Halbfertige Kanalisation

Bei der Erschliessung Hofwies wurde die Regenwasserkanalisation nicht vollständig eingebaut. Jetzt bezahlt die Gemeinde die Zeche.

Drucken
Teilen

LÜTISBURG. René und Marianna Schreiber, Grundeigentümer des Baulands Hofwies, haben dem Gemeinderat Lütisburg das Strassenbauprojekt «Erschliessung Hofwies» sowie den entsprechenden Teilstrassenplan zur Genehmigung eingereicht. Der Gemeinderat hat die Unterlagen geprüft und die Planwerke genehmigt.

Unfertige Kanalisation

Im Zusammenhang mit der Planung der Erschliessungsstrasse (inklusive Werkleitungen) wurde festgestellt, dass bei der früheren Erschliessung des Baulandes Hofwies (1. Etappe) die Schmutz- und Regenwasserkanalisation nicht bis zum Ende der Strasse gezogen wurde – im Gegensatz zu den übrigen Werkleitungen (Strom, Wasser, Gas, Telefon). Die Nachforschungen im Archiv sowie Rückfragen beim damaligen Ingenieurbüro brachten keine Aufschlüsse über die Beweggründe, schreibt der Gemeinderat: «Man muss davon ausgehen, dass aus Kostengründen darauf verzichtet wurde.»

Anschlusspunkt falsch gelegen

Im unteren Bereich der ersten Etappe Hofwies ist zwar ein Anschlusspunkt vorhanden. Dieser liegt aber völlig am falschen Ort. Es war schon immer klar, dass bei einer weiteren Erschliessung die bestehende Strasse weitergezogen wird. Dies ist auch aus alten Vorstudien ersichtlich. Der Gemeinderat liess die Angelegenheit von der Kuster + Hager Ingenieurbüro AG, St. Gallen, abklären.

Der Anschluss an den unteren Anschlusspunkt wäre kurzfristig gesehen die günstigere Variante. Langfristig gesehen wäre es jedoch ein grosser Fehler: Schmutz- und Regenwasserkanalisation kämen dadurch auf ein privates Grundstück zu liegen.

Die Werkleitung müsste weichen, wenn zu einem späteren Zeitpunkt ein privates Bauwerk darauf realisiert würde. Zudem wären auch der wiederkehrende Unterhalt oder der spätere Ersatz der Leitungen auf einem privaten Grundstück weit aufwendiger, als wenn die Leitungen in der öffentlichen Strasse lägen, begründet der Gemeinderat.

Unvorhergesehene Ausgabe

Die Kosten für die Erweiterung der Schmutz- und Meteorwasserleitung bis zum Ende der bestehenden Erschliessungsstrasse müssen von der Gemeinde getragen werden. Für den Gemeinderat ist klar, dass die öffentliche Kanalisation in der Strasse liegen muss. Dies ist für den künftigen und langfristigen Unterhalt von Bedeutung. Die Kosten für die Erweiterung der Schmutz- und Regenwasserkanalisation betragen gemäss Kostenvoranschlag rund 48 000 Franken. Es handelt sich hierbei um eine unvorhersehbare neue Ausgabe. Der Gemeinderat hat diese Ausgabe aufgrund seiner Kreditkompetenz genehmigt. Der Gemeinderat bedauert es sehr, dass die Leitungen nicht bereits bei der Erschliessung des ersten Teils der Hofwies bis nach hinten gezogen wurden.

Begründete Einsprachen

Schriftliche und begründete Einsprachen gegen die Notwendigkeit des Teilstrassenplanes, die Art der Ausführung und begründete Einsprachen gegen die Notwendigkeit des Teilstrassenplans, die Art der Ausführung, die Klassierung sowie die Zulässigkeit der Enteignung können gemäss Art. 45 des kantonalen Strassengesetzes während der Auflagefrist beim Gemeinderat, 9604 Lütisburg, erhoben werden. Zur Einsprache berechtigt ist, wer ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Die Einsprache hat eine Darstellung des Sachverhalts, eine Begründung sowie einen Antrag zu enthalten.

Öffentliche Auflage

Die Linienführung der Strasse ist abgesteckt. Einsprachen gegen die Notwendigkeit des Strassenplans, die Art der Ausführung, die Klassierung und die Zulässigkeit der Enteignung können beim Gemeinderat erhoben werden. (gem)

Das Strassenbauprojekt Erschliessung Hofwies sowie der Teilstrassenplan liegen seit gestern Mittwoch, 4. Juni, bis Donnerstag, 3. Juli, im Gemeindehaus Lütisburg öffentlich auf.

Aktuelle Nachrichten