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Hackbrettspiel kennt keine Grenzen

Hackbrettler Christoph Pfändler hat mit seinen ungewöhnlich lebendigen Kompositionen einen Senkrechtstart in der Szene hingelegt.
Michael Hug
Sie rockten am Freitag die Klangschmiede: Die Metal Kapelle mit ihrem Spiritus Rector Christoph Pfändler. (Bild: Michael Hug)

Sie rockten am Freitag die Klangschmiede: Die Metal Kapelle mit ihrem Spiritus Rector Christoph Pfändler. (Bild: Michael Hug)

Christoph Pfändlers Metal Kapelle sprengt Konventionen. Am Freitag spielte das ungewöhnliche Quartett in der Klangschmiede Alt St. Johann.

Direkter Bezug zum Leben eines Musikers

«Insomnia» – Schlaflosigkeit – heisst das zweite, brandneue Album der Metal Kapelle mit Christoph Pfändler (Hackbrett), Johanna Schaub (Violoncello), Evelyn Brunner (Kontrabass) und Steffi Rutz (Piano). Dazu hatte der Bandleader bei der CD-Taufe gesagt, dass der Titel direkten Bezug zum Leben eines Musikers hat. Zu wenig Schlaf bekomme man öfters, wenn die Konzertnächte lang werden oder eine Idee zur sofortigen Umsetzung als Komposition drängt.

Doch beim Konzert in der Werkstatt der Alt St. Johanner Klangschmiede wirkten die vier recht ausgeschlafen. Sowohl im physischen Sinne als auch in der metaphorischen Bedeutung.

Hellwach auf den Grund gegangen

«Ausgeschlafen» meint: der Sache hellwach auf den Grund gegangen. Das Hackbrettspiel scheint für den jungen Töbi-Tobler-Schüler und Hochschulabgänger noch längst nicht an seinen Grenzen angekommen. Schon Tobler hat das bewiesen, das Trio Anderscht wandelt auf ähnlichen Pfaden. Doch Christoph Pfändler gibt noch einen drauf. In seinem Erstling «Fuckbrett» widmete er sich dem Heavy Metal – deshalb Metal Kapelle und nicht Metall Kapelle. «Insomnia» ist weniger rockig, nicht aber langsamer, im Gegenteil. Stücke wie «Die Rächer von Miglieglia» oder «Trans Rapid» gehen ganz schön ab.

Erholung gibt es dann aber beim Walzer «Mit de Simone a de Rüss». Nicht von ungefähr war der Ostschweizer mit dieser Simone an der Reuss: Pfändler lebt seit seinem Studium in der Stadt Luzern.

An der Karriere als Hackbrettmusiker basteln

Schon 2006, mit 14 Jahren, spielte Pfändler im Hackbrett-Jugendorchester der Schweiz. Es war ihm nicht genug, oder vielleicht war ihm das auch zu bieder, jedenfalls entstand schon bald um ihn herum die Metal-Band Tumba Zaffa. Dann aber meinte er es richtig ernst und schrieb sich an der Fakultät für Volksmusik an der Musikhochschule Luzern ein, wo er 2012 mit Bestnoten abschloss. Seither bastelt er an einer Karriere als Hackbrettmusiker der zweiten Art. Traditionen und Dogmen bremsen den 24-Jährigen dabei nicht. Seit einigen Jahren formt sich in der Schweiz eine Art Parallel-Volksmusik heran. Das Hackbrett spielt dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Gleichzeitig erlebt das Instrument bei der ländlich-traditionell orientierten Jugend Urständ. «Neue Einflüsse aus Rock, Metal, Pop und Volksmusik werden durch den Fleischwolf gedreht und angereichert mit viel Adrenalin, Kitsch, Naivität und einer Menge Girl-Power», so die Ankündigung für das Konzert anlässlich der CD-Taufe in der Kellerbühne St. Gallen Anfang Oktober. Fleischwolf mag vielleicht nicht der richtige Begriff sein für die varianten-, tempo- und ideenreiche Musik der Metal Kapelle – «Haute Cuisine» käme der Sache näher. Beim Publikum in der Schmiede sind die «Drei Engel für Chris» – nach einer gleichnamigen Komposition – angekommen und begeistert aufgenommen worden. Noch sind Pfändlers Kompositionen zwar reich an Inspirationen – «Bei mir gibt es immer etwa 150 Akkorde!» –, aber auch etwas verkopft. Emotionen gibt es dafür, wenn Cellistin Johanna Schaub zum Jodelintermezzo anhebt.

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