«Grippe kam einen Monat früher»

Nachgefragt

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Die Grippe grassiert auch im Toggenburg. Daniel Nützi, Hausarzt in Lichtensteig und Amtsarzt, sagt, was man tun kann, wenn man die Grippe erwischt hat, und wie man sich vor einer Infektion mit dem Virus schützen kann.

Herr Nützi, ist es ratsam, sich jetzt noch gegen die Grippe impfen zu lassen, wenn man das bisher versäumt hat?

Daniel Nützi: Es lohnt sich schon noch. Vom Zeitpunkt der Impfung dauert es etwa zehn Tage, bis der Schutz da ist.

Sollte man Medikamente nehmen, wenn man die Grippe erwischt hat, oder sie mit Bettruhe auskurieren?

Bettruhe ist sinnvoll. Dazu sollte man viel trinken und fiebersenkende Massnahmen ergreifen. Einfache Mittel reichen. Wenn die Krankheit nach vier oder fünf Tagen nicht verschwunden ist oder wenn noch andere Symptome auftauchen, sollte man zum Hausarzt gehen. Er kann abklären, ob eine reine Grippe oder eine Mischinfektion vorliegt, die anders behandelt werden muss. Risikopatienten sollten schon früher den Arzt aufsuchen.

Welche Personen zählen zu den Risikopatienten?

Als Risikopatienten gelten Personen mit Zuckerkrankheit oder einer Herzkrankheit. Dazu kommen Personen, die unter Bluthochdruck leiden oder die einen Schlaganfall gehabt haben sowie Säuglinge und Jugendliche.

Ist die Grippe dieses Jahr im Toggenburg häufiger oder virulenter als sonst?

Ich habe nicht den Eindruck, dass das der Fall ist. Die Grippe kam dieses Jahr aber einen Monat früher als sonst. Meist tritt die Grippewelle Mitte Januar auf. Diesmal kam sie schon Mitte Dezember. Sie fällt deshalb dieses Jahr in die Zeit der Feiertage.

Wie kann man sich vor einer Infektion mit dem Grippevirus schützen? Sind Schutzmasken sinnvoll, wie sie im Universitätsspital Genf von Besuchern verlangt werden?

Die Grippe ist eine Tröpfcheninfektion. Sie wird etwa durch Speichel beim Sprechen übertragen oder wenn man Gegenstände berührt, beispielsweise Einkaufswagen, auf denen Grippeviren vorhanden sind, und danach mit den Händen das Gesicht berührt. Es gibt deshalb leicht durchführbare Massnahmen, welche helfen, das Infektionsrisiko zu senken. Man sollte wenn möglich einen gewissen Abstand zu Grippepatienten halten. Sich häufig die Hände mit warmem Wasser und Seife zu waschen, hilft ebenfalls. Schliesslich sollte man vermeiden, mit den Händen das Gesicht zu berühren. (mkn)