GONTEN: Nach 40 Jahren 40mal mehr Mitglieder

Am Freitagabend feierte der Hauseigentümerverband Appenzell Innerrhoden (HEV AI) in Gonten sein 40-Jahr-Jubiläum. Der Mitgliederaufmarsch in der Mehrzweckhalle war rekordverdächtig. Für Feierstimmung unter den 300 Gästen sorgte der Hitzige Chor.

Rolf Rechsteiner
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Präsident Fefi Sutter leitete zügig durch die Versammlung. (Bild: Rolf Rechsteiner)

Präsident Fefi Sutter leitete zügig durch die Versammlung. (Bild: Rolf Rechsteiner)

GONTEN. Der Immobilienfachmann Fefi Sutter, seit einem Jahr Präsident des HEV AI, sah sich rund 300 Mitgliedern gegenüber – eine nie dagewesene Zahl an einer Hauptversammlung.

Die Mär, wonach aller Anfang schwer ist, scheint sich auch für den HEV bewahrheitet zu haben. Ein bescheidenes Grüppchen um Josef Grubenmann selig – ein Pionier in Sachen Mietwohnungen im Dorf Appenzell – tat sich zusammen; anfänglich kaum zwanzig Personen. Die Aufzeichnungen sind lückenhaft wie die Reihe der Hauptversammlungen. Nach vierzig Jahren wurde nicht die 41. HV abgehalten, sondern die 31. – offenbar legte man einst eine siebenjährige Pause ein, wie Aktuar Jürg Tobler beim Aktenstudium herausfand. Gleichwohl ist der Verein auf 745 Mitglieder angewachsen. Er hat inzwischen den vierten Präsidenten nach Markus Breitenmoser und Hubert Gmünder, der das Amt 2015 nach achtzehn Jahren weitergab.

Wohneigentum sei in Innerrhoden weit verbreitet, betonte Fefi Sutter. Im Jahr 1970 erfasste das Bundesamt für Statistik 2170 Hauseigentümer, 2014 waren es bereits 3526. Der Eigentumsanteil sei schon immer überdurchschnittlich gewesen in Innerrhoden, er schwanke um 57 Prozent (Schweiz 37 Prozent).

Aktuelle Situation

In seinem Jahresbericht erwähnte der Präsident, die Innerrhoder Bauwirtschaft sei «sichtlich gut unterwegs». Allerdings sei der Wohnungsbau der jüngsten Zeit so weit gediehen, dass einige Leerstände zu verzeichnen sind. Das erwartete Wachstum bei der Bevölkerung werde dies aber auffangen. Er appellierte an die Hauseigentümer, gerade jetzt in die Werterhaltung zu investieren, was sich auf den Mietermix positiv auswirken und die Vermietbarkeit langfristig erhalten werde. Einen Überhang stellte er fest beim Büroflächenmarkt, der schweizweit festzustellen ist. Auch führte er das Mietrecht an, das immer schwieriger zu handhaben sei. Der Rechtsdienst des HEV biete Hilfen an. «Das Mietrecht ist mit unglaublich vielen Stolperfallen bestückt. Vielfach geschehen Fehler ganz am Anfang und sind dann schwierig zu korrigieren.» Die kantonale Schlichtungsstelle habe sich im vergangenen Jahr mit 17 Streitsachen befassen müssen. Auch in politischen Fragen mahnte Fefi Sutter, sich der Verbandsstärke bewusst zu sein und diese auch im engen Schulterschluss wahrzunehmen.

Traktandierte Geschäfte

Kassier Reto Koller konnte mit einer ausgeglichenen Rechnung aufwarten. Bei Einnahmen von 29 240 Franken resultierte ein Gewinn von 240 Franken. Das Eigenkapital wuchs auf knapp 30 000 Franken an. Das Traktandum Wahlen entfiel mangels Demissionen. Die Rechnung wurde genehmigt, dem Vorstand Entlastung erteilt. Die Mitgliederbeiträge wurden auf bisheriger Höhe belassen.