Grösste Sandinsel erkundet

Franziska Huber, freie Mitarbeiterin des Toggenburger Tagblatts, absolviert einen neunwöchigen Sprachaufenthalt in Noosa. Von der Ostküste Australiens berichtet sie über ihre Erlebnisse und Eindrücke in Down Under.

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Das mächtige Maheno Wrack lässt in einem ein «Fluch der Karibik-Gefühl» hochkommen. (Bilder: Franziska Huber)

Das mächtige Maheno Wrack lässt in einem ein «Fluch der Karibik-Gefühl» hochkommen. (Bilder: Franziska Huber)

Franziska Huber, freie Mitarbeiterin des Toggenburger Tagblatts, absolviert einen neunwöchigen Sprachaufenthalt in Noosa. Von der Ostküste Australiens berichtet sie über ihre Erlebnisse und Eindrücke in Down Under.

Die Aborigines nannten sie «K'gari», was so viel wie «Paradies» bedeutet. Die Insel gehört seit 1992 zum Unesco-Weltnaturerbe und ist ein Muss für jeden Australien-Reisenden. So entschied auch ich mich zu einem zweitägigen Trip nach Fraser Island.

Gefährliche Inselbewohner

Bereits um fünf Uhr in der Früh war Tagwache angesagt. An unserem Treffpunkt in Noosa bestiegen wir den geländegängigen Jeep und brachen auf ins Fahrvergnügen. Mit durchschnittlich achtzig Stundenkilometern fuhren wir – drei französische Studienkollegen, zwei britische Cousinen, ein Neuseeländer, zwei Schweizerinnen und ein echter australischer Reiseleiter – entlang der endlosen Strände der Ostküste Australiens. Von Rainbow Beach brachte uns eine Fähre nach Fraser Island, der grössten Sandinsel der Welt. Fraser Island ist rund 125 Kilometer lang und 15 Kilometer breit.

Als wir auf der Insel Fuss gefasst hatten, erblickten wir kilometerlange Sandstrände, die menschenleer waren. Blickte man in das glasklare, türkisblaue Meerwasser, möchte man sich sofort in die Fluten stürzen. Doch auch das Paradies hat seine Tücken: An der Küste von Fraser Island wimmelt es von Haien. Empfangen wurden wir von einem Dingo, einem weiteren gefährlichen Inselbewohner, von dem uns alle gewarnt hatten. Die wilden Hunde sollen sehr aggressiv sein. Doch das Exemplar, welches an uns vorbei schlich, hat sich nach ein paar neugierigen Blicken wieder abgewandt.

Spannende Entdeckungstour

Obwohl Petrus am Ankunftstag nicht auf unserer Seite war, wagten die meisten unserer Reisegruppe den Sprung ins kalte Nass des Eli Creek. An diesem Frischwasserbach, in dem kristallklares Wasser direkt zum Meer fliesst, konnten wir zudem unsere Flaschen mit über hundert Jahre altem Wasser füllen. Unser zweites Etappenziel war das Maheno Shipwreck. Das Maheno ist ein Wrack eines alten Luxusliners, der 1935 infolge eines Sturms hier auf Grund lief. Unser Reiseleiter, welcher Landschaftsarchitektur und Kultivierung studiert hatte, konnte die international zusammengesetzte Gruppe nicht nur mit seinem Wissen, sondern auch mit seinem begeisternden Wesen in seinen Bann ziehen. Am Morgen unseres zweiten Tages wurden wir von Sonnenstrahlen geweckt und brachen auf zum Lake Wabby, dem tiefsten See der Insel, der auf einer Seite von einer riesigen Sanddüne, auf der anderen Seite von Regenwald umgeben ist. Durch diesen Dschungel spazierten wir entlang des Pile Valley.

Wunderschöne Süsswasserseen

Dank der über 200 Seen bietet Fraser Island unzählige Möglichkeiten zum Süsswasserbaden – so beispielsweise auch den Lake Birrabeen. Schneeweisser Sandstrand und kristallklares Wasser – der Anblick dieses Naturwunders raubte mir den Atem. Nicht nur das, der Sand ist so fein, dass wir damit unseren angelaufenen Schmuck reinigen konnten. Die Schönheit der Insel ist unmöglich mit Worten zu beschreiben und auf Fotos festzuhalten. Das «Paradies» selber zu erleben war einmalig und einzigartig.

Franziska Huber