Halbe Million für Schlossbrunnen

Ein antiker Brunnen der Gartengalerie R. Sager aus Gontenbad AI erzielte an einer Sotheby's-Auktion in Paris den Höchstpreis: Der neue Besitzer zahlte 450 000 Franken.

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Der Schlossbrunnen war bis vor kurzem in der Gartengalerie R. Sager in Gontenbad zu sehen. (Bild: pd)

Der Schlossbrunnen war bis vor kurzem in der Gartengalerie R. Sager in Gontenbad zu sehen. (Bild: pd)

«Um Ihnen den Schlossbrunnen detailliert zeigen zu können, haben wir einen speziellen Ort ausgesucht», heisst es auf der Homepage von R. Sager in Gontenbad. Doch dort erscheint nichts mehr – der Brunnen ist verschwunden. Ist er natürlich nicht: Er hat letzte Woche in Paris für 450 000 Franken die Hand gewechselt. Es war der höchste Preis, den das Auktionshaus Sotheby's an seiner Auktion für antike Dekorations- und Gartenobjekte erzielte.

Der imposante Eisenguss-Brunnen aus dem 19. Jahrhundert hatte bis vor kurzem die Gartenausstellung der Gartengalerie Sager geziert. Als die Experten von Sotheby's auf das Kunstwerk aufmerksam wurden, gelangte das rund dreieinhalb Meter hohe und vier Tonnen schwere Objekt vom Appenzellerland nach Paris.

Vom Rekordverkauf ist Juniorchef Marco Sager überrascht: «Wobei der Brunnen schon eine seltene Trouvaille darstellt.

» Sagers Vater Robert hatte das Stück selber an einer Gant in Frankreich erworben: Japaner, die ein Schloss in der Bretagne erworben hatten, versteigerten den Brunnen. Nun gehört es – unbestätigten Informationen nach – einer Chinesin, die zuletzt einen Iren überbot.

Nebst dem Schlossbrunnen gelangten von R. Sager bei Sotheby's in Paris auch ein Wandbrunnen aus Marmor, ein Eisenlöwe sowie Ziersockel unter den Hammer.

Diese antiken Stücke erzielten achtbare, wenn auch mit dem Schlossbrunnen nicht vergleichbare Preise von 8000, 9000 Franken. Das auf exklusive Gartenobjekte spezialisierte Unternehmen aus Gontenbad ist laut Marco Sager einzigartig in der Schweiz und mit dem Angebot an Engeln «wohl sogar europaweit führend». Seine Kunden seien «immer wieder überrascht über den Standort in Appenzell, wo wir doch in Paris sein müssten». Nun hat Sager in Paris Furore gemacht. (mel)

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