Gratulation an Petra Federer

«Genug geredet, wir handeln» Ausgabe vom 30. Oktober «Mit Diktat lernt man schreiben» Ausgabe vom 24. Oktober «Mit Diktat lernt man schreiben» Ausgabe vom 24. Oktober

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Herzlichen Dank und Gratulation an Petra Federer von den Beutler Hotels. Endlich jemand, der dem unsäglichen und höchst schädlichen Tarifstreit der Toggenburger Bergbahnen entgegenwirkt.

Ich bin durch Heirat mit dem Toggenburg sehr verbunden. Ich bin oft im Toggenburg für Ferien, kulturelle Anlässe, für Wanderungen und Skitouren mit Vereinen und Freunden. Ein wunderbares Tal mit grossartiger Landschaft und Kultur. Umso unverständlicher dieser Streit, da rund um die Schweiz herum Werbung gemacht wird mit grossräumigen Einheitstarifen.

Ich hoffe, dass dieser Krach möglichst schnell beendet wird, zum Nutzen dieses eindrucksvollen, bewundernswerten Tales.

Leo Müller,

Schulstrasse 4, 6037 Root

Kein Vorteil für unsere Kinder

Herr Raschle, Schulpräsident der Oberen Schule St. Gallen, hat nicht recht: Die guten Schulleistungen, die die Schüler an einigen Schulen heute noch erbringen, sind auf die Vergangenheit zurückzuführen, als die Schweizer Schulen noch eine hohe Qualität hatten, weil traditionell, das heisst in der Klassengemeinschaft, unterrichtet wurde.

Seit der finnischen Studie zum Pisa-Erfolg Finnlands «Lessons from Finnland» weiss man, dass Schulreformen an die zehn Jahre brauchen, um sich auf Schülerleistungen auszuwirken, denn Lehrer tendieren dazu, ihre erprobten Methoden so lange es geht weiterzuführen, im Fall des LP 21, zum Glück.

Seit der Hattie-Studie ist es einmal mehr erwiesen, dass der vom Lehrer geführte Ganzklassenunterricht mit gemeinsamem Erarbeiten eines neuen Stoffes und fleissigem vom Lehrer kontrollierten Üben die besten Schülerleistungen erbringt. Individualisiertes Lernen und altersdurchmischtes Lernen bringen nach dieser Studie, der umfassendsten, die es je gab, gar nichts! Der Lehrer muss aktiv und in Beziehung zu seinen Schülern sein, bis sie das Gelernte selbständig anwenden können. Selbständigkeit ist erst das Ziel, nicht der Weg zum Lernerfolg! Absichtlich wird von den Reformern irreführend immer vom «veralteten Frontalunterricht» gesprochen, zu dem man nicht zurückkehren dürfe («Rückfall in alte Zeiten»).

Diese Art von Lehrervortrag vom Pult aus gibt es schon sehr lange nicht mehr und ist auch von Hattie ausdrücklich nicht gemeint. Lehrer lassen ihre Schüler schon seit Jahrzehnten einzeln, zu zweit oder in Gruppen üben und Erarbeitetes der Klassengemeinschaft vortragen.

Aber immer muss der Lehrer wissen, wo jeder Schüler steht, muss eingreifen, helfen, stützen und vor allem die Schüler aufeinander beziehen. So entsteht eine lebendige Klassengemeinschaft, bei der alle voneinander lernen, nicht durch individualisiertes Einzelkämpfertum, bei dem die Schüler im Stich gelassen sind. «Methodenfreiheit» gibt es an vielen Schulen nicht mehr, wie Herr Raschle meint. Bisher hervorragend beurteilte Lehrer, die sich weigerten, die nachweislich schädlichen Reformmethoden zu übernehmen, wurden gerügt bis gemobbt.

Auch dazu gab es Informationen am Vortrag in Bütschwil. Warum dieses verbissene Eiferertum für etwas, was nachweislich nichts bringt für unsere Kinder? Was ist die Agenda dahinter? Ist es möglich, dass das sogenannte individualisierte Kompetenzenlernen nur ein «Vorspiel» zur zukünftigen «Schule» ist, in der die Kinder jeder für sich vor dem PC sitzend zerstückelte Stoffhäppchen abarbeiten, um anschliessend – natürlich auch per Computer – getestet zu werden? Das wäre zwar ein Bombengeschäft für gewisse Konzerne, aber kein Vorteil für unsere Kinder.

