Grosses Interesse für Heimpläne

EBNAT-KAPPEL. Der Gemeinderat und die Heimkommission von Ebnat-Kappel erläuterten an einem Informationsabend, weshalb sie einen Neubau des Alters- und Pflegeheims Wier am heutigen Standort befürworten. Die heutigen Gebäude seien baulich nicht mehr zeitgemäss, hiess es unter anderem.

Martin Knoepfel
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Die Gebäude des Alters- und Pflegeheims Wier (A, B und C, von rechts nach links) sehen von aussen noch gut aus. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Gebäude des Alters- und Pflegeheims Wier (A, B und C, von rechts nach links) sehen von aussen noch gut aus. (Bild: Martin Knoepfel)

Mehr als 100 Personen fanden sich am Montagabend in der Aula des Schulzentrums Wier ein. Thema des Abends war die Information über die Pläne für einen Neubau des Alters- und Pflegeheims (APH) Wier ein. Gemeindepräsident Christian Spoerlé resümierte die Geschichte des APH Wier und wies unter anderem darauf hin, dass schon 1984, zehn Jahre nach der Einweihung, erste Schäden auftraten. 2005 wurde der Kredit für die Erneuerung und Erweiterung des Pflegeheims bewilligt. Die Gesamterneuerung des Altersheims blieb bis heute aus.

Der Gemeinderat gehe davon aus, dass das Altersheim künftig eine untergeordnete Rolle spielen werde, sagte Christian Spoerlé. Diesen Bedarf werde man mit dem Wohnheim Speer abdecken. Wünschenswert seien aber zusätzliche Alterswohnungen nahe des Pflegeheims, deren Bewohner wenn nötig Pflegedienstleistungen beanspruchen könnten. Wenn man heute frei entschiede, würde man das APH Wier nicht mehr am gleichen Ort bauen, sagte Christian Spoerlé. Der Gemeinderat habe viele Standorte und Gebäude geprüft. Einige Gebäude seien ungeeignet. Das Areal des APH Wier gehöre schon der Gemeinde. Gemeinderat und Heimkommission seien klar für einen Ersatz am heutigen Ort.

Viele bauliche Mängel

Der Geschäftsführer und die Leiterin Betreuung und Pflege des APH Wier, Daniel Thoma und Monika Rutz, informierten über die Mängel der heutigen Gebäude und über die Neubaupläne. Das Haus A umfasse zwei Pflegeabteilungen. Je Abteilung gebe es eine Dusche für 16 bis 18 Personen. Zudem seien Viererzimmer vorhanden, die nicht mehr gefragt seien, sagte Monika Rutz. Am grössten seien die Mängel im Haus C. Die Nasszellen seien eng. Mit dem Rollstuhl komme man fast nicht hinein, sagte Monika Rutz unter anderem. Viele Bewohner brauchten für den Gang in den Speisesaal Begleitung, da die Gänge lang und dunkel seien. Es gebe nur Etagenduschen. Die langen Wege verhinderten ein rationelles Arbeiten. Die Lifttüren müsse man von Hand öffnen, was für Rollstuhlfahrer schwierig sei. Im als Altersheim gebauten Haus C leben heute gemäss Monika Rutz auch pflegebedürftige Menschen.

Im Neubau seien vier Pflegeabteilungen für je 22 Personen geplant. Im Parterre werde die Dementenabteilung liegen, sagte Daniel Thoma. Dazu kämen unter anderem Räume für die Aktivierung, ein öffentliches Restaurant und den Empfang. Geplant sei ein geschützter Garten für die dementen Bewohner. Die Pflegeabteilungen erhielten als Standard Einerzimmer mit Nasszellen – Zweierzimmer in der Dementenabteilung – und mit französischen Balkons. Das sind keine richtigen Balkons. Sie haben jedoch hohe Fenster mit Geländern. Direkt neben dem Gebäude mit den Pflegeabteilungen sind rund 20 Alterswohnungen geplant. Für deren Bewohner gibt es unter anderem einen Notruf 24 Stunden am Tag.

Anderer Standort?

Der Sanierungsbedarf im APH war in der Diskussion unbestritten. Mehrere Votanten sprachen sich für den Neubau an Alternativstandorten aus. Für alte, noch mobile Leute sei das APH Wier zu weit weg vom Zentrum und der Weg zu steil. Zudem könnten die Bewohner der Pflegeabteilung nicht vor dem Baulärm flüchten, hiess es. Kritik gab es auch am zu erwartenden Baustellenverkehr.

Zwei Personen plädierten für eine verdichtete Überbauung des Fussballplatzes Gill, weil das Synergien mit der Alterssiedlung erlaube. Gemäss Schulratspräsident Pierre Joseph wird der Platz aber stark genutzt. Auch das Areal des Wohnheims Speer wurde als möglicher Standort genannt. Christian Spoerlé sagte, dass man dieses nicht abbrechen könne, da es geschützt sei. Es sei auch sehr gefragt. Die Wiese dort sei für die Industrie vorgesehen.

Philipp Bleichenbacher Architekt / Partner der Keller Partner Bauberater AG

Philipp Bleichenbacher Architekt / Partner der Keller Partner Bauberater AG