Grub: Neuer Schulvertrag führt zu einer Mehrbelastung von 80'000 Franken

Damit Schüler aus Grub weiterhin die Oberstufe in Wolfhalden besuchen können, muss die Gemeinde tiefer in Tasche greifen.
Am 29. November steht zudem die Abstimmung über den Voranschlag 2021 an.

Jesko Calderara
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Grub budgetiert für 2021 ein Aufwandüberschuss von 35'000 Franken.

Grub budgetiert für 2021 ein Aufwandüberschuss von 35'000 Franken.

Bild: Michel Canonica

Seit Jahrzehnten besuchen Schülerinnen und Schüler aus Grub die Oberstufe in Wolfhalden. Der Vertrag aus dem Jahr 1976, welcher den Schulbetrieb und die Kostenbeteiligung der beiden Gemeinden regelt, genügt den heutigen Ansprüchen nicht mehr. Eine Arbeitsgruppe hat daran Verbesserungen vorgenommen. Der überarbeitete Schulvertrag kommt am 29. November zur Abstimmung. Trotz guter Erfahrungen mit Wolfhalden, hat Grub auch eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden geprüft. «Dies führte jedoch zu keinem befriedigenden Ergebnis», sagte Gemeinderat und Schulpräsident Matthias Züst am Donnerstagabend an der öffentlichen Versammlung in der Turnhalle.

Aus diesem Grund soll die bisherige Partnerschaft zur gemeinsamen Führung der Oberstufe am Standort Wolfhalden fortgeführt werden. Die neue Vereinbarung sieht verschiedene Änderungen vor. So wurde der Kostenverteiler angepasst. Bis anhin wurde Grub auf die Kosten pro Lernenden einen Rabatt von 15 Prozent gewährt, auch weil sich die Gemeinde seinerzeit am Neubau des Oberstufenschulhauses in Wolfhalden beteiligte.

Grub bekommt festen Einsitz in der Schulkommission Wolfhalden

Diese Ermässigung fällt nun weg. Neu werden alle Kosten anteilsmässig auf beide Gemeinden verteilt. Jedoch übernimmt die Standortgemeinde weiterhin die Amortisation und Verzinsung der Gebäude sowie die Investitionsausgaben. Zudem beteiligt sich Wolfhalden mit einem Pauschalbeitrag von 11'400 Franken an den Transportkosten der Schüler. Über die letzten zehn Jahre betrachtet, bezahlte Grub ein Schulgeld in der Höhe von 534'000 Franken pro Jahr. Mit den aufgeführten Neuerungen ergeben sich Mehrkosten von rund 80'000 Franken.

Eine andere Regelung gibt es darüber hinaus im Zusammenhang mit der Schulkommission Wolfhalden. Grub wird darin neu einen festen Einsitz nehmen und ein Mitspracherecht bei strategischen Entscheidungen mit weitreichenden finanziellen Folgen haben, wie es im Vertrag heisst.

Optimistische Erwartungen bei den Steuererträgen

Ein weiteres Thema an der Versammlung war der Voranschlag 2021. Auch über diese Vorlage müssen die Stimmberechtigten am letzten Sonntag im November entscheiden. Für 2021 erwartet Grub bei einem Aufwand von 6,8 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss. Dieser beläuft sich auf rund 35'000 Franken. Der Steuerfuss soll bei 4,0 Einheiten belassen werden. Höhere Ausgaben sind unter anderem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales vorgesehen. So steigen die Sonderschulbeiträge und die Kosten für die soziale Sicherheit an.

Bei den Steuererträgen ist die Vorderländer Gemeinde trotz der Coronapandemie etwas optimistischer als der Kanton und erwartet im nächsten Jahr leicht höhere Einnahmen als im Voranschlag 2020. Aus dem Finanzausgleich wiederum sollen 630'000 Franken in die Gemeindekasse fliessen.

Der Investitionsplan für 2021 sieht einen Aufwand von etwas mehr als 1,5 Millionen Franken vor. Die grössten Vorhaben sind die Wasserversorgung, diverse Erneuerungsarbeiten der Elektrizitätsversorgung Grub und die Vorplatzsanierung beim Zentralschulhaus.