Gut gekämpft – trotzdem verloren

Auch im letzten Spiel vor der Weihnachtspause konnte Volley Toggenburg keinen Satzgewinn realisieren. Das arg unter Druck stehende Schaffhausen spielte konstant mit fünf Ausländerinnen durch und gewann schliesslich verdient mit 3:0.

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Volley Toggenburg macht weiter Fortschritte, muss sich aber bis im neuen Jahr auf ein mögliches Erfolgserlebnis gedulden. (Bild: Reinhard Kolb)

Volley Toggenburg macht weiter Fortschritte, muss sich aber bis im neuen Jahr auf ein mögliches Erfolgserlebnis gedulden. (Bild: Reinhard Kolb)

VOLLEYBALL. Ein Satzgewinn für Volley Toggenburg lag nicht drin, weil vor allem auch die Topskorerin Fedosova gesundheitlich angeschlagen war und nicht zu ihrer gewohnten Form fand.

Schaffhausen nervös

Der VC Kanti Schaffhausen lag vor dieser Partie mit nur fünf Punkten aus der Vorrunde auf dem enttäuschenden neunten Platz in der NLA. Das hatte man bei den Munotstädterinnen kaum erwartet. Mit grossen Ambitionen startete das Team mit acht Ausländerinnen im Kader in die Saison. Mit einem Budget von gut 400 000 Franken und einem durchschnittlichen Trainingsaufwand von beinahe 30 Stunden pro Woche ist es kaum verständlich, warum diese internationale Truppe auf dem zweitletzten Platz liegt und sogar um die Playoff-Qualifikation der besten sechs Teams bangen muss. Für die Schaffhauserinnen war die Begegnung vom vergangenen Samstag gegen Volley Toggenburg so etwas wie das Spiel der letzten Chance. Nur mit einem klaren Sieg kann sich Schaffhausen allenfalls doch noch in die Playoffs spielen, um die bisher verkorkste Saison zu retten. Entsprechend nervös trat die Mannschaft von Neo-Trainerin Melanie Pauli auch auf: Schaffhausen verfügte zwar über die athletisch besseren Spielerinnen mit viel mehr Power. Volley Toggenburg hielt aber mit viel Kampf gut dagegen.

Angeschlagene Topskorerin

Das war umso erstaunlicher, weil die Topskorerin von Toggenburg, Valeriya Fedosova, gesundheitlich angeschlagen war und nur mit Schmerzmitteln spielen konnte. Leider konnte sie ihre normale Form darum überhaupt nie ausspielen. So musste die erst 17jährige Melanie Brogli für die einzige Ausländerin von Volley Toggenburg einspringen. Das Heimteam spielte so während der Hälfte der Spielzeit praktisch ohne Ausländerin, mit einem Durchschnittsalter von knapp 20 Jahren. Volley Toggenburg kämpfte zwar aufopferungsvoll, gegen die internationale Truppe von Schaffhausen lag ein Punktgewinn aber ausser Reichweite. Der VC Kanti Schaffhausen wirkte zwar absolut nicht souverän, und ein Satzgewinn wäre für Volley Toggenburg sicherlich möglich gewesen. Dazu hätte aber das ganze Team im Vollbesitz der Kräfte sein müssen. Die angeschlagene Fedosova erlitt während des dritten Satzes im zweiten technischen Time-out sogar einen Zusammenbruch und musste anschliessend im Spital untersucht werden. So waren die Voraussetzungen für einen Satzgewinn denkbar schlecht. Volley Toggenburg musste sich darum in knapp 75 Minuten mit 0:3 geschlagen geben.

Wunden lecken

Auftanken, Verletzungen auskurieren und die verdiente Weihnachtspause geniessen. Das ist das Motto für das NLA-Team von Volley Toggenburg. Die jungen Wattwilerinnen haben in den letzten Monaten erstaunliche Fortschritte gezeigt. Das widerspiegeln auch die Resultate der zweiten Mannschaft in der 1. Liga. Als Aufsteiger liegt Volley Toggenburg punktgleich mit Aadorf und Zürich Unterland auf dem ersten Platz. Sorgen um den Ligaerhalt muss man sich keine mehr machen. Jetzt können dort vermehrt junge Spielerinnen eingesetzt werden, so dass sich die Spielerinnen des NLA-Kaders vermehrt auf Einsätze in der ersten Mannschaft konzentrieren können. Obwohl Volley Toggenburg bis jetzt in der höchsten Liga noch kein Erfolgserlebnis feiern konnte, ist die Stimmung gut. Kämpferisch zeigt sich auch Libera Marina Schneider: «Wir werden auch im 2016 nicht aufgeben und früher oder später sicher zu Erfolgen kommen!» Die Verantwortlichen von Volley Toggenburg bedanken sich beim treuen Publikum für die grosse Unterstützung im 2015.

Für die Frauen von Volley Toggenburg geht es nach der Weihnachtspause am 10. Januar mit dem Heimspiel gegen Sm'Aesch Pfeffingen weiter. (pd)

Matchprotokoll: Toggenburg – VC Kanti Schaffhausen 0:3 (20:25, 20:25, 14:25) Volley Toggenburg: Leslie Betz, Miriam Reiser, Nora Terinieri, Marina Schneider, Jasmine Fiechter, Stefania Sommer, Valeriya Fedosova, Vivian Guyer, Melanie Brogli. Coach: Marcel Erni. VC Kanti Schaffhausen: A. Lutz, A. McQuaid, Z. Widmer, M. Knegt, J. Chaclan, L. Zaugg, E. Ripnaya, K. Holaskova, L. Rydvalova, A. Schaber, Y. Cao, L. Nikmonova. Coach: Melanie Pauli. Spieldauer: 74 Minuten (25, 27, 22) Schiedsrichter: Matthias Becker und Marcel Sieber. Resultate NLA: Kanti Schaffhausen – Volley Top Luzern 3:1. Franches Montagnes – VBC Cheseaux – 3:0. Sm'Aesch Pfeffingen – Voléro Zürich 0:3. Volley Düdingen – Viteos NUC 3:0. Voléro Zürich – Volley Düdingen 3:0. Volley Top Luzern – Franches Montagnes 1:3. VBC Cheseaux - Sm'Aesch Pfeffingen 0:3. Volley Toggenburg – Kanti Schaffhausen 0:3 Rangliste NLA: 1. Voléro Zürich 11/33. 2. Volley Düdingen 11/24. 3. Sm'Aesch Pfeffingen 11/21. 4. Volley Köniz 10/20. 5. Viteos NUC 10/19. 6. Franches Montagnes 11/17. 7. VBC Cheseaux 11/11. 8. Kanti Schaffhausen 11/11. 9. Volley Top Luzern 11/6. 10. Volley Toggenburg 11/0. Resultate 1. Liga Einsiedeln – Pallavolo Kreuzlingen 3:1. Rätia Volley – VBC Aadorf II 3:0. Volley Toggenburg II – VBC Andwil-Arnegg 3:1. STV St. Gallen – VBC Züri Unterland 0:3. VBC Wetzikon – VBC Kanti Baden 3:1. Rangliste 1. Liga 1. VBC Züri Unterland 11/25. 2. VBC Aadorf II 11/25. 3. Volley Toggenburg II 11/25. 4. VBC Einsiedeln 11/24. 5. Rätia Volley 11/22. 6. Pallavolo Kreuzlingen 11/21. 7. VBC Wetzikon 11/10. 8. VBC Andwil-Arnegg 11/7. 9. VBC Kanti Baden 11/4. 10. STV St. Gallen 11/2.

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