Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Was vor 14 Jahren als «Weinidee» begann, trägt heute reiche Früchte

Im Rebberg am Gupfen in Walzenhausen pflegen sieben Hobbywinzer gemeinschaftlich ihre 1500 Rebstöcke. Dieses Jahr fällt der Ertrag sowohl mengenmässig als auch qualitativ besonders gut aus.
Karin Erni

Den Namen Walzenhausen bringt wohl kaum jemand mit Weinproduktion in Verbindung. Das war indes nicht immer so. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in der Vorderländer Gemeinde noch 22 Rebberge. Sie wurden aber um 1900 alle wegen der damals grassierenden Reblausplage stillgelegt. Der letzte Standort, der aufgegeben wurde, war der Gupfen, im Weiler Leuchen. Dieser wurde vom Verein «Rebberg am Gupfen» im Jahr 2004 reaktiviert.

Die Idee dazu hatten sechs Walzenhausener in weinseliger Feststimmung. Aus Worten wurden schnell Taten. Schon am nächsten Tag hätten sie den Südhang am Gupfen inspiziert, erinnert sich Walter Ziegler. Er ist Präsident des Vereins. Dieser kaufte einen Teil des benötigten Landes, ein weiterer Teil ist dazugepachtet. Als erstes musste das steile Gelände, das während Jahrzehnten nur noch als Viehweide genutzt worden war, wieder terrassiert und mit Pfählen und Drähten versehen werden. Anschliessend wurden neue Reben gepflanzt. Mit 600 Stöcken hat die weisse Sorte Kerner den grössten Anteil an der Rebfläche. Es handelt sich dabei um eine Züchtung aus der Riesling-Traube mit aromatischem Bukett. Sie treibt spät aus und entgeht daher den gefährlichen Frühfrösten. Je 450 Rebstöcke gehören zu den Sorten Pinot Noir und Merlot. Die beiden roten Trauben werden einzeln ausgebaut und als Assemblage abgefüllt.

Viel Arbeit und viel Freude im Rebberg

Der Verein besteht aus sieben Mitgliedern. Neumitglieder werden nur nach eingehender Prüfung aufgenommen. Der einzige, der das Prozedere bisher durchgemacht hat, ist Othmar Krapf. Er musste ein Jahr lang «in die Lehre gehen» und Fronarbeit leisten, bis er als Vereinsmitglied akzeptiert wurde. Arbeit gibt es im Weinberg mehr als genug. Jedes Mitglied hat einen Bereich, für den es persönlich verantwortlich ist. Vom Frühjahr an müssen Triebe geschnitten und aufgebunden sowie Gras und Unkraut zwischen den Stöcken gemäht werden. «Wir lassen pro Quadratmeter circa 700 Gramm Trauben stehen, der Rest wird ausgeschnitten», sagt Walter Ziegler. So kann eine gute Qualität erreicht werden, obwohl die Reben aufgrund der Höhenlage entwicklungsmässig drei bis vier Wochen im Verzug sind. Gegen Vogelfrass werden moderne vertikale Schutznetze gespannt. Nach der Traubenernte im Oktober kehrt für einige Monate Ruhe im Rebberg ein.

Derzeit ist der Wimmet auf dem Gupfen noch im Gang. Eine Rekordernte von 1367 Kilogramm der weissen Kernertrauben ist bereits abgepresst und liegt im Fass beim Kelterbetrieb Schmid Wetli AG in Berneck. Am 5. Oktober wurde die Sorte Pinot Noir geerntet. Wegen des warmen und trockenen Wetters hat auch sie sich gut entwickelt. Jede Traube wird genau kontrolliert, bevor sie in die Presse geht. Doch kaum eine Beere muss weggeworfen werden. Beim Wägen zeigt die Waage 864 Kilo an. Jedes Kilo Trauben ergibt etwa eine 7-dl-Flasche Wein. Jubel bricht bei den Männern aus, als die amtliche Prüferin den Oechslegrad bekannt gibt. «103 – soviel hatten wir noch nie», freut sich Othmar Krapf, der für den Verkauf zuständig ist. Nun warten noch die Merlot-Trauben auf die Verarbeitung. Sie sollen aber noch möglichst lange hängen und vom schönen Herbstwetter profitieren können.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.