Es ist zu eng: Speicherer Sportvereine wollen grössere Turnhalle

Die Sportvereine in Speicher sehen sich mit engen Platzverhältnissen in den Turnhallen konfrontiert. Sie haben beim Gemeinderat einen Antrag für den Bau einer Dreifachturnhalle eingereicht. Eine erste Aussprache ist angesetzt.

Astrid Zysset
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Von solch grosszügigen Platzverhältnissen träumen die Speicherer Sportvereine. Bild: PD

Von solch grosszügigen Platzverhältnissen träumen die Speicherer Sportvereine. Bild: PD

Die Junioren des FC Speicher trainieren in der alten Kantiturnhalle in Trogen. Notgedrungen. Denn auch dort ist der Platz beengt. «In Speicher würde nur die grössere Halle im Zentralschulhaus ausreichen. Aber die ist voll belegt», sagt Patrick Forrer, Spiko beim FC Speicher. Bis zu 40 Junioren sind in den jeweiligen Juniorenstufen aktiv. Für alle ein geeignetes Training zu bieten, wenn der Hallenplatz knapp ist, ist nicht einfach. Darum trainiert der Badmintonclub in Trogen, Unihockey wird in St. Gallen gespielt. «Die Bindung zu unserem Dorf geht aber so verloren», erklärt Forrer.

Speicher verfügt derzeit über drei Turnhallen: Im Zentralschulhaus gibt es deren zwei, eine kleine und eine grössere. Hinzu kommt noch diejenige beim Buchenschulhaus. Diese gilt jedoch ebenfalls als relativ klein und hat mittlerweile fast 50 Jahre auf dem Buckel. Eine Sanierung ist nicht in Sicht. Alles in allem empfindet Forrer die Turnhallensituation für eine Gemeinde in der Grösse Speichers als unbefriedigend. «Früher war es hier üblich, dass regionale Wettkämpfe oder Turniere ausgetragen wurden. Heute ist das nicht mehr möglich. Abgesehen von den beengten Verhältnissen, gäbe es nicht mal Platz für Zuschauerinnen und Zuschauer.»

Antrag für den Bau einer Dreifachturnhalle

Genug ist genug, fand die innerhalb der Generationenkommission angesiedelte Arbeitsgruppe Sport. Noch im vergangenen Jahr reichte sie zusammen mit Vertretern der Speicherer Sportvereine einen Antrag für den Bau einer Dreifachturnhalle bei der Gemeinde ein. Ende Januar findet eine Aussprache statt. Für Gemeindepräsident Paul König kommt das Anliegen nicht überraschend. Doch ob der Bau einer solchen Dreifachturnhalle realistisch ist, dazu will er sich nicht äussern. «Die Sportvereine haben erst den Wunsch geäussert, mit dem Gemeinderat ins Gespräch zu kommen. Wir wollen nun als Erstes verstehen, was das Anliegen genau ist», so König auf Anfrage. Wie es nach dem Treffen genau weitergehen wird, ist noch offen. Seitens der Gemeinde heisst es lediglich, dass versucht wird, die Erwartungen der Sportvereine mit der strategischen Planung der Gemeinde in Einklang zu bringen.

Bedürfnis schon länger vorhanden

Dass das Bedürfnis nach einer grösseren Halle bei vielen Sportvereinen besteht, wurde vergangenen November beim alljährlichen Vereinstreff deutlich. «Die Hallenproblematik kam schnell zur Sprache», erinnert sich Forrer. Eine Umfrage wurde gestartet. Deren Resultat: 15 Sportvereine in Speicher nutzen eine Turnhalle. Fünf müssen derzeit jedoch auswärts trainieren, da in anderen Gemeinden bessere Platzverhältnisse vorherrschen. So verfügen etwa Trogen, Bühler oder Gais über eine eigene Dreifachturnhalle, Heiden plant aktuell den Bau einer zweiten. «Wir als eine der grössten Gemeinden in Appenzell Ausserrhoden hinken hier hinterher, obwohl in Speicher die Infrastruktur und das Vereinsleben immerzu gelobt werden.»

Die Sportvereine haben schon länger mit der Hallensituation zu kämpfen. Doch warum melden sie sich erst jetzt? «Wir hatten uns wohl mit der Situation arrangiert», so Forrer. «Aber als uns bewusst wurde, dass wir uns alle mit Nachteilen konfrontiert sehen, haben wir uns entschlossen, zu handeln.» Und die Nachteile sind beträchtlich. Die Mieten für die externe Hallennutzung reissen jährlich bis zu einem vierstelligen Betrag in die Vereinskassen.

Hoffnungen auf eine baldige Verbesserung

Forrer gibt zu, dass er mit dem eingereichten Antrag nun Hoffnungen hege, dass sich die Situation verbessert. Profitieren würden davon auch die Schulen. «Wir versuchen einfach, etwas zu bewegen. Wenn es nicht klappt, können wir uns zumindest nicht vorwerfen, wir hätten es nicht versucht.»