Gute Resonanz auf «Zeitungs-Tierli»

TOGGENBURG. Seit Januar ist im Toggenburger Tagblatt die Rubrik «Tiere – vermisst, zugelaufen, abzugeben» zu finden. Für den Tierschutzbeauftragten Heinz Brecht und Tierheim-Leiterin Dolores Marbot ist die Rubrik Gold wert.

Matthias Giger
Drucken
Teilen
Tierschutzbeauftragter Heinz Brecht mit der dreijährigen Hündin Cindy und Dolores Marbot, Leiterin des Tierheims in der Tierklinik Nesslau, mit Kater Chip. Beide Tiere suchen noch ein neues Zuhause. (Bild: Matthias Giger)

Tierschutzbeauftragter Heinz Brecht mit der dreijährigen Hündin Cindy und Dolores Marbot, Leiterin des Tierheims in der Tierklinik Nesslau, mit Kater Chip. Beide Tiere suchen noch ein neues Zuhause. (Bild: Matthias Giger)

Toggenburg. Heinz Brecht freut sich. Der Tierschutzbeauftragte ist dankbar, dass er alle zwei Wochen in der Grossauflage des Toggenburger Tagblatts zugelaufene, vermisste und zu vermittelnde Tiere vermelden kann. «Die Resonanz ist gross», sagt er. Mehr als doppelt so viele Hunde und Katzen konnten dank der Veröffentlichung in der Zeitung vermittelt beziehungsweise ihrem Besitzer zurückgegeben werden. Die Rubrik «Tiere – vermisst, zugelaufen, abzugeben» erscheint seit Januar. «Seit Beginn konnten wir rund 10 Hunde und 25 Katzen vermitteln.

Zwei Hunde und sieben Katzen haben wir ihren Besitzern dank den Vermissten-Anzeigen wieder zurück geben können», sagt Heinz Brecht, Tierschutzbeauftragter der Gemeinden Ebnat-Kappel, Wattwil und Lichtensteig.

Unter den vermittelten Tieren ist auch Baxter. «Die Frau, die Baxter bei sich aufgenommen hat, meinte, sie habe mehrfach gedacht, dass der Hund etwas für sie wäre.

Als er nach einer Weile zum dritten Mal in der Zeitung war, fasste sie sich ein Herz und rief an», erzählt Tierheim-Leiterin Dolores Marbot von der Tierklinik Nesslau.

Vermisste Tiere schnell melden

Durch die regelmässige Präsenz würden viele Tierbesitzer schneller zum Hörer greifen, da die entsprechenden Nummern in der Zeitung stehen.

Trotzdem komme es auch vor, dass erst Nachbarn Besitzer darauf aufmerksam machen, dass ihr vermisstes Tier in der Zeitung war. «Einige Tierhalter denken sich wohl, <meine Katze taucht schon wieder wieder auf>», sagt Heinz Brecht. Er rät aber, vermisste Tiere möglichst schnell zu melden. «Denn wir suchen meist schon wie verrückt nach dem Besitzer, während dieser noch zuwartet», begründet er. Ausserdem hätten sie viele Umtriebe. Für einen Teil der Umtriebe kommen in der Regel die Besitzer selbst auf.

Im Falle der Rasse-Katze «Wolfi» war es so, dass ein Nachbar den Besitzer darauf aufmerksam machte, wahrscheinlich seine Katze in der Zeitung gesehen zu haben. Darauf meldete er sich bei Heinz Brecht, der ihm die Katze wieder zurück bringen konnte. «Wenn ein Besitzer ausserhalb der Reichweite der Zeitung wohnt oder sie nicht so aufmerksam durchblättert, kann das schon einmal vorkommen», meint Heinz Brecht. Aber auch dann kann die Zeitung helfen, wie auch das Beispiel von Fiona zeigt. Die Besitzerin hat im Toggenburg ein Ferienhäuschen.

Sie meldete das Tier als vermisst. Aufgrund des Bildes – Fiona hat eine charakteristische Zeichnung – ist sie in Ebnat-Kappel entdeckt worden. So konnte Heinz Brecht der Besitzerin ihre während der Ferien entlaufene Katze zurück geben.

Fremde Namen verwirren

Ab und zu würden ihn auch Besitzer anrufen, die etwas verunsichert sind. Sie meinten, dass es ihr Hund oder ihr Kater ist, der in der Zeitung abgebildet ist. Der würde aber nicht «Köbeli», sondern «Jacha» heissen.

«Ich erkläre ihnen dann jeweils, dass wir den Tieren irgendeinen Namen geben müssen, wenn wir sie in der Zeitung veröffentlichen», sagt Heinz Brecht.

Bitte nicht füttern

Derzeit sei der Tierschutzverein Toggenburg daran, eine Internetseite aufzubauen, auf der entlaufene oder zu vermittelnde Tiere ebenfalls veröffentlicht werden.

Allerdings sei die Publikation in der Zeitung nach wie vor wichtig, da die Zeitung den Leuten am Donnerstag in den Briefkasten flattert, während sie die Internetseite jedes Mal aktiv abrufen müssen.

Die Rubrik in der Zeitung nutzt Heinz Brecht auch, um allgemeine Informationen zur Tierhaltung oder zu Tierkrankheiten zu plazieren. Etwa, dass man Katzen bitte freiwillig chipen lassen soll.

«Wenn die Katze entläuft, haben wir viel weniger Umtriebe und der Besitzer seine Katze schneller wieder», sagt Heinz Brecht.

Eine Anekdote weiss er auch noch zu erzählen: Nachdem eine seit drei Monaten vermisst gemeldete Katze ihrem Besitzer zurück gegeben wurde, hat sie eine andere Familie aus dem Quartier als vermisst gemeldet. Das Ganze nahm ein Happy End. Die Katze sei nun eine Gemeinschafts-Katze, die zwischen den Familien hin und her pendle. So etwas könne aber auch in einem Nachbarschafts-Streit enden.

Daher sollte man fremde Katzen nicht einfach so füttern und zu sich nehmen.