Nicht umsonst wurden in 13 Kantonen vor allem von Eltern und Lehrern Volksinitiativen gegen den LP 21 lanciert, um dem Volk die Entscheidungsbefugnis darüber, wie in unseren Schulen gelernt werden soll, zurückzugeben. All das wurde im Vortrag in Bütschwil, untermauert von sehr guten Beispielen, dargestellt.

Renate Caesar, pensionierte Gymnasiallehrerin und Diplompädagogin

Hurnenstrasse 16, 8360 Wallenwil

Lehrplan stoppen – aus HarmoS austreten

Antwort auf den Leserbrief von Herrn Raschle vom 31. Oktober: Die Mitglieder der «Starken Volksschule St. Gallen» setzen sich für eine gute Schule ein. Wir sind aber gegen den Lehrplan 21 oder eben gegen den neuen Lehrplan Volksschule, weil wir feststellen, dass die «hervorragende Bildungsqualität und die homogene Bildungslandschaft», wie dies Herr Raschle erwähnt, mit dem neuen Lehrplan nicht mehr gegeben sind.

Die folgenden zum Teil schon eingeführten Änderungen, die der neue Lehrplan mit sich bringt, tragen zu einem massiven Bildungsabbau an unseren Schulen bei. Es sind dies: Einführung der Basisstufe mit der Abschaffung des bewährten Kindergartens, das altersdurchmischte Lernen (ADL), die Lernzielbefreiung und die Einführung von Niveaugruppen. Diese Änderungen an unseren Schulen führen nicht dazu, dass unsere Kinder zu eigenverantwortlichem Denken und Handeln befähigt werden. Im Gegenteil, was und wie viel ein Schüler in der Volksschule bis zu seinem 16. Altersjahr lernt, wird letztlich dem Niveau des Schülers angepasst. Traut er sich ein Fach nicht zu und bekommt er von den Eltern keine Unterstützung, sieht es nach elf Jahren Volksschule schlecht für ihn aus.

Es wird nicht mehr klar definiert, was ein Viertklässler am Schluss der vierten Klasse können muss, er darf auch die Klasse in der Regel nicht wiederholen. Ohne altersgerechte, verbindliche Jahresziele gerät der Schüler von Jahr zu Jahr immer mehr ins Hintertreffen. Die Chancengleichheit in der Bildung ist so nicht mehr gewährleistet. Der neue Lehrplan schafft eine Schule, in der jedes Kind an seinen persönlichen Kompetenzen arbeitet. Der gut geführte Klassenunterricht, in dem die Schüler unter Anleitung des Lehrers in der Klassengemeinschaft miteinander den Schulstoff erarbeiten, ist daher kaum noch realisierbar. Die oben erwähnten Änderungen führen zu einem individualisierenden Unterricht. Klassenassistenten, Heilpädagogen, Logopäden und sonstige Helfer wie Leute, die den Zivilschutz absolvieren müssen, werden den guten Lehrer, der bis anhin die Verantwortung für seine Klasse übernommen hat und die Klassengemeinschaft fördert, Schritt für Schritt ersetzen. Die Schulhäuser müssen für teures Geld in sogenannte Lernlandschaften umfunktioniert werden. Die Schüler arbeiten dann einzeln an Computern und Tablets. Deshalb ist es wichtig, die Einführung des Lehrplans zu stoppen und aus dem HarmoS auszutreten. Herrn Raschle möchten wir empfehlen, sich genauer mit dem neuen Lehrplan auseinanderzusetzen und vor allem den Eltern wirklich zuzuhören um zu verstehen, was sie beschäftigt. Es sind die Eltern mit ihren schulpflichtigen Kindern, die diese Reformen hautnah zu spüren bekommen.

Hanswalter Guidon,

Präsident Starke Volksschule Eichbüelstrasse 35

9602 Bazenheid

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