Gut gespielt – trotzdem kein Sieg

Im ersten Spiel der neuen Saison setzte sich Volley Toggenburg bereits sehr gut in Szene und konnte gegen die Power Cats aus Düdingen lange Zeit überraschend gut mithalten. Die Freiburgerinnen mussten hart für ihren 1:3-Auswärtserfolg kämpfen.

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VOLLEYBALL. In einem typischen Erstrundenspiel, das von vielen Hochs und Tiefs auf beiden Seiten geprägt war, setzte sich schliesslich Düdingen verdient mit 1:3 durch. Die Toggenburgerinnen machten es den klaren Favoritinnen aber keineswegs einfach. Mit ein wenig Glück hätte Toggenburg den ersten Satz für sich entscheiden können.

Düdingen liess sich trotz der 16:11-Führung von Volley Toggenburg nicht aus der Ruhe bringen, holte Punkt für Punkt auf und gewann den Satz mit 25:27 in der Overtime. Im zweiten Satz erwischte Toggenburg einen klaren Fehlstart: Düdingen zog sofort mit 0:5 davon. Das einheimische Team liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen und holte mit starken Services von Leslie Betz und Claudia Lehmann bis auf 10:12 auf. Diesen Zwei-Punkte-Vorsprung konnten die Freiburgerinnen in der Folge mindestens halten, so dass auch der zweite Satz an die Gäste ging.

Die Toggenburgerinnen liessen nach dieser zweiten Satzniederlage ihre Köpfe aber nicht hängen und steigerten sich vor allem in der Service-Annahme. Jetzt konnte die Zuspielerin Erni-Zhang ihre Angreiferinnen viel variabler einsetzen und Düdingen konnte nicht mehr mithalten. Toggenburg zeigte in diesem Durchgang sein bestes Volleyball und gewann den dritten Satz verdient mit 25:21. Leider konnten die jungen Ostschweizerinnen diese Leistung noch nicht stabilisieren.

Im vierten Satz setzte Düdingen wieder seine ganzen physischen Vorteile ein. Von Beginn weg machten die Spielerinnen um Leaderin Munoz viel Druck. Nach 104 Minuten Spielzeit setzten sich die Favoritinnen aus Freiburg nach einer phasenweise hart umkämpften Partie mit 1:3 durch. Nach dem Spiel lud das Team zu einem Zuschauer-Apéro ein und feierte den gelungenen Saisonstart mit einem Satzgewinn.

Düdingen verfolgt hohe Ziele

Düdingen hat sich auf diese Saison hin viel vorgenommen und sich zum Ziel gesetzt, im Konzert der Grossen besser mitzuspielen. Im Freiburgerland liebäugelt man offen mit der Qualifikation für die Pre-Playoffs, die Runde der besten fünf Teams nach der Qualifikationsrunde. Das Team hat sich gegenüber der letzten Saison stark verändert.

