Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Gute Zeiten, wenn ein Rollenangebot winkt. Schlechte Zeiten, wenn die Rolle nicht passt. Ich wurde für 5 Tage eingekauft von GZSZ. «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» ist eine Seifenoper von RTL mit schönen Menschen. Jetzt zähle ich auch zu den Schönen.

Philipp Langenegger Anmerkung der Redaktion: Erster Ausstrahlungstermin Mit Philipp Langenegger Alias Serkan Gökdal Ist der 13. Juli, 19.40 Uhr, Rtl. Danach Wird Er In Mehreren Folgen Zu Sehen Sein.
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Bild: Philipp Langenegger Anmerkung der Redaktion: Erster Ausstrahlungstermin mit Philipp Langenegger alias Serkan Gökdal ist der 13. Juli, 19.40 Uhr, RTL. Danach wird er in mehreren Folgen zu sehen sein.

Bild: Philipp Langenegger Anmerkung der Redaktion: Erster Ausstrahlungstermin mit Philipp Langenegger alias Serkan Gökdal ist der 13. Juli, 19.40 Uhr, RTL. Danach wird er in mehreren Folgen zu sehen sein.

Gute Zeiten, wenn ein Rollenangebot winkt. Schlechte Zeiten, wenn die Rolle nicht passt. Ich wurde für 5 Tage eingekauft von GZSZ.

«Gute Zeiten, schlechte Zeiten» ist eine Seifenoper von RTL mit schönen Menschen. Jetzt zähle ich auch zu den Schönen. Immerhin. Über meinen Rollennamen staune ich aber nicht schlecht: Serkan Gökdal. Wie bitte? Ich soll einen türkischen Kleingauner spielen? Am Probetag begrüsst mich der Regisseur. Nebenbei fragt er mich, wen ich denn spiele. Serkan Gökdal. Er lacht und fragt, ob ich Türke bin. Ich sage; nein, Appenzeller. Alle lachen. Ich habe schon einiges an Rollen gespielt. Schwule, Erpresser, Lehrer, Zahnärzte. Aber einen Türken? Zumal ich glaube, dass es in Berlin weitaus mehr Schauspieler gibt, die türkischer rüberkommen als ich. Der Regisseur und der Schauspielcoach wirken leicht irritiert. Prollig, böse und gefährlich soll die Figur Serkan sein. So der Regisseur. Ich gebe mein Bestes. Die Probe harzt. Der Regisseur spielt mir sogar vor, wie ich Gökdal spielen soll. Leider sieht es auch bei ihm weder prollig noch gefährlich aus. Eher bemüht. Die Wahrheit darf man nicht immer sagen, nur denken.

In solch brenzligen Situationen helfen mir meistens vier Worte, welche ich vor Jahren auf einer Toiletten-Innentür in einem Hamburger Castingbüro gelesen habe. Alsbald stecke ich in Glitzershirt, Kunstlederjacke, weissen Hosen und Silberkette um den Hals in der Maske. Kostüm ist die halbe Miete. Der Bart pechschwarz gepinselt, die Haare streng nach hinten gegeelt, und ab geht die Post. Serkan Gödkal in Aktion, aber nicht böse und gefährlich. Alles andere. Mit meinen Werkzeugen. Nach der ersten Einstellung jubelt der Regisseur und fällt mir um den Hals. Genau so habe er sich Gökdal vorgestellt, genial. Gute Zeiten, denke ich.

Der geneigte Leser möchte bestimmt wissen, was auf die Toilettentür gekritzelt war?

«Sei nicht, du bist».