Goldene Glühbirne für die Regie

Die St. Galler Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann hat im Staatskeller in St. Gallen Albert Baumann als Gewinner des Swiss Award der Kategorie «Wirtschaft» mit einer glühenden Laudatio geehrt.

Urs Huwyler
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Heidi Hanselmann hat dem strahlenden Albert Baumann den ersten St. Galler Award überreicht. (Bild: Urs Huwyler)

Heidi Hanselmann hat dem strahlenden Albert Baumann den ersten St. Galler Award überreicht. (Bild: Urs Huwyler)

ST. GALLEN/BAZENHEID. Micarna-Unternehmensleiter Albert Baumann (Wil) wird einiges nicht mehr vergessen, was während der letzten Monate geschah. Im Zusammenhang mit dem «Mazubi», dem Micarna Auszubildende-Projekt, durfte er den Preis der Hans-Huber-Stiftung, den Swiss Award «Wirtschaft», und viele Gratulationen und Komplimente entgegennehmen. Seine Strategie, die jungen Berufsleute, derzeit sind es 112 in 16 Berufen, unter anderem in einem virtuellen Unternehmen zu fördern, stiess auf grosses Echo. Heidi Hanselmann, St. Gallens Regierungspräsidentin und Vorsteherin des Gesundheitsdepartements, sowie Generalsekretär Roman Wüest setzten in Sachen Originalität und Einzigartigkeit für den «Aufsteiger des Jahres» noch eins drauf.

Kein Schauspieler

Das Duo aus der Pfalz brauchte keinen roten Teppich, um sich in Szene zu setzen, und das eingängige Gourmet-Menu im Staatskeller bestand traditionell ohne Besteck und ohne Senf aus einer St. Galler Bratwurst. Wobei die nach Einschätzung von Heidi Hanselmann weltweit berühmteste St. Gallerin diesmal aus dem Hause des Frischfleisch-Produzenten Micarna stammte. Albert Baumann und 30 Kaderleute durften auf Einladung der St. Galler Regierung die gute Staatsstube im Klosterhof temporär besetzen. Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann lobte im Beisein von Ruedi Giezendanner, Leiter Amt für Berufsbildung, das über die Region hinaus für positive Schlagzeilen sorgende «Mazubi»-Projekt. Albert Baumann hätte, fand die Politikerin, auch einen Oscar verdient. Nicht als Schauspieler, weil er dies in seiner Funktion glücklicherweise nicht sei, sondern für die Regie im Film «Mazubi». Über die – zur Freude der Regierungsrätin – durch zwei Geschäftsleitungsmitglieder vertretene Firma in der Firma dreht das Schweizer Fernsehen einen Film, der ab dem 23. März bei «Schweiz aktuell» zur Ausstrahlung auf Abruf bereitliegt. Die kantonale Chefetage gab sich für die Ehrung des Award-Gewinners nicht mit einer Wurst-und-Brot-Idee zufrieden, sondern eine kreative Beamtengruppe scheute weder Mühe noch Einsatz, eine zündende Idee zu realisieren. So durfte die strahlende Heidi Hanselmann dem Preisgekrönten den ersten, einzigen und einzigartigen St. Galler Award in Form einer golden glänzenden Glühbirne verleihen. Sinngemäss soll Albert Baumann weiterhin dank erleuchtenden Ideen auch in der beruflichen Nachwuchsförderung das Unternehmen entwickeln.

Erhöhtes Herzklopfen

Heidi Hanselmann traf mit der Goldbirne und ihrer Laudatio für den vergessenen Oscar-Regisseur voll ins Schwarze, sorgte für eine lockere Stimmung und freundschaftliche Atmosphäre. Andere Show-Preisverleiher hätten von der SP-Politikerin und dem herzhaft lachenden Fleischfachmann in Sachen Unterhaltung einiges lernen können. Die Gastgeberin verspürte anfangs vor Freude ein erhöhtes Herzklopfen, nachdem alle Micarnisten rote Krawatten trugen. Aber die in Bazenheid und Courtepin stationierten Fleischfachleute trugen nicht auf den Gastgeber farblich abgestimmte Schlips, sondern weil es sich um die Firmenfarbe handelt. Der im Kanton Thurgau aufgewachsene erste St. Galler Award-Gewinner zog in seinem glühenden Dank Parallelen zum Orientierungslauf: «Der Start und das Ziel sind bekannt, aber es führt nicht immer der direkteste Weg am schnellsten zum Posten. Es kann ein Teich oder ein anderes Hindernis dazwischen liegen», erklärte Albert Baumann. Manchmal brauche es einen Umweg, einen Schritt zurück, um das Ziel zu erreichen. Ein zustimmendes Kopfnicken war im Staatskeller zu erkennen. Der St. Galler Award schien bereits zu wirken.

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