Gratis-Trückli ins Leben gerufen

Damals

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Vor 100 Jahren

4. August: Obertoggenburg. Die Fremdenfrequenz hat ihren Höhepunkt erreicht. Die Hotels und Pensionen in Unterwasser und Wildhaus weisen besonders starke Kurantenzahlen auf. Viele Gäste fanden sogar keinen Platz und mussten auf später vertröstet werden. Auch in Hemberg hält die Saison gut an. Als unangenehme Folge für die ortsansässige Bevölkerung macht sich der Mangel an Milch und Butter bemerkbar; letztere wird besonders dadurch unerhältlich, dass Kurgäste sie in weitem Umkreise in grösseren Quantitäten zusammenkaufen und sich gewöhnlich die Abgabe dadurch sichern, dass sie über den Höchstpreis bezahlen. Die Butter wandert dann meistens in verschiedenster Umhüllung ausser Kanton.

4. August: Ebnat. Die Firma Carl Bösch, Teigwarenfabrik in der Eich, machte ihrer Arbeiterschaft durch Anschlag bekannt, dass sie sich infolge mangelhafter Rohstoffzufuhr veranlasst sehe, ihren Arbeitern zu empfehlen, sich nach anderer Arbeit umzusehen, da, wenn keine Besserung eintrete, der Betrieb eingestellt werden müsse.

Vor 50 Jahren

7. August: Toggenburg. Im Jahre 1817 erlebte das Toggenburg eine Hungersnot, über deren Auswirkungen manche Protokolle und Dokumente Aufschluss geben. In vielen Gemeinden gesellte sich zur Missernte des Jahres 1816 eine beängstigende Teuerung und die von der deutschen Nachbarschaft verhängte Sperrer über die Getreideausfuhr musste unabwendbar zur Katastrophe führen. Massenhaft umstanden hungrige Leute, Erwachsene und Kinder die Schlachthäuser, um irgendwelche Abfälle zu erhaschen. Wurzeln, Pflanzen, Kartoffelschalen, aber auch allerlei Kleingetier wurden zur Stillung des Hungers verspeist. Die prekäre Situation erhöhte die Sterblichkeit in solchem Masse, dass im Toggenburg allein über 3000 Personen dahinschieden, besonders auch zufolge des Auftretens der Nervenepidemie unter der durch Unterernährung leicht anfälligen Bevölkerung. Die Gemeinden sahen sich gezwungen, Notspeisungen anzuordnen. Dank behördlicher Intervention konnte schliesslich die Ausfuhrsperre aus Deutschland gelockert und die Korneinfuhr zu ermässigten Preisen erwirkt werden. Grosse Getreidekäufe wurden auch in Russland und Italien getätigt; doch waren sie der weiten Transportdistanz wegen nicht sofort wirksam, so dass Not und Teuerung noch bis ins Jahr 1818 hinein anhielten. Sein reicher Erntesegen hatte dann glücklicherweise ein rasches Absinken der Nahrungsmittelpreise und eine Linderung der Not zur Folge.

Vor 20 Jahren

8. August: Wattwil. Die Sommeraktion des «Toggenburgers» fand mit über 1500 eingereichten «Trückli» ihren Abschluss. Anton Burth aus Lichtensteig wollte am letzten Tag auch noch einen Gruss ausrichten und wurde 1500ster Teilnehmer an der diesjährigen Sommerserie. Von Anfang Juli bis am 7. August war die Redaktion während der Ferienwochen nachmittags unterwegs, um Kontakt zu Leserinnen und Lesern zu suchen und Gratis-Trückli ausfüllen zu lassen. Mit dem kostenlosen Verschicken von Glückwünschen und Grüssen war gleichzeitig die Teilnahme an einem Wettbewerb verbunden. Insgesamt fand die Sommeraktion an allen Orten grossen Zuspruch und wurde zu einem nicht vorhergesehenen Erfolg.

7. August: Ebnat-Kappel. Für den begeisterten Mountainbiker Jakob Lieberherr ging ein Traum in Erfüllung: Er errang in Buttes (NE) den Schweizermeister-Titel in der Disziplin «Downhill Masters». Mit seinem Sieg hat sich Jakob Lieberherr erneut für die Europameisterschaften in Frankreich und für die Weltmeisterschaft in Chateau d’Oex qualifiziert.

Vor 10 Jahren

4. August: Mosnang. Das Pfarreiheim Mosnang steht kurz vor der Fertigstellung. Eine eindrückliche Fotoserie ist aus den Hunderten von Aufnahmen entstanden, die Edi Schnellmann bisher vom entstehenden Pfarreiheim knipste. Besonders bei den Aufnahmen vom Herrenberg aus erkennt man den Baufortschritt seht gut. Immer vom gleichen Standort aus nahm Edi Schnellmann die Baustelle ins Fotovisier. Manchmal schoss der Bau fast schon rasant in die Höhe: Die Fertigbau-Elemente aus Holz ermöglichten einen beeindruckend schnellen Aufbau. Edi Schnellmann ist nicht nur Hobbyfotograf, sondern auch Mitglied der Geschäftsprüfungskommission des Mosnanger Kirchenverwaltungsrates. Da scheint es naheliegend, dass er gleich mit dem Fotoapparat zum Rechten schaut und seine Kontrollaufgabe nicht bloss auf die Rechnungsprüfung beschränkt. Aber Edi Schnellmann lacht, das sei natürlich nicht der Hauptzweck des Fotografierens gewesen. Er habe schon viele verschiedene Bauten in Mosnang während ihrer Entstehung fotografisch dokumentiert.