Grosse Themen auf dem Podium

TEUFEN. An der Podiumsdiskussion zu den Regierungsratswahlen finden die drei Kandidierenden völlig unterschiedliche Antworten auf dieselben Fragen. Den Schwerpunkt bildet der Wirtschafts- und Wohnstandort Appenzell Ausserrhoden.

Johannes Wey
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Angeregte Diskussionen zwischen den drei Kandidierenden, moderiert von Roger Fuchs (rechts). (Bilder: Martina Basista)

Angeregte Diskussionen zwischen den drei Kandidierenden, moderiert von Roger Fuchs (rechts). (Bilder: Martina Basista)

Wie zieht man junge Familien an? Wie lässt sich der Brain-Drain, die Abwanderung der gut Ausgebildeten, stoppen? Und welche Rahmenbedingungen braucht das hiesige Gewerbe? Das erste von zwei Podien der Appenzeller Zeitung zu den Regierungsratswahlen stand am Mittwoch im Teufner Lindensaal ganz im Zeichen des Wirtschafts- und Wohnstandorts Appenzell Ausserrhoden. Der Stellvertretende Chefredaktor Roger Fuchs moderierte und wollte von den drei Kandidierenden Inge Schmid (SVP), Samuel Büechi (Grünes Appenzellerland) und Paul Signer (FDP) Antworten auf diese Fragen hören.

Verlust an Jungen stoppen

«Wir müssen für junge Menschen attraktiver werden, für alte sind wir es schon», konstatierte Inge Schmid. Ihr Rezept: «Wir müssen unsere Werte wieder mehr nach aussen tragen.» Paul Signer ortete die Ursachen für Brain-Drain und Überalterung darin, dass die Jungen für die Ausbildung das Appenzellerland verlassen müssen. «Ich selbst überlegte mir in jungen Jahren auch, ob ich im Kanton Zürich bleiben soll. Wegen meiner Frau bin ich dann wieder zurückgekommen.» Samuel Büechi hingegen ist davon überzeugt, dass die fehlende Transparenz im hiesigen politischen System zur Abwanderung Intellektueller beitrage und bekräftigte einmal mehr die These, wonach Ausserrhoden für Junge ohnehin zu den unattraktiven Kantonen gehöre.

Was für ein Programm?

Nachdem dieser Problemkreis definiert war, wollte Fuchs von den Kandidierenden wissen, welche Konsequenzen dies für das Regierungsprogramm haben muss. Signer definierte drei Handlungsfelder, wo nachgebessert werden müsse: Die Stärkung des Wirtschaftsstandorts, der Attraktivität für Familien und des öffentlichen Verkehrs, «damit man auch hier wohnen kann, wenn man anderswo arbeitet». Schmid setzte sich dafür ein, dass das Regierungsprogramm nicht auf den Kopf gestellt werde. «An den jetzigen Schwerpunkten müssen wir festhalten. Büechi hingegen möchte tiefer gehen: «Wir müssen uns die grundsätzliche Frage stellen, ob wir weiterhin von unserer <Mutter> St. Gallen und unserer <Schwester> Innerrhoden abgeschnitten sein wollen. Historisch sind wir alles St. Galler.»

Im Hinblick auf die ins Haus stehende Aufgabenverzichtsplanung wollte Roger Fuchs wissen, wo die Kandidierenden im Falle einer Wahl noch Sparpotenzial sehen. Inge Schmid will «jede Ausgabenposition anschauen» und neu beurteilen. Doch vor allem auf der Einnahmenseite müsse sich durch Bevölkerungszuwachs etwas ändern. Paul Signer verwies auf seine Erfahrung aus dem Wechsel vom Einwohnerrat ins Gemeindepräsidium: Von aussen seien solche Aussagen sehr viel einfacher. Deshalb wollte er sich nicht auf eine Antwort festlegen. Samuel Büechi führte an, dass sich allerdings durch engere Zusammenarbeit zwischen den Departementen noch Synergien nutzen liessen.

Samuel Büechi (Bild: Martina Basista)

Samuel Büechi (Bild: Martina Basista)

Inge Schmid (Bild: Martina Basista)

Inge Schmid (Bild: Martina Basista)

Paul Signer (Bild: Martina Basista)

Paul Signer (Bild: Martina Basista)