Gold für den Sohn des OK-Präsidenten

Josua Mettler gewinnt in der Abfahrt den Schweizer-Meister-Titel bei den U18. Er wird wie die anderen Toggenburger Skitalente die beiden international ausgeschriebenen Slaloms in Wildhaus bestreiten. Der erste Lauf findet am Montag um 9 Uhr statt. Der zweite Lauf am Dienstag um 12 Uhr.

Urs Huwyler
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Josua Mettler in Aktion: Er sichert sich die Goldmedaille. (Bild: pd)

Josua Mettler in Aktion: Er sichert sich die Goldmedaille. (Bild: pd)

SKI. Josua Mettler gewann am Donnerstag auf dem Stoos den Abfahrtstitel bei den U18. Im U21-Feld stand Clubkollege Marco Fischbacher (Unterwasser) als Dritter ebenfalls auf dem Podest. Die beiden Medaillengewinner werden am Montag/Dienstag bei den FIS-Slaloms in Wildhaus Heimvorteil geniessen und dürften aus Toggenburger Sicht mit Marc Bösch (SC Speer), der zuletzt bei einem Slalom in Pontresina hinter Weltcup-Marc-Gini (4.) Fünfter wurde, die grössten Chancen auf eine vordere Klassierung besitzen. «Unsere Fahrer sollen sich jährlich einmal dem eigenen Publikum zeigen und ohne weite Anreise starten können. Wichtig wäre», betont OK-Präsident Martin Mettler, «dass sie im Hinblick auf bessere Startnummern gute FIS-Punkte sammeln.» Ob ihnen die Kippstangen-Künste auf Wildhauser Boden im Endeffekt für die Karriere etwas bringen, hängt von der eigenen Leistung, dem Wettkampfglück und der Besetzung ab. Denkbar, dass es in diesem Jahr wegen der anstehenden Termine erstmals weniger als 100 Starter sein werden. Vor allem Talente aus dem Westen wählen wohl nach den Abfahrts-/Super-G-Schweizer-Meisterschaften auf dem Stoos den direkten Heimweg und nicht den Umweg über die Ostschweiz.

Ein riesiger Aufwand

Der Aufwand bei FIS-Rennen à la Wildhaus steigt für die Veranstalter von Jahr zu Jahr. Wie auf Weltcup-Stufe werden perfekt präparierte Pisten gefordert. Die eigenen Erwartungen stimmen jedoch nicht bei allen Jugendlichen (und Eltern) mit den gezeigten Leistungen überein. «Es gibt zwei Sichtweisen. Wenn meine Kinder Josua und Lea einige Stunden anreisen müssen, der Tag dadurch vielleicht 300 Franken kostet, kann es ein Frust sein, wenn die Startnummern wegen der schlechter werdenden Piste zugleich die Rangierung ergeben. Von unserer Seite bemühen wir uns, ideale Bedingungen zu schaffen», weiss Martin Mettler, was der Nachwuchs wünscht.

Heisst konkret, es werden 40 bis 50 freiwillige Helfer und eine entsprechende Infrastruktur benötigt. «Dem bestens funktionierenden Team gehören nicht nur Skiclub-Leute an, sondern Pensionierte oder Skibegeisterte, die einige Tage Ferien nehmen. Wir haben zudem das Glück», so der als «Skiblitz» bekannte Mitinitiant, «von den Bergbahnen Wildhaus zuvorkommend behandelt und unterstützt zu werden. Es ist ein Unterschied, ob ein JO-Rennen oder eines für Junioren durchgeführt wird. Junioren bringen einen wesentlich höheren Druck auf die Ski. Die Piste darf nicht nach den ersten Fahrern brechen.»

Ein Verlustgeschäft?

Kritische Zungen behaupten jeweils, FIS-Rennen seien wegen der fehlenden Medienpräsenz ein Verlustgeschäft. Kurzfristig gedacht mag dies stimmen. Doch das Ziel muss sein, durch Eigeninitiative den eigenen Fahrern die Möglichkeit zu bieten, an die Spitze zu kommen. «Das sehe ich so. Stammt irgendwann wieder einmal ein Leader aus dem Toggenburg, ist der Werbeeffekt um ein Mehrfaches höher als der finanzielle Aufwand für ein solches Rennen», weiss Martin Mettler.

Deshalb arbeitet das OK trotz steigender Schwierigkeiten (Schneemangel, Terminplanung, keine aktuellen Aushängeschilder) mit dem gleichen Elan weiter wie bei der ersten Austragung. «Talente gibt es überall. Sie müssen nur gefördert werden», hatte der Präsident vor vier Jahren gesagt. Nun scheinen – wie schon öfters – einige in ihrer Altersklasse den nächsten Schritt Richtung nationale Spitze zu tun. Die FIS-Slaloms sollen für Marco Fischbacher, Marc Bösch, Josua Mettler und ihre Tal-Kollegen eine weitere Bestätigung bringen.