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GONTEN: Kleine Strukturen als Gefahr

Die Landwirtschaft in Innerrhoden ist von hoher Qualität und einer starken Verbundenheit mit den Traditionen geprägt. Die kleinen Strukturen ermöglichen aber meist kein ausreichendes Einkommen.
Martin Brunner
Sepp Koch freut sich über den guten Zustand der Innerrhoder Landwirtschaft. (Bild: MB)

Sepp Koch freut sich über den guten Zustand der Innerrhoder Landwirtschaft. (Bild: MB)

Martin Brunner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Sepp Koch kann als Präsident des Bauernverbandes Appenzell Innerrhoden zufrieden sein. Appenzell Innerrhoden gilt als Kanton, in dem die Landwirtschaft von vielen bestaunt wird. «Die gepflegten Weiden, die sauberen Bauernhöfe, die Berge und so weiter machen auf die vielen Touristen einen guten Eindruck», erzählt er. «Sie tragen dieses Bild von Qualität und Brauchtum nach aussen, was für unser Image förderlich ist.» Allerdings warnt er davor, die Landschaftspflege noch weiter auszubauen. Die Bauern seien keine Landschaftsgärtner, sondern müssten mit der Produktion ein Einkommen erwirtschaften.

Einem Nebenerwerb nachgehen

In diesem Bild der heilen Welt steckt aber auch die grosse Schwäche der Innerrhoder Landwirtschaft. «Bei uns ist vieles sehr klein strukturiert», betont Koch. «Das wirkt sich bei dem tiefen Milchpreis negativ auf die Einkommenssituation aus. Vielen ist es nicht möglich, mit der Landwirtschaft ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften.» Als Folge gehen viele Bäuerinnen oder Bauern einem Nebenerwerb nach. Auch Koch verdient mit seinen politischen Ämtern etwas dazu. Zudem arbeitet seine Frau zu 30 Prozent auswärts. Abhilfe schafft bei den einen und anderen die Regelung der inneren Aufstockung, die in Innerrhoden gilt. Diese ermöglicht Bauernfamilien, bei Schweinen und Geflügel in die Intensivlandwirtschaftszone zu wechseln. Bedingungen sind aber unter anderem, dass die Natur nicht gefährdet wird und der Dünger anderswo verwertet werden kann. Trotz dieser Nachteile ist erstaunlich, dass überdurchschnittlich viele die landwirtschaftliche Lehre absolvieren.

Ein grosses Anliegen ist Sepp Koch die Abstimmung über die Ernährungssicherheit. «In unserem Kanton dürfte das Resultat zu Gunsten der Initiative ausfallen», erklärt er. «Das lässt die kurze Zeit vermuten, die wir für die Unterschriftensammlung brauchten.» Trotzdem wird der Bauernverband die Bevölkerung weiterhin aktiv informieren. Sorgen hingegen bereiten ihm die vielen Hirsche zwischen Kronberg und Weissbad, die in der Landwirtschaft grossen Schaden anrichten. «Aus unserer Sicht sollten die Futterschäden auf den Weiden noch maximal zehn Prozent betragen. Deshalb sind wir froh, dass die Tiere dieses Jahr im Banngebiet bejagt werden dürfen.» Noch nicht aktuell ist die Ausscheidung der Gewässerräume. Er weiss aber, dass er dabei auf die Zusammenarbeit mit dem Kanton zählen kann. Keine Freude hat er am Vorfall mit den Pferden im Kanton Thurgau. «Dieser wirft ein schlechtes Licht auf die Landwirtschaft und ermutigt jene, die darauf aus sind, negative Bilder zu verbreiten.»

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