Häftlinge ziehen in Container

Gestern wurde bei der Strafanstalt Gmünden ein Provisorium errichtet. Darin untergebracht werden Gefangene aus der Spezialvollzugsabteilung. Grund für die Container ist die hohe Auslastung.

Ronja Zeller
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Die STV Gmünden vergrössert ihr Gefängnis durch sieben Container. (Bild: rz)

Die STV Gmünden vergrössert ihr Gefängnis durch sieben Container. (Bild: rz)

NIEDERTEUFEN. In der Strafanstalt Gmünden war gestern einiges los. Mit Containern und Baumaterial beladene Lastwagen standen auf dem Areal. Der Grund dafür ist der Platzmangel im Ausserrhoder Gefängnis. In den sieben Containern werden vorübergehend vier neue Plätze für Strafgefangene im Spezialvollzug geschaffen. Im Moment bietet die Strafanstalt Gmünden Platz für 58 Insassen. Die Container beinhalten weitere vier Zimmer, einen Arbeitsraum, ein Büro; ein Container dient als Durchgang. Der Containerkomplex ist direkt mit dem übrigen Gefängnis verbunden. Die Container für die STV Gmünden sind Normcontainer. Es wurden jedoch zusätzlich kleine Spezialitäten eingebaut, wie beispielsweise die Gitterstäbe an den Fenstern.

Plätze für den Spezialvollzug

«Die Container sind ein Provisorium. Wir wollen das Gefängnis erweitern», erzählt Kurt Ulmann, der Gefängnisdirektor der STV Gmünden. Durch die sieben Container kann die Abteilung des Spezialvollzuges vergrössert werden. In dieser Abteilung befinden sich Gefangene, welche eine besondere Betreuungsform benötigen. Die Gründe für eine Plazierung sind vielseitig: Übergangsangebot für Insassen aus dem geschlossenem Vollzug, Insassen, welche nach dem Entzug von Alkohol/Drogen besondere Beobachtung benötigen, Häftlinge mit spezifischen Störungs- sowie Krankheitsbildern oder Gefangene, bei denen eine Fluchtgefahr ausgeschlossen werden kann. Die Betreuung übernimmt ein Sozialpädagoge. Der Mitarbeiter ist als Bezugs- und Ansprechperson für die Häftlinge zuständig. Er führt mit den Gefangenen Gespräche und unterstützt sie bei der Bewältigung des Vollzugsalltags.

Bedarf an der Abteilung

«Der Sozialpädagoge arbeitete früher in einer Schreinerei, so kann er den Häftlingen im sozialen, aber auch im handwerklichen Bereich zur Seite stehen», betont Alexandra Horvath, die ab morgen das Direktorenamt der Strafanstalt Gmünden von Kurt Ulmann übernehmen wird. Das Ziel der Abteilung ist es, den Gefangenen einen Übertritt zu den Abteilungen des Normalvollzuges zu ermöglichen.