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Eine Ausserrhoder Firma ist gross im Geschäft mit Airbnb

Hinter Startup-Firmen steckt in der Regel eine gute Idee, gepaart mit wenig Geld. Meist haben diese Unternehmen ihren Standort in wirtschaftlichen Ballungszentren. Es gibt aber auch Ausnahmen.
Karin Erni
Firmenmitbegründer Patrick Degen hat sein Büro in Trogen. (Bild: Karin Erni)

Firmenmitbegründer Patrick Degen hat sein Büro in Trogen. (Bild: Karin Erni)

Die Firma GuestReady wurde vor knapp drei Jahren von den HSG-Absolventen Alexander Limpert, Patrick Degen und Christian Mischler gegründet und hat ihren Sitz in Trogen. Das Startup verwaltet Zimmer und Wohnungen, die auf Buchungsplattformen wie Airbnb oder Booking.com vermietet werden. Dank grosszügigen Investoren konnte das Unternehmen rasant wachsen und hat heute bereits 110 Mitarbeiter. Nur einer davon arbeitet allerdings in der Schweiz. Es ist Patrick Degen, einer der Gründer und als CFO zuständig für die Finanzen. Guestready ist nicht die erste Firma des 35-Jährigen. Bereits während des Betriebswirtschaftsstudiums in St. Gallen hat er mit Christian Mischler eine Lehrmittelfirma gegründet und zu einem der erfolgreichsten Verlagen im Bildungsbereich der Schweiz ausgebaut. Für Guestready stiess dann auch Co-Gründer Alexander Limpert zu den beiden Jungunternehmern.

Auf Reisen eine neue Geschäftidee gefunden

Die drei Studienkollegen waren damals oft unterwegs und übernachteten dabei aus Kostengründen in Airbnb-Unterkünften. «Wir stellten fest, dass Zimmer- und Wohnungen von privaten Vermietern für Geschäftsreisende eher ungeeignet waren, weil sie meist einen zu persönlichen und lokalen Touch hatten.» Den drei schwebte eine einheitlichere Gestaltung und Einrichtung der Objekte vor. «Unsere Idee war, normale Wohnimmobilien in erstklassige Unterkünfte zu verwandeln», sagt Patrick Degen. «Das bringt eine bessere Auslastung der Objekte und ist auch zunehmend interessant für leerstehende Wohnungen, da der Immobilienbesitzer damit eine bessere Rendite erwirtschaften kann.» Airbnb wird oft als Rivale von Hotels bezeichnet. Mittlerweile ist es gemäss Degen so, dass diese auch auf den Zug aufspringen wollen. So versuchten einige grosse Hotelketten unter einem neuen Label in das Vermietungsgeschäft zu investieren. Solche Geschäftsmodelle sind aber umstritten. Airbnb wird beispielsweise vorgeworfen, Verringerung von Wohnraum und störenden Andrang von Touristen in ruhigen Wohnvierteln zu fördern. Folge ist eine zunehmende Regulation, so dass Wohnungen in manchen Grossstädten nur befristet kurzfristig vermietet werden dürfen.

Geschäft von der Pike auf gelernt

Guestready startete mit einigen wenigen Wohnungen in London. «Am Anfang mussten wir alles selber machen und haben dort sogar eigenhändig geputzt», sagt Patrick Degen. Dadurch hätten sie das Geschäft von der Pike auf gelernt und gesehen worauf man bei der Vermietung achten muss. Es folgten Objekte in weiteren Metropolen der Welt. Mittlerweile haben sie bereits über 1000 Objekte unter Vertrag genommen. Parallel zu den Wohnungsakquisitionen entwickelten die Jungunternehmer eine Softwarelösung zur Verwaltung der Objekte, der Gästekoordination und des Conciergeservice. «Das Vermietungsgeschäft wird erst richtig interessant, wenn man es skalieren, das heisst auf viele Objekte ausdehnen kann», sagt Patrick Degen. Zu diesem Zweck hätten sie auch eine App entwickelt, über die beispielsweise das Putzpersonal aufgeboten und kontrolliert werden kann. Als weiterer Effekt konnten Kosten gespart und die Gästezufriedenheit gesteigert werden. Weil die Informatik so wichtig ist, besteht ein Grossteil der festen Mitarbeitenden von Guestready aus IT-Programmierern, welche die Software weiterentwickeln.

Namhafte Geldgeber gefunden

Um so schnell zu wachsen und zu expandieren, brauchen junge Firmen vor allem Geld. Zu den Risikokapitalgebern von Guestready gehören bekannte Namen wie Swiss Founders Fund, Senn & Partner und Fortimo aus der Ostschweiz. Zu den ausländischen Investoren gehören nebst institutionellen Risikokapitalgebern auch der «lastminute.com»-Gründer Fabio Cannavale oder der Milliardär und FC Chelsea-Besitzer Roman Abramovich. In drei Finanzierungsrunden sind dem Startup mehrere Millionen an Kapital zugeflossen. Das Umsatzziel für dieses Jahr beträgt 25 Millionen Franken.

Mithilfe der Softwarelösung könne man jetzt noch schneller wachsen und kleinere Vermieterfirmen übernehmen, die eine kritische Grösse erreicht haben, sagt Degen.

«Irgendwann kommt man an die Grenze wo man nicht mehr alles selbst machen kann und braucht eine professionelle Infrastruktur.»

Mit sich selber gehen die Firmengründer sparsam um. «Wir wollen nicht unseren Lebensstandard hochfahren. Statt in teuren Wohnungen zu wohnen und chice Autos fahren, stecken wir das Geld lieber in die Firma.» So lebt Alexander Limpert noch immer in einer WG in London. Patrick Degen und Christian Mischler investieren auch privat in Startups und sind mit ihrem Swiss Founders Fund an über 20 Startups in Europa und Asien beteiligt.

Steuergünstigkeit sei übrigens kein Grund, warum die Firma ihren Sitz in Trogen hat, sagt Patrick Degen. «Es ist reiner Zufall, wir haben das Büro hier günstig mieten können. Steuern sind kein Thema, denn derzeit schreibt die Firma noch keine Gewinne.»

www.guestready.com

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