Grossübung in Speicher: Einsatz im Verbund geprobt

Rund 150 Einsatzkräfte haben am vergangenen Montagabend in Speicher einen Grosseinsatz geübt. Trainiert wurde anhand des Szenarios «Waldbrand».

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speicher. Um 19 Uhr wurden die Einsatzkräfte zur Übung aufgeboten. Annahme trotz feuchter Witterung: Oberhalb des Weilers Birt ist ein Waldbrand ausgebrochen. Unmittelbar bedroht ist ein – fiktives – Zeltlager von rund 40 Schülern und Betreuungspersonen aus der Gemeinde.

Minuten nach dem Alarm rückte die Feuerwehr Speicher an, bald verstärkt durch die zu Hilfe gerufenen Kameraden aus Trogen. Die Polizei brachte das kantonale Einsatzleitfahrzeug in Position. Es galt zum einen, die Lagerteilnehmenden in Sicherheit und die zahlreichen Verletzten rasch in Behandlung zu bringen. Zum anderen musste das Feuer mit allen Mitteln eingedämmt und bekämpft werden. Die Feuerwehrleute mussten kilometerlang Schläuche verlegen. Wirksame Unterstützung brachte ein Löschhelikopter, der mehrere Wasserabwurfrunden flog und der Einsatzleitung auch eine Erkundung der Lage aus der Luft ermöglichte. Weil die Teilnehmenden des Lagers vom Feuer überrascht worden und in Panik weggerannt waren, gab es diverse «Verletzte» mit Schürfwunden, Quetschungen und Prellungen, Brüchen und Rauchvergiftungen. Viele der Kinder, aber auch die Betreuungspersonen standen supponiert unter Schock. Die Verletzten wurden durch einen Grosseinsatz des Ausserrhoder Rettungsdienstes, tatkräftig unterstützt durch Samariter, geborgen und in einer ersten Phase medizinisch versorgt.

Einsatzleiter gefordert

Das Übungszenario mit dem Verbund der verschiedenen Einsatzorganisationen war eine grosse Herausforderung für den Einsatzleiter der Feuerwehr. Der damit verbundene Gewinn an Erfahrung war ein wichtiges Ziel dieser Bevölkerungsschutz-Einsatzübung. Erst im Zusammenwirken treten wichtige Schnittstellen zutage. Diese zu kennen und zu beherrschen ist Voraussetzung für die optimale Bewältigung eines Ernstfall-Ereignisses dieser Grössenordnung. Wie rasch ein solches Ereignis eintreten kann, hat sich erst kürzlich wieder bei den verheerenden Starkniederschlägen im Appenzeller Hinterland gezeigt.

Entlastung und Unterstützung

Der Gemeindeführungsstab übernahm derweil Aufgaben zur Unterstützung und Entlastung der Einsatzkräfte. Zentrale Themen waren eine Hotline für die Angehörigen, die Betreuung der Betroffenen und Angehörigen, logistische Abklärungen sowie die Medienführung. Ebenfalls getestet wurde ein neu eingerichteter Standort des Stabes. Auch Landammann Hans Diem wohnte der Übung bei und unterstrich damit die Bedeutung solcher Anstrengungen. (kk)

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