HANDBALL: Überraschung gelungen

Der TV Appenzell gewinnt trotz einigen Absenzen auswärts bei GC Amicitia Zürich mit 34:29 (16:12). Es ist für die Innerrhoder der erste Auswärtssieg in der laufenden Finalrunde.

Martin Kradolfer
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Fabian Wüthrich bei einem seiner vier erfolgreichen Torwürfe. (Bild: PD)

Fabian Wüthrich bei einem seiner vier erfolgreichen Torwürfe. (Bild: PD)

Martin Kradolfer

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Ein weiteres Mal erwies sich die Saalsporthalle Zürich als gutes «Pflaster» für die Appenzeller Handballer. Das 1.-Liga-Herrenteam des TVA zeigte mit seinem knappen Kader eine beachtliche Leistung und gewann im Sonntagsspiel gegen GC Amicitia Zürich mit 34:29 (16:12) Treffern. Auch diesmal stiess das Heimspiel der Stadtzürcher nur auf wenig Interesse, und so verloren sich lediglich 29 Zuschauer im weiten Rund der Sportarena. Für vier fehlende Stammspieler rückten bei Appenzell Lukas Bischofberger, Marko Sabljo und Rouven Inauen ins Team nach. Sie fügten sich allesamt gut ein und trugen zu einem bemerkenswerten Mannschaftsauftritt bei.

Zu Beginn ein offener Schlagabtausch

Wer als Zuschauer 15 Minuten zu spät zum Spiel kam, hatte einen offenen Schlagabtausch verpasst, bei dem sich die Abwehrreihen nicht wirksam in Szene konnten. Die Tore fielen bis dahin im Minutentakt und führten zum Zwischenstand von 7:7. Danach hatten sich die beiden Defensiven auf das Spiel des Gegners besser eingestellt und begannen ebenfalls, Wirkung zu zeigen. Auch die Torhüter bekamen nun vermehrt Schüsse zu fassen, wobei die beiden GC-Torhüter mit eher mässigen Leistungen aufwarteten. Der enge Spielstand und einige schöne Spielszenen sorgten für Unterhaltungswert. In der 22. Minute war Fabian Wüthrich mit einem Durchbruch erfolgreich und leitete mit seinem sehenswerten Treffer einen Spielabschnitt ein, worin sich Appenzell einen Vorsprung erarbeiten konnte. Einige glänzende Paraden von TVA-Keeper Raffael Graf unterstützten dieses Unterfangen und ermöglichten eine 16:12-Pausenführung der Gäste.

Appenzeller haben Partie unter Kontrolle

Für den Zuschauer eine Augenweide waren die Aktionen mit Kreiszuspielen auf Sven Sutter, der fast alle in traumwandlerischer Manier einnetzte und sich mit neun persönlichen Treffern als erfolgreichster Schütze hervortat. Aber auch seine Mannschaftskollegen reihten sich fast ausnahmslos in die Trefferliste ein und legten eine starke Teamausgewogenheit an den Tag.

Obwohl Raffael Graf im Tor der Appenzeller in der folgenden Viertelstunde nur wenige Bälle parieren konnte und dem Rückraum der Zürcher etwas mehr Freiräume zugestanden wurden, hielten die Innerrhoder ihren Vorsprung bei mindestens drei Toren. Die Hausherren agierten nun zwar aus dem Rückraum entschlossener und erzielten damit auch zählbaren Erfolg – Appenzell hatte aber regelmässig eine Antwort bereit. Dies ganz zur Entspannung der mitgereisten Fans. Zu einer beträchtlichen Einsatzzeit kam auch Rouven Inauen vom MU19-Nachwuchs. Prompt gelang ihm mit einem beherzten Wurf bereits bei seinem erst zweiten 1.-Liga-Einsatz sein erstes Tor. Absolut sehenswert war auch ein Gegenstoss, bei dem Thomas Loser mit einem Zuspiel Sven Sutter auf die Reise schickte und dieser nach einem Spurt übers halbe Spielfeld den Ball am gegnerischen Keeper vorbei in die Tormaschen drosch. Die Gäste kontrollierten auch in der Schlussphase das Spielgeschehen und brachten den Fünf-Tore-Vorsprung ins Ziel. Für die auf dem 7. Rang liegenden Innerrhoder beträgt der Rückstand auf die drei vorderen Tabellennachbarn nun nur noch je zwei Punkte.