Grossprojekt erfordert Geduld

An der Generalversammlung der Appenzeller Bahnen AG steht die geplante Durchmesserlinie im Zentrum. Zudem wird der ehemalige St. Galler Stadtrat Fredy Brunner als neuer Verwaltungsratspräsident gewählt.

Jesko Calderara
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Die Appenzeller Bahnen AG wollen im Herbst mit dem Bau der Durchmesserlinie beginnen. (Bild: Michel Canonica)

Die Appenzeller Bahnen AG wollen im Herbst mit dem Bau der Durchmesserlinie beginnen. (Bild: Michel Canonica)

HERISAU. Die Planungsarbeiten für die Durchmesserlinie (DML) beschäftigten die Verantwortlichen der Appenzeller Bahnen (AB) im vergangenen Geschäftsjahr stark. Mit dem Vorhaben sollen die heute noch getrennten Strecken zwischen St. Gallen– Trogen und St. Gallen–Gais–Appenzell verbunden werden. Bis es allerdings so weit ist, dauert es noch seine Zeit. «Wer erwartet hatte, dass nach der Zustimmung der Kantonsparlamente und der Landsgemeinde zur finanziellen Beteiligung gleich die Bagger auffahren, sah sich getäuscht», sagte AB-Verwaltungsratspräsidentin Anita Dörler am Freitag an der Generalversammlung im Casino Herisau. Nur Detailarbeit führe zum Erfolg. Aufgrund der Komplexität des Projekts und der daraus entstandenen Verzögerungen steht die Plangenehmigungsverfügung des Bundesamts für Verkehr noch aus. Ein erstes Teilprojekt konnte mit der Verlängerung des Perrons der Haltestelle Schützengarten in Speicher um 50 Meter bereits realisiert werden. Die Appenzeller Bahnen seien zuversichtlich, im Herbst mit dem Bau der Durchmesserlinie beginnen zu können, betonte Dörler vor den 282 Aktionen. «Die Inbetriebnahme ist auf Ende 2018 geplant.»

Jans neu im Verwaltungsrat

Als weiteres Traktandum standen Gesamterneuerungswahlen an. Zu einem Wechsel kam es an der Spitze des Bahnunternehmens. Der Vizepräsident des Verwaltungsrates, Fredy Brunner, wurde zum Nachfolger von Anita Dörler gewählt. Die bisherige Verwaltungsratspräsidentin verbleibt jedoch im Gremium. Brunner habe als ehemaliger Stadtrat Erfahrung mit Grossbaustellen wie der DML und die notwendige Zeit für das Amt, begründete Anita Dörler die Rochade. Die Interessen der Stadt St. Gallen im AB-Verwaltungsrat vertritt künftig der neue Stadtrat Peter Jans. Die übrigen Mitglieder Köbi Frei, Andreas Gantenbein, Juan Gut, Thomas Rechsteiner, Dieter Wepf und Clemens Wick wurden für weitere drei Jahre wiedergewählt.

In seinen Ausführungen ging AB-Direktor Thomas Baumgartner auf den letztjährigen Geschäftsgang ein. «Wir konnten ein Wachstum verzeichnen, ohne das Angebot ausgeweitet zu haben.» So stieg die Zahl der beförderten Personen um mehr als ein Prozent auf rund 5,1 Millionen. Trotzdem sank der Verkehrsertrag aufgrund der Verteilschlüssel innerhalb des Ostwind-Verbunds. Die Verkaufsstellen erzielten hingegen höhere Umsätze.

Schwarze Null erwirtschaftet

Unter dem Strich erwirtschafteten die Appenzeller Bahnen 2014 als Betriebsergebnis eine schwarze Null, demgegenüber resultierte im Jahr zuvor noch ein Verlust von 267 000 Franken. Dank des Finanzergebnisses beträgt der diesjährige Unternehmensgewinn rund 236 000 Franken.

Fredy Brunner Neuer Verwaltungsratspräsident Appenzeller Bahnen AG (Bild: apz)

Fredy Brunner Neuer Verwaltungsratspräsident Appenzeller Bahnen AG (Bild: apz)

Peter Jans Designierter Verwaltungsrat Appenzeller Bahnen AG (Bild: Urs Bucher)

Peter Jans Designierter Verwaltungsrat Appenzeller Bahnen AG (Bild: Urs Bucher)