HANDBIKE: Startliste trübt die WM-Vorfreude

Die mehrfache Wiler Sportlerin des Jahres Sandra Graf gehört an der Weltmeisterschaft in Südafrika sowohl im Zeitfahren als auch Strassenrennen zum Favoritenkreis. Die Titelkämpfe sollen zur Revanche für die Paralympics werden.

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Sandra Graf reist bestens vorbereitet und zuversichtlich an die WM nach Südafrika. (Bild: UHU)

Sandra Graf reist bestens vorbereitet und zuversichtlich an die WM nach Südafrika. (Bild: UHU)

260 Athletinnen und Athleten aus 38 Ländern sind für die Para-Cycling-Strassen-Weltmeisterschaften, die heute beginnen und bis 3.September im südafrikanischen Bike-Mekka Pietermaritzburg dauern, gemeldet. Nach den enttäuschend verlaufenen Paralympics auf der topfebenen Strand-Strecke von Rio 2016 (7./8.) möchte Sandra Graf (Gais) wieder aufs Podest zurückkehren.

2015 bei der Heim-WM in Nottwil gewann die Paralympics-Siegerin von 2012 in London zweimal Bronze. Nach dem letzten Trainingslager in Nottwil unter dem neuen Nationalcoach Dany Hirs – er löste den Rheintaler René Savary ab – kann Sandra Graf zufrieden feststellen: «Ich befinde mich in Bestform. Die in den Leistungstests gemessenen Werte stimmen mich zuversichtlich. Zudem kommt mir die anspruchsvolle Strecke in Südafrika eher entgegen als seinerzeit der Hochgeschwindigkeitsparcours von Rio. Entsprechend gross ist die Vorfreude auf die WM.»

Begleitet wird sie wie an den andern Titelkämpfen von Ehemann Martin. Allerdings scheint es, als würden in ihrer Klasse H4 (Paraplegie) lediglich zwei Fahrerinnen an den Start rollen. Die Titel könnten Swetlana Moskowitsch (Rus) und Sandra Graf demnach unter sich ausfahren. «Das wäre schon sehr enttäuschend. Weshalb dem so ist? Keine Ahnung. Vielleicht sind die Startlisten nicht aktuell. Die Deutschen reisen beispielsweise mit einer Delegation nach Süd­afrika, aber Christiane Reppe fehlt.» Reppe hatte Anfang Juli beim Weltcup in Holland das Zeitfahren und Rennen mit Massenstart gewonnen. Die 48-jährige Sandra Graf belegte die Ränge zwei und vier.

Moskowitsch ist im World Ranking die Nummer eins vor Reppe und Graf. Klassiert sind Sportlerinnen aus neun Nationen. «Es wäre auch im Hinblick auf die Paralympics in Tokio 2020 wichtig, dass mehr Fahrerinnen am Start sind. Sonst wird unsere Klasse wie in Rio zusammengelegt und unsere Chancen auf Medaillen dadurch minimal.» Also abwarten und schnell fahren. «Etwas anderes gibt es nicht. Ich habe mich auf die WM seriös vorbereitet. Mehr kann ich nicht tun», betont Sandra Graf und lässt sich die Vorfreude nicht ganz nehmen.

Urs Huwyler

sport@wilerzeitung.ch