GRUNDVERSORGUNG: Nur noch elf Telefonkabinen

Von den kantonsweit 157 öffentlichen Telefonen, den sogenannten Publifonen, stehen elf in den zwölf Gemeinden des Wahlkreises Toggenburg. Wer kann auf Anhieb ihren genauen Standort benennen?

Serge Hediger
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Standort Post Unterwasser: Eine der insgesamt elf Telefonkabinen im Toggenburg. (Bild: Sabine Schmid (19. Dezember 2016))

Standort Post Unterwasser: Eine der insgesamt elf Telefonkabinen im Toggenburg. (Bild: Sabine Schmid (19. Dezember 2016))

Serge Hediger

serge.hediger@toggenburgmedien.ch

Oberhelfenschwil (1), Neckertal (1), Kirchberg und Bazenheid (3), Wattwil (2), Nesslau (1), Wildhaus und Unterwasser (2) sowie Lichtensteig (1) sind die Gemeinden im Thur- und Neckertal, die noch über eine öffentliche Telefonkabine verfügen. Doch wer beispielsweise für Lichtensteig benennen müsste, wo denn das Publifon steht, gerät bereits leicht ins Grübeln: Am Bahnhof? In der alten Post? Nein, grad gegenüber bei der Bushaltestelle beim Restaurant Krone.

Noch 4096 Publifone im ganzen Land

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie Telefonkabinen – schweizweit wurden Ende der Neunzigerjahre rund 13000 gezählt – ihre einstige Bedeutung eingebüsst haben. «Da heute fast jeder ein Handy besitzt, sind Publifone mittlerweile ein Nischengeschäft, und sie werden immer weniger genutzt», sagt Swisscom-Mediensprecherin Annina Merk. Gegenwärtig betreibt Swisscom in der Schweiz 4096 Publifone. Davon gehören 2949 zur Grundversorgung. Die Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom als Konzessions- und Regulationsbehörde legt periodisch die Anzahl von Standorten pro Gemeinde fest, an denen sich mindestens eine öffentliche Sprechzelle befinden muss, und stellt sicher, dass in jeder Politischen Gemeinde mindestens eine öffentliche Sprechstelle vorhanden ist – es sei denn, die Gemeinde verzichte darauf. Publifone gehören noch bis 2017 zur Grundversorgung.

«In Fällen, wo gar keine Nachfrage nach dieser Dienstleistung besteht, können auch Schliessungen umgesetzt werden», sagt Merk. «Swisscom schliesst Publifone in der Grundversorgung nur, wenn die Gemeinden ihr Einverständnis geben und der Schliessungsantrag von der ComCom genehmigt wird. Lehnt eine Gemeinde das Gesuch der Swisscom ab, so bleibt das entsprechende Publifon selbstverständlich bestehen und wird von Swisscom weiterhin betrieben.» Zur Nutzung der einzelnen Telefonkabinen macht Swisscom keine Angaben. Mediensprecherin Annina Merk sagt jedoch: «Es gibt in der Schweiz mehr als 1000 Telefonkabinen, die über mehrere Tage hinweg unbenutzt bleiben.»

Zwei von drei Publifonen nicht kostendeckend

Bei den Kabinen der Grundversorgung ging die Anzahl Gespräche innert Jahresfrist um 30 Prozent zurück. Und etwa zwei Drittel aller Publifone aus der Grundversorgung arbeiten gemäss Merk nicht kostendeckend.

Publifon-Standorte

Necker: Hauptstrasse 1195. Nesslau: Post. St. Peterzell: ehemalige Post. Bazenheid: Poststrasse 2, Bahnhof. Kirchberg: Post. Wattwil: Bahnhof, Perron 1 (links), Post. Lichtensteig: Hauptgasse 2. Wildhaus: Postplatz, Dorf. Unterwasser: Post (links).