Grössere Zimmer und familiäres Wohnkonzept

Die erste Bauetappe des Neubaus des Alters- und Pflegeheims Brunnadern ist beinahe abgeschlossen. Zweibettzimmer gehören bald der Vergangenheit an. Eine gute Infrastruktur und ein gelungenes Wohnbaukonzept erleichtern Betagten das Leben und Betreuenden die Arbeit.

Lisa Leisi
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BRUNNADERN. Die erste Wohngruppe mit dem Namen «Wasserfluh» ist umgezogen. Die zweite von fünf mit dem Namen «Furth» kommt als nächste dran. Die Betagten können sich freuen, denn die neuen ausnahmslos Einerzimmer sind grösser und wohnlicher. Weiter beinhalten sie rollstuhlgängig eine Dusche mit WC und Lavabo. Bisher mussten pro Abteilung ein bis zwei sanitäre Anlagen geteilt werden. Der Lift ist für Rollstuhlfahrer leicht bedienbar.

Möglichkeit zur Besichtigung

Letzten Samstag hat das jährliche Sommerfest stattgefunden. Am Morgen hat das Trachtenchörli Oberhelfenschwil und am Nachmittag die Ländlerkapelle André Berlinger Bewohner und Besucher musikalisch unterhalten. Auch für Speis und Trank ist gesorgt worden. Immer wieder hat Hausleiter Anton Hirschi Interessierte durch die neuen Räume geführt. Ihn freue besonders die gute Infrastruktur mit dem gelungenen Wohnbaukonzept. Dies sei der guten Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Architekten zu verdanken. Aber auch er konnte gleichwertig bei der Projektierung und Ausführung mitreden.

Wohnliche Atmosphäre

Der Neubau des Alters- und Pflegeheims Brunnadern bietet einiges an zweckmässigen Verbesserungen. Es wurde darauf geachtet, dass die bis 15 Personen umfassenden Wohngruppen familienähnliche Bedingungen vorfinden. So sind der Ess- und Aufenthaltsraum sowie der Gemeinschaftsraum gleich nebeneinander, offen zugänglich und zentral gelegen. Integriert ist eine offene Küche. Wer mag und kann, darf jederzeit mithelfen bei kleineren Arbeiten, wie etwa bei der Zubereitung der Morgen- und Abendmahlzeiten. Neben einem grossen Balkon gehört eine Wäscherei zu jeder Wohneinheit. Dort wirkt die Hauswirtschafterin, die gleichzeitig für die Reinigung der Zimmer zuständig ist. Das Pflegeteam erledigt Büroarbeiten zentral, vom gemeinsamen Wohnraum nur durch eine thekenähnliche Abtrennung begrenzt. Auf diese Weise sind vielfältige Kontakte der Bewohner mit allen Mitarbeitern möglich. Die Betreuung ergänzen zwei Alltagsgestalterinnen. Diese leiten die Bewohner bei kleineren Arbeiten an und sorgen für weitere Beschäftigungen. Es wird auf möglichst konstante Bezugspersonen geachtet. Beim ganzen Konzept für den Neubau habe die Baukommission nach neusten Erkenntnissen auf eine wohnliche Atmosphäre geachtet, betont Anton Hirschi. Dazu tragen auch verschieden farbige Wände und reinigungsfreundliche Teppiche oder Parkettböden in den Zimmern bei.

Neu- und Ausbau

«Grosser Sanierungsbedarf bei technischen Installationen machten genauso einen Neubau nötig, wie der Standard der Zimmer, der nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprach», sagt Anton Hirschi. Nun ist die erste Bauetappe realisiert. Im August wird der alte Pflegetrakt inklusive Lift und Treppenhaus abgebrochen und bis im kommenden Jahr durch einen weiteren Anbau ersetzt.

Es wird nicht mehr zwischen Alters- und Pflegeheim-Zimmern unterschieden. Wird ein Senior pflegebedürftig, kann er in Zukunft in seinem angestammten Zimmer bleiben. Zudem wird es eine Dementen-Wohngruppe geben. Bisher standen 64 Betten, neu 68 zur Verfügung.

Spitex bekommt mehr Raum

Der verbleibende Altbau wird neuen Nutzungen angepasst. So wird die Spitex Neckertal dort einziehen. An der Dorfstrasse 30 seien die Platzverhältnisse seit der Zusammenlegung mit den Gemeinden Hemberg, Oberhelfenschwil und Schönengrund sehr eng, erläuterte Spitexleiter Ruedi Flotron.

In den zwei Stockwerken oberhalb der Spitex werden in Zukunft 11/2- bis Zweizimmer-Wohnungen für betreutes Wohnen angeboten. Schliesslich ist auch noch vorgesehen, nach dem Abschluss der Neubauten die Cafeteria und den Speisesaal ebenfalls sanft zu renovieren.

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