In Ausserrhoden gibt es Gratismasken für ältere Menschen mit wenig Geld

Ohne Gesichtsschutz geht fast nichts mehr in der Pandemie. Die Pro Senectute AR will Bezügern von Ergänzungsleistungen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben weiterhin ermöglichen.

Karin Erni
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Der ständige Gebrauch von Masken geht mit der Zeit ins Geld.

Der ständige Gebrauch von Masken geht mit der Zeit ins Geld.

Die verschärfte Maskenpflicht, die seit dieser Woche in der Schweiz gilt, stellt viele Senioren vor neue Herausforderungen. Ohne Gesichtsschutz ist es für sie nicht mehr möglich, den Einkauf zu erledigen, den Bus zu benützen oder im Restaurant einen Kaffee zu trinken.

«Die Hygienemasken sind im Handel zwar in letzter Zeit erheblich günstiger geworden, doch für schmale Budgets stellen sie noch immer eine Belastung dar», sagt Sabrina Steiger, Geschäftsleiterin von Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden.

«Wir haben daher entschieden, Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen.»

Die Organisation gibt per sofort kostenlos Pakete mit 20 Masken ab. Sie können bestellt und auf der Geschäftsstelle der Pro Senectute Ausserrhoden in Herisau oder an einer Beratungsstelle abgeholt werden. Die Beratungsstelle Mittelland befindet sich am Landsgemeindeplatz in Trogen, jene für das Vorderland an der Asylstrasse 20 in Heiden.

Aktion ist vorerst als Versuch angelegt

Sabrina Steiger ist Geschäfts­leiterin der Pro Senectute AR.

Sabrina Steiger ist Geschäfts­leiterin der Pro Senectute AR.

Bild: PD

Abgegeben werden die Gratismasken an Bezügerinnen und Bezüger von Ergänzungsleistungen. Um die Bezugsberechtigung zu überprüfen, muss der Pro Senectute eine Kopie der entsprechenden Verfügung vorgewiesen werden.

Insgesamt hat die Pro Senectute Ausserrhoden 1000 Masken vom Kanton kostenlos zur Verteilung erhalten. Falls die Aktion auf grosse Resonanz stossen sollte, werde man den Kauf von weiteren Masken ins Auge fassen, sagt Sabrina Steiger. «Wir möchten ermöglichen, dass jene Seniorinnen und Senioren, die noch am gesellschaftlichen Leben teilhaben wollen, dies auch tun können.» Das Alter sei nicht per se ein Grund, zur Risikogruppe zu zählen, sagt Steiger. «Zwar leiden ältere Menschen häufiger an Vorerkrankungen und sollten sich entsprechend schützen. Doch wer gesund ist und sich fit fühlt, darf sich ruhig draussen bewegen und sein Leben so gewohnt wie möglich gestalten.» Selbstverständlich seien dabei immer die entsprechenden Schutzmassnahmen einzuhalten.

Für jene Personen, die sich nicht mehr trauen oder nicht mehr die Kraft haben, selbst einzukaufen, bietet die Pro Senectute AR weiterhin die «Einkauferia» an. Interessierte Seniorinnen und Senioren können sich telefonisch melden. Danach wird eine freiwillige Person gesucht und der Einsatz vermittelt. «Weil viele dieser Helfer selbst auch schon im fortgeschrittenen Alter sind, achten wir umso genauer auf die Einhaltung der Schutzkonzepte», sagt Sabrina Steiger. Auf Anfrage vermittelt die Organisation auch Hilfsangebote aus den Gemeinden. Einige bestehen noch aus der Zeit des Lockdowns im Frühjahr, andere dürften in nächster Zeit wieder reaktiviert werden.

Hinweis

Bestellungen sind möglich unter Tel: 0713535030 oder per Mail: info@ar.prosenectute.ch