HANDBALL: Start in ein ungewisses Abenteuer

Mit dem Auswärtsspiel gegen die Seen Tigers steigt die BSG Vorderland am Samstag in ihre erste Saison in der 1. Liga. Bei der Premiere erwartet den Aufsteiger eine schwierige Aufgabe.

Martin Hüsler
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BSG-Trainer Uwe Jungclaus geht mit realistischen Erwartungen in die 1.-Liga-Saison. (Bild: Martin Hüsler)

BSG-Trainer Uwe Jungclaus geht mit realistischen Erwartungen in die 1.-Liga-Saison. (Bild: Martin Hüsler)

HANDBALL. Das Gröbste kommt für die Vorderländer gleich zu Beginn. Die Seen Tigers gelten in der neu acht Mannschaften – bisher waren es zwölf – umfassenden 1.-Liga-Gruppe 1 als Favorit. Im Kader der Winterthurer stehen mit Marco Vukelic und Mathias Oltmanns zwei ehemalige Nationalspieler, die es zusammen auf 127 Länderspiele brachten. Zudem verstärkt neu der von St. Otmar zu den Tigers gestossene Sharr Ramadani, seines Zeichens Nationalspieler Kosovos, die Reihen des von Daniel Stahl trainierten Teams.

BSG-Trainer Uwe Jungclaus ist sich der Höhe der ersten Hürde bewusst: «Bei den Seen Tigers wird mit ganz anderer Kelle angerichtet, während wir in unserem Kader nur über spärliche 1.-Liga-Erfahrung verfügen.» Insofern stünde die BSG vor einer schwierigen Saison, denn auch der HSC Kreuzlingen, der SC Frauenfeld und der SV Fides seien wohl ausser Reichweite. «Aber wir haben nichts zu verlieren und können als Liganeuling ohne Druck in die Meisterschaft steigen.»

Belohnung für den Aufstieg

Es kommt im Handball hin und wieder vor, dass an sich aufstiegsberechtigte Mannschaften auf den Weg nach oben verzichten. Bei der BSG Vorderland stand dies nach dem erfolgreichen Abschluss der 2.-Liga-Saison 2015/16 nicht zur Debatte. «Wir empfanden den keineswegs erwarteten Aufstieg als sensationell. Deshalb will der Verein die Spieler belohnen und gönnt ihnen das Abenteuer 1. Liga. Sollten wir es nicht bestehen, wäre ein Abstieg nach nur einer Saison kein Untergang», so Jungclaus. Er trainiert die Mannschaft im zweiten Jahr mit Remo Wild.

Während für andere 1.-Liga-Teams drei wöchentliche Trainings die Regel sind, muss sich die BSG Vorderland in dieser Hinsicht nach der Decke strecken. «Wir haben etliche Studenten in der Mannschaft, die unter der Woche auswärts weilen. Sie sind im eigenen Interesse gehalten, an der Fitness zu arbeiten. Lediglich das Training am Freitag kann mit Vollbestand stattfinden», gibt Jungclaus eine Vorstellung von den schwierigen Rahmenbedingungen. Zu möglichen Zuzügern habe man Kontakt gehabt, doch hätten sich diese zerschlagen. «Heiden war für sie zu weit weg. Und als blütenweisser Amateurverein können wir keine Spesenentschädigung ausrichten.»

Teamgeist als Stärke der BSG Vorderland

Die Abkürzung BSG steht für Ballspielgemeinschaft. Der in der Vereinsbezeichnung zum Ausdruck kommende Gemeinschaftssinn ist es denn auch, der dem Trainer doch einiges an Zuversicht vermittelt: «Wir treten mit dem praktisch gleichen Kader an, das den Aufstieg schaffte, sind also eingespielt. Mit Ausnahmen von Torhüter Jonas Kappenthuler, der von Fides zu uns stiess, sind alle Spieler in der BSG gross geworden, womit eine Verbundenheit gegeben ist. Einen ausgesprochenen Shooter haben wir zwar keinen im Team. Und über handballerisches Gardemass verfügen die wenigsten. Wir müssen versuchen, unsere Gegner mit Wendigkeit und Agilität in Bedrängnis zu bringen. Wenn dann noch die unerlässlichen Emotionen dazu kommen, liegt durchaus etwas drin.»

Lehren aus Cup- Niederlage ziehen

Was für die BSG möglich ist, werden die ersten Meisterschaftsspiele zeigen. Dass die Luft auch im Handball dünner wird, je höher die Etage liegt, mussten die Vorderländer am Sonntag erfahren: Nach einem 35:30-Heimsieg in der Cup-Vorrunde gegen den Erstligisten HC Dietikon-Urdorf gastierte in der ersten Hauptrunde der NLB-Vertreter TV Endigen in Heiden und überfuhr die Einheimischen förmlich. Das Endergebnis von 25:48 deckte den Klassenunterschied schonungslos auf, nachdem die BSG bis zur Halbzeit noch einigermassen mitzuhalten vermochte. Geknickt war man deswegen aber nicht. «Aus Niederlagen können wir nur lernen», sieht es Uwe Jungclaus pragmatisch.

Kader BSG Vorderland

Tor: Benjamin Rothenberger, Naim Fejzaj, Jonas Kappenthuler. Feld: Christian Bernet, Michael Küng, Marcel Mucha, Claudio Naef, Mike Notter, Labinot Povataj, Leonhard Rothenberger, Philip Schulz, Domenico Schwinn, Ramon Schwinn, Remo Wild (Spielertrainer), Roger Wild, Marc Wild. Trainer: Uwe Jungclaus.