Grundstein vor 150 Jahren gelegt

Am 14. Juni sind es 150 Jahre her seit der Grundsteinlegung für die heutige Pfarrkirche St. Verena Gonten. Am 16. Juni wird im Gottesdienst daran erinnert.

Achilles Weishaupt
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GONTEN. Der Bau einer grösseren Kirche für die Pfarrei Gonten Mitte des vorletzten Jahrhunderts (1863–66) fiel in eine schwierige Zeit. «Es war eine Zeit der Aufregung und des Haders», schreibt ein namentlich nicht bekanntes Mitglied der Kirchenbau-Kommission. Es hinterliess Aufzeichnungen als Ergänzung zum «Memorial über Pfarrkirchenbau in Gonten».

Grund war der tragische Tod des angesehenen, aber umstrittenen Pfarrers Johann Anton Sutter (nächtlicher Sturz über die Kesselismühle-Brücke). Zudem wurde die Schaffung einer neuen Oberschule diskutiert. Dazu sollte ein neues Schulhaus (das heutige «alte Mesmerhaus») erstellt und eine Lehrkraft engagiert werden. Die Kirchenbaufrage schien dennoch dringend. Seit 1846 wurden eine «Hauptreparatur oder gar ein Neubau» diskutiert. Pfarrer Sutter sammelte für einen Kirchenbaufonds. Angesichts der Umstände und der Grösse der Aufgabe herrschte Pessimismus. Der neue Pfarrer Johannes Eugster, ein Oberegger, machte sich an ein Neubauprojekt. An der ersten Kirchhöri seiner Amtszeit kam aber mit grossem Mehr ein Gegenantrag durch.

Beruhigung und Hilfe

Gonten gehörte seit 1815 nicht mehr zum Bistum Konstanz, sondern bis 1865 zu Chur. Dort wirkte Generalvikar Kapuzinerpater Theodosius Florentini. Er war Seelsorger sowie Fabrik- und Bauunternehmer. Er wurde – neben Pfarrer Eugster – der Förderer der Gontner Kirche. Letzterer verstand es, Frieden herzustellen. Er gewann einen der grössten Gegner, den reichsten Gontner, Josef Anton Manser, «Mällis Sepp», für den Neubau. Manser wirkte als Baukassier. Präsidiert wurde die Baukommission durch Franz Anton Schefer, «Bilgerlis-Franztoni». Unter Leitung von Kirchenpfleger Josef Anton Signer, «Mittelholzerli», wurde vor dem Entscheid Bau- und Gerüstholz gefällt und auf den Platz geführt.

Zielstrebig, hartnäckig, speditiv

Im November 1861 fand die erste Sitzung für den Kirchenbau statt. Präsident Schefer und Pfarrer Eugster begaben sich mit Bauplänen zu Theodosius. Am 5. März 1863 fand eine «konferenzielle Besprechung» betreffs Übernahme der Kirchenbaute statt, doch «in Anbetracht des schwachen Barkapitals» wagte die Kommission keine definitive Antwort. Pfarrer Eugster suchte die Verschiebung abzuwenden und betonte, er habe statt der bei einem Baubeginn 1863 versprochenen 2000 Franken das Doppelte gesammelt. Bei einer weiteren Verschiebung stelle er das «Kollektieren» ein. Auf den 6. April wurde eine ausserordentliche Kirchhöri einberufen. Die Kosten für den Rohbau waren mit 31 000 Franken veranschlagt. Die Anträge der Baukommission wurden gutgeheissen. Wegen nochmaliger Planänderungen erhöhte sich die Bausumme auf gut 34 000 Franken. Die Kommission brachte es fertig, dass Theodosius in zwei Schritten die Mehrkosten strich, so wurde der Kredit eingehalten. Sechs Tage nach Abschluss des Bauvertrages wurde mit dem Abbruch der alten Pfarrkirche begonnen.

Am Sonntag, 16. Juni, wird im Gottesdienst um 9.15 Uhr der Grundsteinlegung gedacht. Der Kirchenchor umrahmt den Anlass.

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