Grundwasser aufbereiten ohne Chlor

Eine halbe Million Franken investierte die Säntis Schwebebahn AG in ihre Trinkwasseraufbereitungsanlage. Die schweizweit erst wenig verbreitete Filtrationsanlage setzt auf ein mechanisches System. Neu wird ein Teil des Wasserbedarfs durch Quellen gedeckt.

Jesko Calderara
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Projektleiter Kurt Haas erläutert die Funktionsweise der neuen Filtrationsanlage. (Bild: cal)

Projektleiter Kurt Haas erläutert die Funktionsweise der neuen Filtrationsanlage. (Bild: cal)

SCHWÄGALP. Im vergangenen Halbjahr ist die Trinkwasseraufbereitungsanlage der Säntis Schwebebahn AG komplett erneuert worden. Gestern wurde sie in Anwesenheit der beteiligten Handwerker sowie einiger Mitarbeiter eingeweiht. Die Anlage liegt unweit des Restaurants Passhöhe, mitten in einer Moorlandschaft. Sie versorgt nicht nur das Berghotel Schwägalp und die eigenen Betriebe der Säntis-Schwebebahn mit Trinkwasser, sondern auch einzelne Kunden in der näheren Umgebung. Dazu gehören etwa die Alpschaukäserei oder das Militär.

Neue Quellfassung

Teil der Trinkwasseraufbereitung sind zwei Grundwasserpumpen, von denen allerdings nur eine in Betrieb ist. «Fällt diese aus, ist die Versorgung mit Trinkwasser nicht mehr gewährleistet», sagte Michael Wehrli, Bereichsleiter Technik der Säntis Schwebebahn AG an der Einweihung. Zudem hätten einige Teile der Trinkwasserversorgung altershalber ersetzt werden müssen. Aus diesen Gründen habe man sich für eine Gesamtsanierung entschieden, sagte Wehrli. Dazu gehört auch eine neue Quellfassung, welche die letzten Meter aufgrund des Schutzgebietes mit dem Helikopter angeliefert werden musste. Zwar war eine alte vorhanden, lieferte jedoch kein Wasser. Künftig kann der Bedarf zumindest teilweise aus Quellen gedeckt werden. Kostenpunkt des Projekts: Rund 500 000 Franken. Eigenleistungen sind darin allerdings nicht eingereicht. Noch offen ist, wann die beiden Grundwasserpumpen ersetzt werden. Dies soll laut Michael Wehrli kurz- bis mittelfristig geschehen.

Kein chlorhaltiger Geruch

Neu wird das Grund- und Quellwasser durch eine moderne Filtrationsanlage aufbereitet. Gleichzeitig ist zudem die Steuerung ausgewechselt worden. «Das Wasser passiert einen sehr feinen Filter, in dem Mikroorganismen und Trübstoffe absorbiert werden», erklärte Projektleiter Kurt Haas vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Dadurch ergebe sich eine hohe Trinkwasserqualität. Bei sonst üblichen Anlagen würden Keime durch Desinfektion mit Chlor abgetötet. Das Wasser erhalte dementsprechend einen leicht chlorhaltigen Geruch, sagte Haas. Bis heute arbeiten in der Schweiz erst 75 Wasserversorgungen mit dieser Technologie.