Grün ist die Farbe des Lebens

Der Frühling ist die beste Zeit, mit wenig Aufwand seine Gewohnheiten zu ändern. Nur ein klein wenig, es soll ja für den Rest des Lebens halten. Wer sie noch nicht kennt, die grünen Smoothies, kann jetzt aus dem vollen schöpfen. Und vielleicht schon bald feststellen: Die tun tatsächlich gut.

Monika Egli
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Grün sollten sie sein, die Smoothies, denn im Grün von Gemüse steckt geballte Kraft. (Bild: Fotolia)

Grün sollten sie sein, die Smoothies, denn im Grün von Gemüse steckt geballte Kraft. (Bild: Fotolia)

HERISAU. Jetzt spriesst der Bärlauch in Hülle und Fülle. Und der Löwenzahn, und die Brennessel, es kommt schon bald der Giersch (auch bekannt als Zipperleinskraut), der Spitzwegerich… Die Natur ist erwacht, nur der menschliche Körper ist nicht so richtig auf Trab. Dagegen lässt sich Verschiedenes unternehmen, beispielsweise wäre jetzt eine wunderbare Zeit, sich den grünen Smoothies zuzuwenden.

«Grüne Smoothies sind gesund»

Die Herisauerin Karin Widmer ist Drogistin, dipl. Vitalstofftherapeutin SVRV und dipl. Ernährungstherapeutin. In ihrer Praxis bietet sie unter dem Logo «Vital – Mit Schwung durchs Leben» ganzheitliche Ernährungsberatung an. Sie bestätigt:

«Smoothies, und zwar die grünen, sind von gesundheitlichem Nutzen.» Sie hat auch eine Faustregel parat: «Jedes grüne Gemüse, das über dem Boden wächst, ist geeignet.» Es ist das Chlorophyll, das aus allem essbaren Grünen eigentliche Vitalstoffbomen macht. Was Chlorophyll dem Körper Gutes tut, kann auf zahlreichen Internetseiten nachgelesen werden.

Karin Widmers Anleitung für Anfänger ist einfach: Eine Handvoll grünes Gemüse (Spinat, Federkohl, das Kraut von Rüebli, Nüsslisalat und so weiter), eine Frucht und Wasser zusammen mixen, bis das Getränk «smooth» (sämig) ist. Wer mag, reichert es mit so genannten «Superfoods» an. Das können Wildkräuter sein, momentan also ein bis zwei Blätter Bärlauch, Brennessel oder Löwenzahn, später dann Spitzwegerich, Petersilie, Minze… Es gibt auch zahlreiche exotische Zugaben, denen Wundersames zugeschrieben wird, so die Goji- und die Acaibeere, Ingwer oder Chia-Samen (die sich durch Leinsamen ersetzen lassen). Karin Widmer sagt, dass man auch Mandeln, überhaupt jede Art von Nüssen und einheimischen Beeren zugeben kann – aber nicht muss. Das Experimentierfeld ist schier unerschöpflich, spannend und lehrreich. Im Internet findet man unendlich viele Rezepte, Tips und Tricks, die sich zuweilen auch widersprechen. Macht nichts. Wer sich ernsthaft interessiert, kauft sich ein gutes Buch, besucht einen Kurs oder nimmt sich die Zeit für ein Gespräch bei der Ernährungsberaterin.

Das Zauberwort «take five»

«Smoothies haben den Vorteil, dass man den ganzen Anteil des Gemüses und der Früchte zu sich nimmt, also Faserstoffe, Vitamine, Spurenelemente und Mineralien.» Karin Widmer verweist auf die Lebensmittelpyramide. «take five» ist hier das Zauberwort und besagt: Für eine ausgewogene Ernährung sollte der Mensch pro Tag zwei Portionen Früchte und drei Portionen Gemüse zu sich nehmen. Nun gibt es zahlreiche Gemüsemuffel oder die Zeit ist so knapp, dass man sich mit irgendwelchen Happen durch den Tag hilft – nur nicht mit Früchten und noch weniger mit Gemüse. «Für diese Personen sind Smoothies eine gute, vollwertige Ergänzung.»

Mit Stiel und Schale

Smoothies ersetzen aber keinesfalls das Essen. Nicht umsonst ist der Mensch mit allen nötigen Werkzeugen und Organen ausgestattet, die sich um feste Nahrung kümmern. Sie sollen auch nicht jene Früchte und Gemüse ersetzen, die man während Mahlzeiten zu sich nimmt. Diese gehören weiterhin auf den Speiseplan. «Die normale Mahlzeit muss von Bedeutung bleiben.» Aber ein Drink pro Tag oder je nach Gusto alle zwei oder drei Tage sind gesunde Zwischenmahlzeiten. Von reinen Früchtesmoothies, so fein sie auch sein mögen, rät Karin Widmer ab: «Der Blutzuckerspiegel schnellt viel zu schnell nach oben.» Früchte und Gemüse kann man «mit allem» vermixen, also mit der Schale und dem Stiel (bei Apfel und Birne die Kernen weglassen!). Ist es deshalb nötig, nur noch auf bio zu setzen? Karin Widmer stellt «saisonal» und «regional» über «bio». Nicht jedermann könne sich ständig Bio-Lebensmittel leisten.

Um Smoothies herzustellen, eignen sich weder Pürierstäbe noch übliche Haushaltmixer. Das Geheimnis der Smoothies liegt in der hohen Umdrehungszahl, mit der sie zerhackt und zerkleinert werden. Geräte, welche diese Umdrehungszahlen nicht schaffen, sind nicht in der Lage, das Blattgrün ausreichend zu zerkleinern und die Zellstrukturen aufzubrechen. Denn nur so gelangt man an alle Inhaltsstoffe, die beim unzureichenden Kauen nicht geknackt werden.

Auf keinen Fall salzen

Zum Schluss noch ein Anfängerrezept von Karin Widmer: Eine Handvoll frische Beeren oder ein Apfel, eine Handvoll Spinat, ein bis zwei Löwenzahnblätter, ein Teelöffel frischer Zitronensaft und 150 bis 200 ml Wasser. Das Bittere des Löwenzahns mag man spüren und es ist nicht jedermanns Sache, denn «wir haben die Bitterstoffe vergessen», wie Karin Widmer sagt. Dabei seien sie wertvoll für den Stoffwechsel und das Entgiftungsorgan, die Leber. Auf keinen Fall die Smoothies mit Salz, Pfeffer oder Aromat würzen.

Worauf warten Sie noch? Los!

Am Samstag, 7. Mai, findet im Alten Zeughaus in Herisau der Gesundheitstag statt. Karin Widmer ist dann als Ernährungsberaterin ebenfalls vor Ort.

Karin Widmer dipl. Vitalstofftherapeutin SVRV, dipl. Ernährungstherapeutin (Bild: eg)

Karin Widmer dipl. Vitalstofftherapeutin SVRV, dipl. Ernährungstherapeutin (Bild: eg)

Bild: MONIKA EGLI

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