Goldig – nicht nur der Honig

Nachdem der frische Honig geruht hat, siebt Berti Roth ihn nochmals und füllt ihn dann in Gläser ab. Zwar sind es nicht gar so viele Gläser wie in anderen Jahren, aber auch sie dürfen das goldene Qualitätssiegel des Bienenzüchterverbandes tragen.

Barbara Anderegg
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Bild: Barbara Anderegg

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mogelsberg. Gut eine Woche haben Berti und Willi Roth den frisch geschleuderten Honig in luftdicht verschlossenen Kesseln an einem höchstens 14 Grad warmen Ort stehen lassen. «Wichtig ist auch, dass der Aufbewahrungsort geruchsneutral ist, denn frischer Honig nimmt Gerüche schnell an», erklärt Berti Roth.

In der Zwischenzeit war der Honigobmann der Sektion Neckertal des Vereins Deutschschweizer und RätoromanischerBienenfreunde (VDRB) bei den Imkern in Mogelsberg.

Mit Hilfe des so genannten Refraktometers hat er den Wassergehalt des Honigs überprüft, welcher bei reifem Honig nicht höher sein darf als 18,5 Prozent. Unser Honig hat den Test bestanden. Dem Abfüllen in die Gläser steht nichts mehr im Weg und Berti Roth öffnet die Kessel.

Cremiger «Abfall»

Oben auf dem Honig schwimmen vereinzelte durch das Sieb geratene Wachspartikelchen, ebenso wie die Luftbläschen, die im frischen Honig enthalten waren.

Diesen weissen Schaum schöpft Berti Roth ab – nicht weil er nicht schmecken würde, im Gegenteil. Der weisse Schaum ist genauso süss wie der Honig und hat eine besondere cremige Konsistenz. Dennoch darf er nicht mit in die Honiggläser gefüllt werden, so sind die Lebensmittelvorschriften.

Alles nach Vorschrift

Auch sonst wird nichts dem Zufall überlassen, sondern genau nach Vorschrift gehandelt, denn Berti und Willi Roth gehören zu den so genannten Gold-Imkern.

Das heisst, sie dürfen das goldene Qualitätssiegel des Dachverbands schweizerischer Bienenzüchtervereine apisuisse an ihren Honig anbringen. Dafür haben sie sich verpflichtet, für eine Honigqualität zu garantieren, die noch höhere Anforderungen erfüllt, als die vom Lebensmittelgesetz vorgeschriebenen. Dabei sind die artgerechte Bienenhaltung, vorschriftsgemässe und rückstandsfreie Behandlung von Bienenkrankheiten sowie Hygiene und Sauberkeit bei der Honigernte und -verarbeitung zentrale Kriterien.

Ob Willi und Berti Roth diese einhalten, überprüft ein geschulter Fachmann regelmässig.

Vier Kilogramm pro Volk

«Für uns ist das wichtig, wir wollen guten Honig verkaufen können», sagt Willi Roth. Und das kann das Mogelsberger Ehepaar auch in diesem Jahr. Zwar liegt der diesjährige Frühlingshonigertrag mit vier Kilogramm pro Volk im Vergleich zu einem durchschnittlichen Ertrag von zehn Kilogramm pro Volk tief.

Aber die Qualität stimmt und so verschliesst Berti Roth nach dem Abfüllen jedes Glas mit einem goldenen Gütesiegel.

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