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Grosser Andrang: Viele Herisauer wollen eine Scheibe Mammutbaum haben

Am Montagmorgen stehen die Leute Schlange, um ein Stück der gefällten Herisauer Mammutbäume zu erlangen. Einige Herisauer verbindet eine Geschichte mit den einst mächtigen Gewächsen.
Yann Lengacher
Heute morgen konnten Interessierte eine Scheibe der gefällten Mammutbäume abholen. (Bild: Yann Lengacher)

Heute morgen konnten Interessierte eine Scheibe der gefällten Mammutbäume abholen. (Bild: Yann Lengacher)

Montagmorgen, 8 Uhr: An der Oberdorfstrasse in Herisau herrscht bereits reger Betrieb. Rund 30 Personen finden sich in der Nähe des Ortes ein, wo bis letzten Donnerstag zwei Mammutbäume standen. Auch Leo Rechsteiner ist vor Ort. Seit er denken könne, lebe er in Herisau - 84 Jahre seien es. Gewohnt habe er lange Zeit in einem Haus, das nur wenige Meter von den zwei Mammutbäumen entfernt gestanden und sich auf dem heutigen Migros-Areal befunden habe. Rechsteiner ist mit den Bäumen aufgewachsen, der ältere der zwei Mammutbäume stand bei seiner Geburt schon gut 66 Jahre. Der Herisauer erinnert sich, wie man diesem Baum schon vor langer Zeit das Ende prophezeit hat: «Es hiess immer, dass der Baum krank sein muss, weil er so schräg stehe. Wenn ich mir heute den Querschnitt des Stammes anschaue sieht man, dass der Baum tatsächlich gesund war.»

Auch Rechsteiner ist hier, um ein "Rädli" seines ehemaligen Nachbarn zu ergattern.« Meine Frau möchte es als Unterlage für ein Blumengesteck verwenden», sagt er. Die Fällung der beiden Mammutbäume haben in ihm gemischte Gefühle geweckt: «Klar ist es schade, dass die Bäume nicht mehr sind. Aber vielleicht muss manchmal Altes weichen, damit Neues entstehen kann.»

Die Bäume, die nicht ins Konzept passten

Wie Leo Rechsteiner lebt das Ehepaar Werner und Elsbeth Lauchenauer schon lange in Herisau. Auch sie wollen ein Stück Herisauer Geschichte mit nach Hause nehmen, wie sie sagen. Die zwei Mammutbäume gehörten für sie zu Herisau. Dass man den Baum gefällt hat, ist für Werner Lauchenauer schwer zu verstehen. Er sagt:

«Die Bäume haben einfach nicht in das Konzept für den Neubau gepasst. Da mussten sie halt weg. Schade, dass man auf die Bäume nicht Rücksicht nehmen konnte.»

Werner Lauchenauer findet es bedauernswert, dass mit den Bäumen «zwei weitere grüne Flecken» aus dem Ortsbild verschwinden. Mit ihrem Stück Mammutbaum möchte Elsbeth Lauchenauer ein Tischchen herstellen. Eine andere Anwohnerin, die von ihrem Balkon aus eine Aussicht auf die zwei Bäume hatte, konnte sich ebenfalls ein Scheibe des Baums sichern. Es sei der Blick auf die Bäume gewesen, der ihr einen speziellen Bezug zu diesen gegeben habe. Als sie hörte, dass Stücke des Baumes verteilt würden, sei für sie klar gewesen, dass sie ein solches haben muss. Bei ihr soll die Baumscheibe künftig als schmucke Unterlage für kalte Platten dienen. Neben dem Holz waren für einen Mann auch die Zapfen interessant. Damit will er auf einem Grundstück neue Mammutbäume anpflanzen.

Nicht nur alteingesessene Herisauer wollen ein Stück der Mammutbäume haben. Eine Mutter ist mit ihren zwei Töchtern vorbeigekommen. Die Kinder wollen aus ihrer Scheibe ein Unterlagsbrettchen mit eingebrannten Mustern herstellen.

Für Interessenten werden Teile des Mammutbaums in Scheiben geschnitten. Bild: yalFür Interessenten werden Teile des Mammutbaums in Scheiben geschnitten. Bild: yal
Anschliessend werden die geschnittenen Scheiben verteilt. Bild: yalAnschliessend werden die geschnittenen Scheiben verteilt. Bild: yal
Anschliessend werden die geschnittenen Scheiben verteilt. Bild: yalAnschliessend werden die geschnittenen Scheiben verteilt. Bild: yal
Anschliessend werden die geschnittenen Scheiben verteilt. Bild: yalAnschliessend werden die geschnittenen Scheiben verteilt. Bild: yal
Anschliessend werden die geschnittenen Scheiben verteilt. Bild: yalAnschliessend werden die geschnittenen Scheiben verteilt. Bild: yal
Manche Interessenten haben im Vorhinein grösser Teile der Mammutbäume reserviert. Bild: yalManche Interessenten haben im Vorhinein grösser Teile der Mammutbäume reserviert. Bild: yal
Manche Interessenten haben im Vorhinein grösser Teile der Mammutbäume reserviert. Bild: yalManche Interessenten haben im Vorhinein grösser Teile der Mammutbäume reserviert. Bild: yal
Rund 30 Personen wollen eine Scheibe Mammutbaum ergattern. Bild: yalRund 30 Personen wollen eine Scheibe Mammutbaum ergattern. Bild: yal
Rund 30 Personen wollen eine Scheibe Mammutbaum ergattern. Bild: yalRund 30 Personen wollen eine Scheibe Mammutbaum ergattern. Bild: yal
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In Herisau werden die Mammutbäume zer- und verteilt

Es hat wohl nicht genug für alle

Bevor die Interessenten etwas vom Mammutbaum erhalten, werden grössere Teile auf einen Anhänger verladen. Verschiedene Schreinereien haben sich vorab Teile des Baumes reserviert. Wer nur eine Scheibe der Bäume wollte, hätte sich diese ursprünglich reservieren lassen müssen. Aufgrund der Nachfrage entschied man sich aber, auch Scheiben an unangemeldete Besucher abzugeben. «Wahrscheinlich wird es nicht genug für alle haben, es hat solange es hat», sagt Elias Widmer von der Swiss Tracked Forwarder GmbH (STF), welche die Verteilung am Montagmorgen überwachte.

Wie man die Mammutbaum-Scheibe vor Rissen bewahrt

Damit in der Mammutbaum-Scheibe möglichst keine Risse entstehen, gibt Elias Widmer von der STF folgende Tipps: Lohnen könne sich, ein Loch mit einem Durchmesser von etwa 6 Millimeter in den Kern der Scheibe zu bohren. Wegen des Wasserverlusts und dem damit verbundenen Schrumpfen der Scheibe könnten sich Risse darin bilden. Damit die Farbe des Holzes möglichst lange erhalten bleibe, solle dieses nicht zu starkem Sonnenlicht ausgesetzt sein. Auch könne es sich lohnen, die Scheibe mit einem Holzöl aus dem Baumarkt einzureiben. Alle diese Massnahmen würden aber nicht garantieren, dass die Scheibe vor Rissen und Verfärbungen verschont bleibt.

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