Handball
TV Appenzell doppelt erfolgreich: Er siegt in der Meisterschaft und im Cup

Einem am Samstagabend erzielten 37:20-Siege gegen die SG Seen Tigers/Pfadi Winterthur in der 1.-Liga-Meisterschaft liessen die Handballer des TV Appenzell tags darauf einen 24:23-Cuperfolg über die SG GC Amicitia/HC Küsnacht folgen. Damit stehen sie im Sechzehntelfinal.

Martin Hüsler
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Pascal Hilfiker gelang im Spiel gegen die SG Seen Tigers/Pfadi Winterthur das erste Tor im TVA-Dress.

Pascal Hilfiker gelang im Spiel gegen die SG Seen Tigers/Pfadi Winterthur das erste Tor im TVA-Dress.

Bild: PD

Es waren zwei Partien mit jeweils grundverschiedener Abfolge, die der TV Appenzell binnen gut 24 Stunden zu bestehen hatte. Während sich die SG Seen Tigers/Pfadi Winterthur im Meisterschaftsspiel vom Samstagabend bald einmal als ziemlich inferiorer Gegner erwies, verlief die Cuppartie vom Sonntagabend über weite Strecken ausgeglichen und hatte es punkto Spannung in sich. So oder so dürfen die Innerrhoder aber auf das in den beiden Begegnungen Erreichte stolz sein.

Umkämpfte Cuppartie

Von grösserem spielerischen Gehalt war der Cupmatch gegen die SG GC Amicitia/HC Küsnacht. Bei ihr, in deren Kader mehrere ehemalige Nationalliga-Cracks aufgeführt sind, bleibt es immer ungewiss, wie hoch das Stärkepotenzial der jeweils antretenden Formation einzustufen ist. Am Sonntagabend war Björn Fröhlich Träger des berühmtesten Namens. Beim HC Arbon gross geworden, spielte er später bei St.Otmar St.Gallen und bei den Grasshoppers. Diese glorreiche Vergangenheit löste sich aber in der 22. Minute im Nichts auf, weil Fröhlich nach einer überharten Intervention die direkte rote Karte kassierte.

Von dieser Schwächung liessen sich die Zürcher freilich nicht beirren, gingen sie doch kurz darauf erstmals in Führung, die sie in die Pause retteten und erst in der 36. Minute wieder abgaben.

Simon Manser in Schusslaune

Dass sich der TVA nie mehr als mit zwei Toren distanzieren liess, lag zu einem guten Teil an der Treffsicherheit Simon Mansers. Seine Ausbeute von sieben Toren in der ersten Halbzeit und deren vier nach der Pause darf sich wahrlich sehen lassen. Ihm eiferten nach Wiederanpfiff Yannick Inauen und Sven Sutter nach, die beide teils eindrucksvolle Anspiele an den Kreis oder an den Flügel – sowohl René Rigas als Elias Valaulta taten sich hierbei hervor – in Zählbares ummünzten. Und hinter der kernig und engagiert zu Werke gehenden Deckung hatte der TVA mit Jan Bischof und Flavio De Carli – er parierte unter anderem zwei Siebenmeter – sichere Werte zwischen den Pfosten: Abwehrquoten von 36 beziehungsweise 40 Prozent sind aller Ehren wert.

Als den Zürchern rund 60 Sekunden vor dem Ende der Anschlusstreffer zum 24:23 gelang und sie kurz vor dem Abpfiff nochmals angreifen konnten, schien eine Verlängerung in den Bereich des Möglichen zu rücken. Der letzte Schuss in der zweitletzten Sekunde ging aber am Innerrhoder Tor vorbei, womit dem Siegesjubel der Einheimischen nichts mehr im Wege stand.

Kantersieg als Moralspritze

24 Stunden vor dem Cuperfolg hatte es der TVA in der Meisterschaft mit der Spielgemeinschaft Seen Tigers/Pfadi Winterthur zu tun bekommen. «Wir gehen trotz des Cupspiels vom Sonntag voll», gab Trainer Christian Hamm am Samstag vor dem Anpfiff zu erkennen, dass der unbedingte Wille auf die zwei Punkte gegenüber taktischen Überlegungen im Vordergrund stand. Und dieser Wille war so stark, dass die Geschichte des Spiels rasch erzählt ist.

Nur gerade zehn Minuten lang vermochten die Winterthurer mit den Innerrhodern Schritt zu halten. Dann aber vermochte der TVA die Tordifferenz kontinuierlich zu vergrössern, sodass bis zur Halbzeit ein einigermassen beruhigender Sechs-Tore-Vorsprung herausschaute.

Nach der Pause lief es den Appenzellern noch besser. Sie nützten die vielen technischen Fehler der technisch limitierten Gäste gnadenlos aus und erreichten in der 42. Minute erstmals eine Zehn-Tore-Differenz. Das wirblig und konzentriert agierende Heimteam glänzte mit teilweise spektakulär herausgespielten Treffern. Im Hinblick auf die Cuppartie schaltete Trainer Hamm dann doch noch in den Kräftespargang und beliess etliche Stammspieler längere Zeit auf der Bank. Doch auch die zweite Garde wusste zu gefallen. So kamen Pascal Hilfiker und Luca Eugster zu ihren ersten Toren im Dress des Fanionteams. Am Ende resultierte ein nie gefährdeter 37:20-Sieg und eine willkommene Aufpolierung der bis anhin negativen Torbilanz.

Leidenschaft für den Handball

Beim Blick auf die Bank der SG GC Amicitia/HC Küsnacht stellte man eine Besonderheit fest, die gewiss einer Randnotiz wert ist. Als Coach der Zürcher fungierte Arthur Brunner. Beim ihm handelt sich um die eine Hälfte des Schiedsrichtergespanns Brunner/Salah, das bei den Olympischen Spielen in Tokyo bis in die Finalspiele im Einsatz stand und dem auch auf europäischer Ebene immer wieder Länderspiele und Begegnungen in der Champions League anvertraut werden. Arthur Brunner, von Beruf Rechtsanwalt, leitete am Sonntag ab 17.00 Uhr in St.Gallen die NLA-Partie St.Otmar – Pfadi Winterthur, setzte sich nach Spielschluss ins Auto, um rechtzeitig ab 19.30 Uhr in Appenzell die Zürcher zu coachen. Das nennt man Leidenschaft für den Handball. (hü.)

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