Angefangen auf der Trainerposition: TSV Düdingen gab dem jungen Deutschen Nicki Neubauer das Vertrauen. Dieser wechselte vom Assistenztraineramt in Schaffhausen auf den Chefposten in Düdingen. Auf der Libera-Position konnte die ehemalige Könizerin Jenny Salgado engagiert werden. Weiter zum Team stiessen die schwedische Zuspielerin Sundström, die montenegrinische Nationalspielerin Lavkovic und die sprungstarke Amerikanerin Müller auf der Aussenposition. Das Team um die kubanische Starspielerin Munoz, die noch einen Vertrag für diese Saison hat und ihre dritte Meisterschaft für die Power Cats spielt, wurde so ganz gezielt verstärkt. Gerüchteweise wollen die Freiburgerinnen in der nächsten Zeit ihr Team auf der Mitte- Position noch mit einer fünften Ausländerin ergänzen. Im Toggenburg werden da vergleichsweise viel kleinere Brötchen gebacken und eine völlig andere Strategie gefahren. Ziel ist es, eigenen Nachwuchsspielerinnen eine Chance zu geben und sie auf der Plattform der NLA einzusetzen. Neu auf diese Saison hin wird das Team auf der Position des Zuspiels durch Sarah Bichler ergänzt. Sie wird behutsam an den Niveausprung herangeführt und hat in der Vorbereitung bereits gezeigt, dass sie auf einem guten Weg ist. Weiter stiess Leonie Bisang (18 Jahre) vom zweiten Team von Voléro Zürich auf der Mittelblockposition zu den Wattwilerinnen. Die ehemalige Juniorinnen-Nationalspielerin, die in der Talentschule Zürich ihre Ausbildung zur Volleyballspielerin macht, nutzt die Chance und macht im Toggenburg jetzt ihre ersten Spielerfahrungen in der Nationalliga A. Weiter dazu kam von Schaffhausen Aylin Baghdady (19 Jahre). Auch sie möchte mit Volley Toggenburg, dem Verein, der in der Volleyball-Szene einen ausgezeichneten Ruf als Ausbildungsclub hat, vermehrt Einsätze auf dem höchsten nationalen Niveau realisieren. Neben diesen Zuzügen wechselte die eigene Nachwuchsspielerin Marina Schneider von der Joker-Rolle auf die Libera-Position. Sie versucht dort den Wechsel von Leslie Betz auf die Aussenposition möglichst schnell zu kompensieren.

Auf der wichtigen Aussenposition verzichtet Toggenburg gänzlich auf ausländische Verstärkung. Das Trio Leslie Betz, Lina König und Nina Lutz trägt die alleinige Verantwortung für die zwei Schlüssel-Positionen in Annahme und Angriff. Volley Toggenburg vertraut auch in dieser Saison auf der Diagonalposition auf die bewährten Kräfte von Clausi Lehmann. Die einzige Ausländerin in den Reihen von Volley Toggenburg führt das Team souverän und übernimmt viel Verantwortung.

Hartes Startprogramm

Die Nationalliga A startet in dieser Saison mit einer Doppelrunde an einem Wochenende. Toggenburg hatte somit keine Zeit, die Heimniederlage gegen Düdingen zu verdauen. Bereits am Sonntag trafen sie auf den zweiten Ostschweizer Vertreter aus Schaffhausen. Am kommenden Samstag kann man Volley Toggenburg schon wieder in der eigenen Halle sehen. In der dritten Runde treffen die Wattwilerinnen am 29. September in der Rietsteinhalle auf VFM, die Vertreterinnen von Franches-Montagnes aus dem Jura. Sechs Amerikanerinnen und eine Britin stehen in den Diensten der Jurassierinnen. Toggenburg hofft auf die Unterstützung durch das Publikum. (me)

Matchtelegramm Volley Toggenburg – TSV Düdingen Power Cats 1:3 (25-27, 19-25, 25-21, 18:25) Volley Toggenburg: Aylin Baghdady, Leslie Betz, Sarah Bichler, Leonie Bisang, Xiaohua Erni-Zhang, Lina König, Claudia Lehmann, Anja Lutz, Nina Lutz, Marina Schneider. Coach: Marcel Erni. Volley Düdingen Power Cats: L. Sundström, C. Wieland, N. Dietrich, A. Lakovic, T. Mueller, A. Munoz, P. Leyczik, Y. Vanis, J. Dietrich, L. Cipri, J. Salgado. Coach: Nicki Neubauer. Spieldauer: 104 Minuten (31, 24,. 25, 24) 350 Zuschauer, Schiedsrichter: Peter Hottinger und Andreas Sigrist, nächste Spiele: 1. Liga: Samstag, 29. September, 15 Uhr, Toggenburg 2 - Kanti Baden Rietstein; NLA: Samstag, 29. September, 17.30 Uhr, Toggenburg 1 – Hôtel Cristal VFM