Grössere Gemeinschaft pflegen

Am Sonntag errichtete Bischof Markus Büchel die Seelsorgeeinheit Neutoggenburg mit sieben Pfarreien. Der freudige und farbige Festgottesdienst betonte die Bereitschaft, miteinander auf den Weg zu gehen.

Cecilia Hess-Lombriser
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Wegweisendes Zusammen.

Wegweisendes Zusammen.

TOGGENBURG/WATTWIL. Die neue, schlichte weisse Fahne der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg, versehen mit einer blauen Taube und sieben (Mittel-)Punkten, auch zu verstehen als die sieben Gaben des Heiligen Geistes, flatterte vor der Kirche im Wind. Sie signalisierte neues Leben und Bewegung. Bewegt haben sich in den vergangenen zwei Jahren Menschen, die zur neu errichteten Seelsorgeeinheit Neutoggenburg gehören, als sie sie vorbereiteten. Bewegen müssen sich in Zukunft auch die Gläubigen. Das vierköpfige Pastoralteam ist zuständig für die Pfarreien Wattwil, Ricken, Lichtensteig, Hemberg, Oberhelfenschwil, Mogelsberg und St. Peterzell.

Chancen nutzen

Beim grossen Einzug mit Bischof Markus trugen Vertreterinnen und Vertreter aller Pfarreien einen Krug Wasser aus ihren Dörfern mit. Sie leerten es später in eine Schale. Mit dem vermischten Wasser besprengte der Bischof die vielen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Das Wasser als Symbol für die Taufe und für das Leben. Die Chance, die neuen Möglichkeiten und die Erweiterung der Glaubensgemeinschaft standen im Mittelpunkt der Aussagen und der Predigt. Talente sollen sinnbringend und gewinnbringend eingebracht, Ressourcen und Angebote gemeinsam genutzt werden. Wie Franz Kreissl, Leiter Pastoralamt des Bistums St. Gallen sagte, ist die Bildung von Seelsorgeeinheiten die Antwort auf die Herausforderungen und Veränderungen der Kirche vor Ort. Der Priester- und Personalmangel ist ein Stichwort. Franz Kreissl verlas im Auftrag des Bischofs das Dekret, die Verordnung, für die Seelsorgeeinheit Neutoggenburg und die damit verbundenen Aufgaben.

Für Pfarrer Andreas Schönenberger, der die Hauptverantwortung für das Pastoralteam trägt, gab es ein eigenes Dekret. Mit einer Geschichte, die von Wein und Wasser handelte, betonte Bischof Markus das Fest des Glaubens.

Voneinander profitieren

Das Ziel sei, aus dem Geist der Auferstehung immer tiefer in das Geheimnis hineinzuwachsen und Glauben und Leben miteinander zu teilen. «Menschen sollen Verantwortung übernehmen und ihr Leben und ihre Fähigkeiten für andere zur Verfügung stellen. Gott ist der Sinn des Glaubens, und Gott ist der Sinn in der Seelsorgeeinheit», sagte er. Man dürfe in dieser Gemeinschaft voneinander profitieren. «Der Glaube verbindet.» Profitieren durften alle Feiernden von den Stimmen des Kirchenchores Wattwil unter der Leitung von Brigitte Scheiwiller und der Chorgemeinschaft Lichtensteig-Oberhelfenschwil unter der Leitung von Max Heinz, der auch die Orgel spielte. Am Altar wurde die Glaubens-, Arbeits- und Lebensgemeinschaft der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg sichtbar. Ministrantinnen und Ministranten aus den verschiedenen Pfarreien leisteten ihren Dienst, das Pastoralteam mit Pfarrer Andreas Schönenberger, Kaplan Fridolin Weder, Pastoralassistent Ottmar Hetzel und Mathias Ress, Katechet im Hauptamt, übernahmen Aufgaben im Festgottesdienst. Cornel Huber, seit kurzem Pfarrer im Ruhestand und weiterhin Mitarbeiter, las das Evangelium, wo es hiess: «Der Geist ist es, der lebendig macht», und auch Peter Imholz, Pfarrer im Ruhestand, bezeugte mit seiner Anwesenheit die Bereitschaft, weiterhin im Dienste der Kirche zu stehen. Die Kinder durften Kerzen in farbigen Gläsern nach vorne bringen und stellvertretend für die Gläubigen ein Zeichen setzen. Am Sonntag wurde auch die neue Homepage www.neutoggenburg.ch aufgeschaltet. Nach dem Gottesdienst gab es ein lockeres Fest auf dem Kirchplatz. Alle Pfarreien hatten Spezialitäten mitgebracht. Es wurde geteilt: Das Essen und die Gespräche.

Aus allen Pfarreien floss Wasser in ein und dasselbe Gefäss.

Aus allen Pfarreien floss Wasser in ein und dasselbe Gefäss.

Bischof Markus Büchel segnete das Wasser, mit dem er die Gläubigen besprengte. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

Bischof Markus Büchel segnete das Wasser, mit dem er die Gläubigen besprengte. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)