Gülle separieren fürs Tierwohl

Wenn Flüssigkeit und Feststoffe von Gülle separiert werden, so hat das verschiedene Vorteile. Ein ganz wichtiger ist, dass die Bauern damit die Gesundheit ihrer Tiere positiv beeinflussen können.

Martin Brunner
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Diese Bauerngruppe ist mit dem Gülleseparator sehr zufrieden. (Bild: Martin Brunner)

Diese Bauerngruppe ist mit dem Gülleseparator sehr zufrieden. (Bild: Martin Brunner)

APPENZELLERLAND. Die Gesundheit und das Wohl ihrer Tiere sind für Bauern von grundlegender Bedeutung. Eine Möglichkeit, sich darum zu kümmern, haben sie sich mit einer Gruppe rund um Ingo Kielwein mit seiner Firma Alpen Green Organic Appenzell GmbH geschaffen. Er hat einen Gülleseparator angeschafft, den die Landwirte der Güllegemeinschaft Appenzell, St. Gallen, Thurgau bei ihm mieten können. Das ist an sich nichts Neues. Neu ist, dass sich Fachleute um die Begleitung der Bauern kümmern.

Unterstützung für Bauern

Zu diesen Beratungen gehört die Fütterung. «Dabei können wir den Bauern Unterstützung anbieten, denn eine Optimierung ist entscheidend für die Gesundheit der Tiere», sagt Kielwein. «Weniger Stoffwechselstörungen, genug Nährstoffe und Futter sind die Ziele.» Entscheidend ist für ihn aber auch die Euter- und Klauengesundheit. Er geht davon aus, dass es für die Kühe besser ist, wenn sie nur mit der hofeigenen Flora in Kontakt kommen. Hier kommt der Gülleseparator ins Spiel, der die festen Bestandteile der Gülle von den flüssigen trennt. «Mit ihm wird es möglich, für die Liegeboxen das immer gleiche Festmaterial wiederzuverwenden. Es entsteht ein ideales Klima. Damit kommen aber auch keine Keime zum Beispiel von fremdem Stroh auf den Hof.» Das Substrat wird zudem von Fachleuten regelmässig auf Keime untersucht. Sollte ein Tier trotzdem krank sein, so erhält der Bauer wiederum Unterstützung. Diese konstante Begleitung ist für Kielwein wichtig. Dessen Ideen haben Erfolg, zumindest auf seinem Betrieb in Kesswil. «Ich kann pro Liter Milch 1,5 Rappen Kosten einsparen. Betriebswirtschaftlich macht dieses Vorgehen also viel Sinn.»

Mehrere Vorteile

Einer der Bauern ist Andreas Inauen aus Appenzell. Er begann schon vor 1,5 Jahren mit der Trennung von Festbestandteilen und Flüssigkeit in der Gülle. «Da ich mit dem Schleppschlauch Gülle ausbringe, bin ich auf dünne Gülle angewiesen», sagt er. «Sie lässt sich besser verteilen. Die separierten festen Stoffe gebe ich direkt in die Liegeboxen.» Das bringt ihm gleich mehrere Vorteile. Zum einen muss er durch die Wiederverwendung der festen Teile kein teures Stroh mehr dazukaufen. Einzig Kreidekalk gibt er bei. «Zudem lässt sich dieses wiederverwendete Material viel einfacher handhaben. Vor allem freut mich aber, dass die Kühe gerne darauf liegen.» Positive Auswirkungen hat die Separation auch auf seine Weiden und Wiesen. Die Nährstoffe in der Gülle gelangen ideal in die Pflanzen. Dadurch erhält Inauen nährstoffreicheres Futter, was sich wiederum positiv auf die Milch auswirkt. «Mit diesem System bin ich rundum zufrieden», sagt er. «Rund alle sechs Wochen kommt die Maschine bei mir zum Einsatz.»

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