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Göschenen– Airolo

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Letzthin bat mich mein Chef, diverse Folien für eine Präsentation zu erstellen. Pflichtbewusst wie ich bin, habe ich mich sofort hingesetzt und die Vorgaben umsetzen wollen.
Emanuel Steiner
Bild: Emanuel Steiner

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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Letzthin bat mich mein Chef, diverse Folien für eine Präsentation zu erstellen. Pflichtbewusst wie ich bin, habe ich mich sofort hingesetzt und die Vorgaben umsetzen wollen. Da das Gespräch von sehr kurzer Dauer gewesen war und eine wichtige Information nach der anderen auf mich herniederprasselte, fühlte ich mich wie Emil in seinem Sketch vom Telegraphenamt. Als ich den Faden ganz verloren hatte, schweiften meine Gedanken ab; ich bewegte mich gedanklich wieder auf Feld eins und besann mich der Aufgabenstellung. «Folien erstellen», hatte er gesagt. Heute werden aber Präsentationen direkt vom Computer auf eine Leinwand aus Plastik projiziert. Mit Folien hat das beim besten Willen nichts mehr am Hut. Richtige Folien für einen Hellraumprojektor habe ich vor mehr als 20 Jahren das letzte Mal aus dem Büromateriallager genommen und bin der Überzeugung, dass man heute gar keine mehr kaufen kann. Ich mag mich aber noch gut daran erinnern, als ich mit wasserfesten Filzstiften auf richtige A4-Plastikfolien Notizen zeichnete, auf Papier vorhandene Abläufe mittels Maschine kopierte oder auf solche ausdruckte. Der Höhepunkt des Druckens war immer, dass die meist vorhandenen Folien nicht hitzebeständig waren und somit die ganzen Druckerwalzen verklebten und teure Serviceleistungen die Quittung waren. Mir wurde daraufhin des langen, breiten und pingelig genau erklärt, wie ich das in Zukunft zu handhaben habe. Der Grossteil des Gesagten flutsche getreu dem Motto «Göschenen–Airolo» durch meine Hirnhälften. Hoppla, schon wieder eine alte Wortspielerei. Ich meinte natürlich «Erstfeld–Bodio». Aber wir leben ja wirklich in einer schnelllebigen und komplizierten Zeit. Um 30 Minuten einzusparen, fahren wir lieber im Dunkeln, statt die Kirche von Wassen dreimal zu bestaunen. Für mich gibt es schon jetzt keine Neat mehr, denn seit der Eröffnung ist es eine Aeat. Neu war gestern. Apropos Eisenbahn: Letzthin bestellte ein Bahnkunde vor mir am Schalter ein Billett nach Langnau. Die Frau ennet der Scheibe meinte, ob er Langnau im Emmental meine oder Langnau am Albis. Der Herr entgegnete ihr nur, dass das keine Rolle spiele, sein Bruder hole ihn am Bahnhof ab.

Bild: Emanuel Steiner

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