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HANDWERK: Urnäsch macht Kohle

Aus Urnäscher Holz wird Urnäscher Kohle: Für acht Tage steht anlässlich des 600-Jahr-Jubiläums von Urnäsch beim ehemaligen Altersheim Chräg ein Kohlenmeiler. Dieser wird rund um die Uhr überwacht.
Jonas Manser
Hans Frick hält seine Festansprache vom Kohlenmeiler herab. Köhlerin Doris Wicki ist zuständig für Aufbau und Unterhalt des Meilers. (Bilder: Jonas Manser)

Hans Frick hält seine Festansprache vom Kohlenmeiler herab. Köhlerin Doris Wicki ist zuständig für Aufbau und Unterhalt des Meilers. (Bilder: Jonas Manser)

Jonas Manser

jonas.manser@appenzellerzeitung.ch

Ein merkwürdiger schwarzer Haufen türmt sich auf der Chräg: Am Samstag fand die Eröffnungsfeier des «Cholemeilers» statt. Seit Mittwoch wurde zum 600-Jahr-Jubiläum von Urnäsch unter der Aufsicht von Köhlerin Doris Wicki ein Kohlenmeiler erbaut. Unter dem Motto «Wir machen unsere Kohle selber» wird für insgesamt neun Tage ein Kohlenmeiler betrieben. «Der Kohlenmeiler muss über die nächste Woche rund um die Uhr gefüttert und gepflegt werden – also beinahe wie ein Mann», eröffnet OK-Präsident Hans Frick seine Rede.

Die Köhlerei, ein beinahe ausgestorbenes Handwerk, um Holzkohle herzustellen, wird heutzutage nur noch von wenigen Leuten betrieben. So war es auch nicht verwunderlich, dass viele Besucher den steilen Weg hinauf zum ehemaligen Gemeindealtersheim fanden. Die Köhlerei sei für Urnäsch einst ein wichtiger Erwerbszweig gewesen, führt Frick seine Festansprache weiter. «Obwohl schriftliche Überlieferungen eher mager sind, berichtete der erste Appenzeller Chronist Bartholome Anhorn bereits im Jahr 1640, dass lange bevor seiner Zeit der Holzverbrauch für die Köhlerei reguliert werden musste», sagt Gemeindepräsident Peter Kürsteiner.

Eine Woche gemeinsam den Kohlenmeiler bewachen

Auf das Entzünden des Kohlenmeilers folgen acht Tage mit Festwirtschaftsbetrieb verschiedener Urnäscher Vereine. An bestimmten Abenden sorgen die Fritzikanten für musikalische Unterhaltung. Über die nächste Woche wird Doris Wicki den Kohlenmeiler alle zwei Stunden rund um die Uhr überwachen müssen. «Dieser Kohlenmeiler ist vergleichsweise klein. Grössere brennen bis zu drei Wochen», sagt OK-Präsident Hans Frick. Nächsten Samstag würde Doris Wicki die Löcher im Kohlenmeiler füllen, um ihn so zu löschen. Nach weiteren zwei Wochen sei die Urnäscher Holzkohle fertig. Im Vorfeld haben Schülerinnen und Schüler aus Urnäsch 500 individuelle Kohlensäcke gestaltet. «Die gewonnene Kohle wird in diese Säcke abgefüllt und dann an der Chilbi am 13. und 14. August verkauft», so Stefan Waldburger, Kommunikationsbeauftragter des OKs. Der Erlös der verkauften Urnäscher Holzkohle gehe in die Festkasse.

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