Gnadenlose Effizienz

Bütschwil holt im letzten Heimspiel der Vorrunde ein 2:2 gegen Netstal. Der Ausgleich von Fust fällt in der 93. Minute – für das Heimteam ist das Unentschieden ein gewonnener Punkt.

Beat Lanzendorfer
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Torhüter Noah Oswald (Mitte) rettete mit seinen Paraden Bütschwil einen Punkt. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Torhüter Noah Oswald (Mitte) rettete mit seinen Paraden Bütschwil einen Punkt. (Bild: Beat Lanzendorfer)

FUSSBALL. Drei Dinge waren es, die Bütschwil am späteren Sonntagnachmittag einen glücklichen Punkt einbrachten: Zum einen lieferte Torhüter Noah Oswald eine sackstarke Partie ab und hielt sein Team mit mehreren herausragenden Paraden im Spiel. Dann war es die mangelnde Chancenauswertung der Glarner, die speziell im ersten Umgang mehrfach kläglich vergaben. Drittens war es die gnadenlose Bütschwiler Effizienz. Aus drei Chancen resultierten zwei Tore.

Kein Abtasten

Aufsteiger Netstal stellte von Anfang an klar, dass die Mannschaft ins Toggenburg gekommen war, um den fünften Saisonsieg zu realisieren. Beeindruckend, welchen Wirbel die Offensivkräfte aufzogen. Oswald war aber von der ersten Sekunde an hellwach und wehrte alles ab, was auf seinen Kasten kam. Auch jenen Kopfball von Toprakkale, den er mirakulös über die Latte lenkte. Entgegen des Spielverlaufs fiel das Führungstor für die Einheimischen. Nach schöner Ballstafette über Fust und Marjakaj schloss Waldvogel zum 1:0 ab. Dabei hatte er noch Glück – er traf den Ball nicht richtig.

Netstal zeigte sich aber wenig beeindruckt, hielt das Tempo hoch und blieb, vor allem, wenn es über die Aussenstürmer ging, brandgefährlich. Für Anhänger der Glarner war es schon fast zum Verzweifeln, wie fahrlässig Sevic, Jashari oder Conte mit den Chancen umgingen. Der Ausgleich nach 26 Minuten war dem Spielverlauf entsprechend gerecht, ihm haftete allerdings ein Makel an: Jashari stand bei seinem Kopfball im Abseits. Auf die Bütschwiler kam vor dem Wechsel noch mehr Unheil zu. Sevic brachte Netstal nach 36 Minuten in Führung. Zu diesem Zeitpunkt dem Gesehenen entsprechend.

Marjakaj sieht Gelb/Rot

Der Pausentee hatte der Gerig-Elf gutgetan. Nun hielt sie das Spielgeschehen offen, kam aber nicht wirklich zu Chancen. Im Gegenteil: Sevic (63.) und Conte (68.) hätten die Partie frühzeitig entscheiden können, fanden in Oswald aber ihren Meister. Zuvor sah Marjakaj für ein Foul gelb. Die Folgen davon kamen aber erst zwanzig Minuten später zum Tragen. Nach einem Rencontre mit Contardi schickte ihn der Unparteiische mit Gelb/Rot unter die Dusche. Nun besann sich Bütschwil definitiv seiner kämpferischen Tugenden. Netstal zeigte plötzlich Nerven, verlegte sich aufs Verwalten des Vorsprungs und wurde dadurch immer mehr in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Die Einheimischen fanden aber lange kein Mittel, die gut organisierte Abwehr zu knacken. Es lief der letzte Angriff, als ein perfekter Rückpass Fust erreichte, der flach zum 2:2 traf. Der Jubel danach war riesig, Bütschwil hatte zu zehnt einen Punkt gerettet, an den nur noch die grössten Optimisten geglaubt hatten.

«Netstal war der erwartet starke Gegner, gegen den wir uns lange Zeit sehr schwer taten. Dank unserer Kampfkraft schaute doch noch ein Punkt heraus. Das gibt Moral für das letzte Spiel in Eschlikon», resümierte Trainer Hansueli Gerig nach Spielschluss zufrieden. Bütschwil hat einen Lauf und ist seit vier Runden ungeschlagen. Dies soll auch am nächsten Sonntag gegen den Aufsteiger so bleiben.

Matchtelegramm: FC Bütschwil – FC Netstal 2:2 (1:2) – Sportplatz Breite – 180 Zuschauer – SR Auletta – Tore: 12. Waldvogel 1:0, 26. Jashari 1:1, 36. Sevic 1:2, 93. Fust 2:2. FC Bütschwil: Oswald; Oberholzer, Looser (90. Gübeli), Fäh, Egli (49. Wiprächtiger); Aschwanden (75. G. Sennhauser), Hollenstein, Mazenauer, Marjakaj; Waldvogel, Fust. FC Netstal: Caetano; Pfeiffer, Da Cunha, Mühlethaler; B. Toprakkale, Contardi, Ö. Toprakkale, Lopes; Sevic (67. Zweifel), Jashari (85. Kartal), Conte (77. Vidovic). Verwarnungen: 55. Marjakaj (Foul), 78. Marjakaj Gelb/Rot (Unsportlichkeit), 78. Contardi (Unsportlichkeit), 86. B. Toprakkale (Foul), 91. Hollenstein (Foul). Bemerkung: Bütschwil ohne Domgjoni (abwesend), S. Sennhauser, Mathis, Gerig, Bamert und Manser (alle verletzt).