GONTEN: Wetter ist neuer Bezirkshauptmann

Nach zehn Jahren als regierender Hauptmann hat Ruedi Eberle gestern zum letzten Mal durch die Bezirksgemeinde geführt. Die Gontner winkten nach dem Ja zu Zonenplanänderungen auch den Kredit für einen neuen Sportplatz durch.

Martin Rusch
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Ruedi Ulmann (an der Landsgemeinde zum Bauherr gewählt worden), Ruedi Eberle (abtretender Hauptmann), Walter Wetter (neuer regierender Hauptmann), Urban Fässler (stillstehender Hauptmann und Grossrat, neu), Bruno Koch (Bezirksrat, neu). (Bild: Martin Rusch)

Ruedi Ulmann (an der Landsgemeinde zum Bauherr gewählt worden), Ruedi Eberle (abtretender Hauptmann), Walter Wetter (neuer regierender Hauptmann), Urban Fässler (stillstehender Hauptmann und Grossrat, neu), Bruno Koch (Bezirksrat, neu). (Bild: Martin Rusch)

Martin Rusch

redaktion

@appenzellerzeitung.ch

Nach 14 Jahren Engagement im Bezirksrat, davon zehn Jahre regierender Hauptmann, begrüsste Ruedi Eberle die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der zum Bersten gefüllten Kirche zu «seiner letzte Bezirksgemeinde». Nach einstimmiger Annahme der Rechnung, welche im abgelaufenen Jahre einen Verlust von rund 82 000 Franken aufweist, stimmte das Stimmvolk auch der durch den Bezirksrat vorgeschlagenen Beibehaltung des Steuersatzes bei 23 Prozent einstimmig zu.

Wegweisende Entscheidungen

Die im dritten Traktandum vorgelegte Teilzonenplanänderung Bären II schafft die nötige Grundlage für die Erweiterung des Hotels Bären. Mit der Umzonung von Bauland (rund 1800 m2) aus der Wohn- und Gewerbezone und von Land aus der Freihaltezone (1150 m2) in die Kernzone ist ein weiterer grundlegender Schritt gemacht, dem Projekt Bären auf Bezirksebene alle Chancen einzuräumen. Einer positiven Weiterentwicklung sehen die Gontner aufgrund einstimmiger Annahme sehr positiv entgegen.

Die zweite zur Abstimmung gebrachte Teilzonenplanänderung betrifft eine Landumlegung von bezirkseigenem Land (rund 3800 m2) aus der Landwirtschaftszone in die Sportzone zum Zweck eines späteren Sportplatzbaus. Im Zusammenhang mit der Umzonung sind während der ­öffentlichen Auflagefrist zwei Einsprachen eingegangen. Eine konnte durch den Bezirksrat gütlich erledigt werden, die andere muss nun nach erfolgtem Ja der Bezirksgemeinde durch die Standeskommission behandelt werden. Hauptmann Eberle wies darauf hin, dass sich Suche und Realisierung eines zentrumsnahmen Sportplatzes in Gonten seit nunmehr 30 Jahren in die Länge ziehen. Das Provisorium hinter dem Hotel Bären macht nun eine neue Lösung notwendig. Er blickte dabei auf die etlichen Varianten zurück, welche geprüft wurden und wieder aus dem Rennen fielen. Zwei Redner meldeten sich zu Wort. Beide wiesen vor allem auf die positiven Aussichten von Schule und Jugend in Gonten hin und verstanden es, die Wichtigkeit von zeitgemässer Infrastruktur zu unterstreichen. Nachdem sich keine Gegner zu Wort meldeten, wurde das Geschäft mit wuchtigem Mehr angenommen. Die Gontner stimmten damit lieber einem optimalen Projekt zu, als weitere 30 Jahre auf ein Perfektes zu warten, wie das ein Wortmelder bemerkt hatte. Die folgende, stark mit der Umzonung zusammenhängende Abstimmung über den Rahmenkredit in der Höhe von 1,6 Millionen Franken für den Bau eines Sportplatzes wurde ohne Wortmeldungen beinahe zur Formsache. Die Zustimmung zum Geschäft sechs war in der Folge mit ähnlich deutlichem, positivem Resultat.

Wechsel im Bezirksrat

Geringe Spannung kam bei den Ersatzwahlen auf. In die Fussstapfen des zurückgetretenen ­regierenden Hauptmanns Ruedi Eberle tritt Walter Wetter, Gfell. Wetter war es auch, der die Verabschiedung des scheidenden Hauptmanns Eberle übernahm. Im Falle von Eberle gab es sehr viel zu verdanken. Die geleistete Arbeit auf Bezirks- und kantonaler Ebene ist beträchtlich. Sein Mitwirken in diversen Kommissionen und Lenkungsausschüssen habe Eberle ausnahmslos bürgernah und in stoischer Ruhe erledigt, so Wetter. Die Gontnerinnen und Gontner verdankten Eberles Arbeit mit langanhaltendem Applaus.

Neu in den Bezirksrat gewählt wurden Urban Fässler, Sägerei, und Bruno Koch, Loos. Wetter, Fässler und Koch wurden einstimmig in die Ämter gewählt. Die Wahl von Ruedi Ulmann zum neuen Bauherrn machte eine ­Ersatzwahl in den Grossen Rat nötig. Dabei siegte Urban Fässler mit grossem Mehr.