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GRUB-KAIEN: «Nicht jammern, reagieren»

Vor drei Jahren stand die Zukunft des Skilifts in Grub auf der Kippe. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet und der Fortbestand ist gesichert. Am Wochenende wurde das 50-Jahr-Jubiläum gefeiert.
Alessia Pagani
Mit grossem Einsatz und neuen Ideen konnte der Skilift langfristig gerettet werden. Das Team um Präsident René Lanker (r.) freut's. (Bild: PAG)

Mit grossem Einsatz und neuen Ideen konnte der Skilift langfristig gerettet werden. Das Team um Präsident René Lanker (r.) freut's. (Bild: PAG)

Alessia Pagani

alessia.pagani@appenzellerzeitung.ch

René Lanker war sieben Jahre alt, als er zu seiner ersten Bergfahrt am nagelneuen Skilift startete. Es war neblig und es schneite an jenem Tag. «Pisten gab es nicht und man musste den Weg suchen. Nach zwei Abfahrten war Schluss, wir hatten keine Sicht.» Lanker lacht beim Gedanken an seine Kindheitserinnerungen. «Damals hatten ein paar wenige eine Vision und den Mut, diese umzusetzen.» Wenn Lanker von ein paar wenigen spricht, redet der 57-Jährige auch von seinem Vater, der gemeinsam mit vier Gleichgesinnten den Skilift Grub-Kaien gegründet hat.

«Mut brauchten wir vor drei Jahren auch», erinnert sich René Lanker. Der Verwaltungsratspräsident der Skilift Grub-Kaien AG sitzt nun, fünf Jahrzehnte nach seiner ersten Skifahrt in Grub im neuen Skiliftstöbli und wirkt zufrieden. Auch ein Jahr nach Eröffnung riecht es im Innern noch immer nach frischem Holz, an den Wänden sind Skier und Stöcke von anno dazumal aufgehängt. «Vor drei Jahren standen wir vor zwei Optionen: entweder wir machen Schluss mit dem Skibetrieb oder wir machen etwas für seine Rettung.» Die Verantwortlichen haben sich für letzteres entschieden und ein gastronomisches Angebot in den Skibetrieb inte­griert sowie eine Bügelpatenschaft möglich gemacht.

Das Skiliftstöbli läuft gut. Jeden ersten Freitag im Monat wird eine Besenbeiz betrieben, die Plätze sind gemäss Lanker immer belegt. Auch das monatliche Themen-Essen – einmal gibt es Raclette, ein andermal Fondue – sind beliebt. An den restlichen Wochenenden wird das Stöbli regelmässig an Private vermietet. «Das Skiliftstöbli und die Sponsorengelder haben den Fortbestand des Skilifts Grub-Kaien für die Zukunft gesichert», sagt René Lanker.

Jahrelang sorgsam mit Ressourcen umgegangen

In jüngerer Vergangenheit konnten die Einnahmen durch den Skibetrieb die Kosten nicht mehr decken. In den nächsten zehn Jahren werden gemäss Lanker Investitionen von rund 100'000 Franken notwendig. Hinzu kommen die jährlichen Fixkosten von etwa 14'000 Franken. Demgegenüber hat der Skilift beispielsweise in der vergangenen Saison an den zehn Betriebstagen 9000 Franken eingenommen. Eine Rechnung, die langfristig nicht aufgehen konnte. «Dem Skilift ist es immer relativ gut gegangen und es war immer genug Kapital da, weil die Gründer das Geld gut verwaltet hatten», erklärt Lanker. Man konnte sich jahrelang an deren Rückstellungen bedienen, ertragsarme Winter und Ausgaben wurden mit Reserven finanziert. «Aber unser Budget ist nach und nach geschmolzen.» Nun werden die Fixkosten durch die Sponsorengelder gedeckt und anstehende Investitionen durch das Skiliftstöbli finanziert.

Zu schaffen machten dem Skilift in Grub unter anderem, wie vielen anderen in der Region, neue gesetzliche Anforderungen und schneearme Winter. «Auch hat der Skisport nicht mehr die gleiche Wertigkeit wie vor 50 Jahren noch», erklärt Lanker. Damals seien die Schlangen vor der Talstation teilweise noch mehrere hundert Meter lang gewesen. «Wegen des langen Anstehens reichte es jeweils nur für zwei, drei Abfahrten», so Lanker. «Aber was nützt es zu jammern, man muss reagieren und etwas ändern.»

Am Wochenende haben die Skiliftverantwortlichen ein grosses Fest zum 50-Jahr-Jubiläum für Sponsoren und die Bevölkerung gefeiert und allen Beteiligten für ihre Unterstützung gedankt: «Ohne sie wäre das nicht gegangen und wir hätten den Skiliftbetrieb aufgeben müssen», resümierte René Lanker.

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