden Bürgern, weshalb der Gemeinderat aktiv auf die Swisscom zugegangen ist, und diese von einer Investition in Mosnang überzeugt hat. «In den letzten Jahren sind sowohl Bürger als auch Gewerbsleute auf den Gemeinderat zugekommen und haben uns gesagt, dass der Empfang im Dorf ungenügend ist», erklärt Truniger. Daraufhin habe man die Swisscom von der Investition ins Mobilfunknetz in Mosnang überzeugt, was sei nicht ganz einfach gewesen sei, da ländliche Regionen für die Swisscom nicht sehr rentabel seien, so Truniger.

Kirche als besten Standort eruiert

Die Überzeugungsarbeit hat gefruchtet, denn die Swisscom stellt ein Baugesuch, wonach sie im Kirchturm der St. Georgs-Kirche eine Antenne anbringen könnte. In enger Begleitung des Gemeinderates habe man die Standortevaluation vorgenommen, erklärt Jakob Meier, Projektleiter Mobilfunk bei der Swisscom, den Bürgern. Es sei schnell klar gewesen, dass sich die Antenne im Dorf selbst befinden müsse. «Aufgrund der Topographie war es kein Thema, dass wir keine Antennen umliegender Dörfer oder Gemeinden nutzen können», sagt Meier. Dafür habe es rund um Mosnang zu viele Hügel und Taleinschnitte, was zu einer starken Abschattung führt. Im Dorf hat die Swisscom den Kirchturm als idealen Standort eruiert, da dieser hoch und zentral gelegen ist. Hinzu kommt ein ästhetischer Aspekt: Die Swisscom möchte im Turm vier Antennen anbringen. Diese können hinter den vier Jalousien des Kirchturms angebracht und in ähnlicher Farbe angestrichen werden. «Von aussen wird niemand erkennen, dass sich am Kirchturm irgendetwas veränder hat», versichert Meier. «Die Antenne deckt das gesamte Dorf und vor allem das Zentrum ideal ab und auch die Zufahrtstrassen und umliegenden Gebiete werden gut versorgt», sagt Meier weiter.

Der Ausbau des Mobilfunknetzes erlaubt in Mosnang schnelleres Surfen mit Geschwindigkeiten bis zu 150 Megabyte pro Sekunde bei 4G-Empfang. Ausserdem ist die Antenne für eine Adaption gerüstet, wenn die Swisscom in naher Zukunft die neue Mobilfunkgeneration 5G einführt. Dieser Vorteile ist sich auch die Kirche bewusst. «Wir sind momentan dabei, die Steuerung der Glocken, Heizung und Lautstärke über Tablets zu regeln», sagt Robert Näf, Präsident des Kirchenverwaltungsrates Mosnang. Weiter sei ihm wichtig, dass mit dem Turm nicht direkt sakraler Raum betroffen sei. «Im Chorraum hätte es für uns ganz anders ausgesehen als im Turm», ergänzt Näf. Der Kirche liegt gegenwärtig der Entwurf eines Mietvertrages von der der Swisscom vor. Diese wird der Kirche einen Mietzins entrichten. Über die Höhe der Miete wollten sich die Beteiligten noch nicht äussern.

Strahlung der Antenne sorgt für Unsicherheit

Generell war der Kirchturm als Standortauswahl am Informationsabend kein grosses Thema. Vielmehr brachten viele der Anwesenden ihre Unsicherheit bezüglich der Strahlung zum Ausdruck. Manche Bürger wollten wissen, ob die Strahlen spürbar seien. Jakob Meier versicherte, dass die Swisscom die Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung (NISV) konsequent einhalte. Ausserdem würden die Messungen, die sie bei umliegenden Punkten vornehmen, vom Kanton definiert und bei Bedarf überprüft. Ob die Strahlen spürbar sind, konnte Meier nicht allgemein beantworten, da dies individuell variiere. Schliesslich kam auch die Frage auf, ob die Strahlen schädlich für Tiere seien. Dazu äusserte sich der Gemeindepräsident und gelernte Landwirt Renato Truniger wie folgt: «Natürlich liegt auch mir die Gesundheit der Tiere am Herzen. In Mühlrüti gibt es bei der Hirschenscheune auch eine Antenne, meines Wissens ohne negative Auswirkung auf das Vieh.» Er gehe davon aus, dass dies auch in Mosnang der Fall sein werde. Die Unsicherheit, was die Strahlen bewirken, blieb in der Diskussion bestehen. Trotzdem haben sich viele der Anwesenden positiv zum Projekt geäussert, da sie den Bedarf erkennen. Oder wie es ein Bürger treffend zusammenfasste: «Wir wissen nicht mit Sicherheit, dass uns die Strahlen schaden. Sicher ist aber, dass wir vom besseren Empfang profitieren.»

Dieses Statement dürfte die Swisscom ermutigen. Gemäss Meier soll die Baueingabe bald erfolgen. Es wird ein öffentliches Baubewilligungsverfahren inklusive öffentlicher Ausschreibung des Projekts geben. Bei diesem haben die Bürger nochmals die Möglichkeit, sich ein Bild vom Projekt zu machen.

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