Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Goldmedaille für Christian Giger

TOGGENBURG. Die Schweizer Meisterschaften der Gebäudetechniker wurden dieses Jahr an der Olma ausgetragen. Christian Giger aus Krummenau gewann Gold bei den Lüftungsanlagenbauer und Simon Bösch aus Stein wurde Vierter bei den Heizungsinstallateuren.
Christiana Sutter
Simon Bösch aus Stein.

Simon Bösch aus Stein.

Der bald 20jährige Christian Giger aus Krummenau strahlt wie die Goldmedaille, die er um den Hals trägt. «Das ist die erste Medaille, die ich in meinem Leben gewonnen habe.» Diese Auszeichnung hatte er am Sonntag in der Olma-Halle 9.2 von der ehemaligen Miss Schweiz Linda Fäh umgehängt bekommen. Christian Giger ist Schweizer Meister der Lüftungsanlagenbauer.

Während der zehntägigen Olma organisierte der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnikverband (suissetec) im Rahmen einer Sonderschau die Schweizer Meisterschaften in den Fachrichtungen Heizungsinstallateur, Spengler, Sanitärinstallateur und Lüftungsanlagenbauer. Es nahmen rund 50 frisch ausgebildete Berufsleute teil. Teilnehmen konnte, wer an der diesjährigen Lehrabschlussprüfung in der praktischen Prüfung im Minimum die Note fünf erreichte. Dies gelang nebst Christian Giger auch Simon Bösch aus Stein. Er nahm bei den Heizungsinstallateuren teil.

Improvisation gehört dazu

Christian Giger erfuhr Mitte September vom Verband, dass er an den Schweizer Meisterschaften teilnehmen kann. «In der ganzen Schweiz erreichten acht Lehrabgänger der Lüftungsanlagenbauer die geforderte Note. Davon fünf aus dem Kanton St. Gallen. Zusammen mit einem anderen Berufskollegen erreichte ich die Note 5,5 in der Praxis, daher waren wir zwei Teilnehmer aus dem Kanton St. Gallen», sagt der frischgekürte Schweizer Meister stolz.

Gelernt hat Christian Giger in Wattwil bei der Firma Windirsch AG. «Christian Giger war während seiner ganzen Lehrzeit ein umgänglicher, guter Lehrling. Sein Hang zu lauter Musik bei der Arbeit nahmen wir zur Kenntnis», sagt der Geschäftsinhaber Thomas Windirsch schmunzelnd. Eigentlich sei der Beruf des Lüftungsanlagenbauers gar nicht sein Traumberuf gewesen, sagt Christian Giger. «Viel lieber hätte ich Bauspengler oder Automechaniker gelernt. Thomas Windirsch sagte mir dann, dass ich mit der Ausbildung zum Lüftungsanlagenbauer grosse Chancen für die Zukunft habe, da dieser Beruf noch nicht so bekannt ist.» Nachträglich sei er froh, diesen Beruf gewählt zu haben. «Ich arbeite gerne exakt. Wenn es Probleme gibt, muss ich vor Ort eine Lösung finden. Da gehört auch einiges an Improvisation dazu.» Für die Schweizer Meisterschaften konnte er sich nicht gross vorbereiten. Am Samstag vor Beginn der Olma hat der ehemalige Kursleiter der Schule die Teilnehmer darüber informiert, wie der Wettkampf abläuft.

Bundespräsident war unbemerkt

Christian Giger reiste einen Tag vor dem Wettkampf nach St. Gallen. Er war der erste Teilnehmer seiner Berufsgattung am Wettkampf. Sein Einsatz war am Donnerstag und Freitag. Jeder Teilnehmer hatte für seine Arbeit zwei Tage respektive 16 Stunden Zeit. Für die Ausführung konnten die jungen Berufsleute ihr eigenes Werkzeug benutzen. «Das Material war vor Ort bereit», sagt Christian Giger.

Die Aufgabe, die die Lüftungsanlagenbauer erfüllen mussten, war das Erstellen eines Monoblocks (Foto). «Wichtig war vor allem die Blechbearbeitung.» Der Experte, der sich die ganze Zeit beim Prüfling in der Glasbox befand, beobachtete die Handgriffe ganz genau. Das Arbeiten an der Olma sei auch anders gewesen als sonst, sagt der Lüftungsanlagenbauer. «Am Anfang hatte ich etwas Mühe mit den vielen Leuten vor dem Glas. Aber mit der Zeit gewöhnte ich mich auch daran und nahm die Zuschauer nicht mehr wahr, denn ich musste auch konzentriert arbeiten.» Nicht einmal den Bundespräsidenten Ueli Maurer, der sich während kurzer Zeit in der Glasbox aufhielt, bemerkte Christian Giger.

Säge und Akku-Radio

Nach knapp 15 Stunden war Christian Giger mit seinem Werkstück fertig. Dann ging das lange Warten los. Denn erst am letzten Olma-Tag war die Rangverkündigung. «Ich war schon sehr angespannt, denn ich erhoffte mir einen Podestplatz.» Als andere Namen für den dritten und zweiten Rang aufgerufen wurden, machte sich bei Christian Giger bereits etwas Enttäuschung breit. Dann war der erste Platz an der Reihe und sein Name wurde genannt. «Ich konnte es kaum fassen. Denn der grosse Favorit war eigentlich der Zweitrangierte.» Der neu gekürte Schweizer Meister erhielt einen Reisegutschein von 1200 Franken und weitere 500 Franken auf sein Konto. Dazu eine Bosch-Säge mit Akku, eine Tigersäge und einen Akku-Radio. «Genau das richtige Geschenk für Christian Giger», sagt Thomas Windirsch amüsiert.

Keine WM für Christian Giger

Was dieser Schweizer-Meister-Titel für die Zukunft bringe, wisse er im Moment noch nicht, sagt der begeisterte Schlagzeuger der Musikgesellschaft Nesslau-Neu St. Johann. «Auf jeden Fall war es ein Erlebnis und eine gute Erfahrung.»

Dass er nicht an den Weltmeisterschaften 2015 in Brasilien teilnehmen kann, bedauert Christian Giger. «Für die Lüftungsanlagenbauer gibt es noch keine WM, dieser Beruf ist weltweit zu wenig bekannt.» Was er aber in Zukunft nicht will, ist ein Bürojob. «Ich arbeite viel zu gerne draussen.» Dazu hat der Skifahrer und Fasnächtler Christian Giger in den nächsten 17 Wochen genügend Zeit, denn er rückt nächste Woche in die Winter-Rekrutenschule nach Bière ein.

Diesen Monoblock erstellte Christian Giger während des Wettkampfs. Auf die Übergänge bei der Blechverarbeitung legten die Experten grossen Wert. (Bild: pd)

Diesen Monoblock erstellte Christian Giger während des Wettkampfs. Auf die Übergänge bei der Blechverarbeitung legten die Experten grossen Wert. (Bild: pd)

Der Geschäftsinhaber Thomas Windirsch (links) und der Abteilungsleiter Lüftung Giovanni Forchini (rechts) freuen sich über den Schweizer-Meister-Titel von Christian Giger (Mitte). Er ist bereits der zweite Schweizer Meister der Firma Windirsch AG in Wattwil. (Bilder: Christiana Sutter)

Der Geschäftsinhaber Thomas Windirsch (links) und der Abteilungsleiter Lüftung Giovanni Forchini (rechts) freuen sich über den Schweizer-Meister-Titel von Christian Giger (Mitte). Er ist bereits der zweite Schweizer Meister der Firma Windirsch AG in Wattwil. (Bilder: Christiana Sutter)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.