Glückskind mit Vater

Konstantin, in der entstehenden DDR lebend, muss seit seiner Geburt im Jahr 1945 vor dem kriegsverbrecherischen toten Vater sein ganzes Dasein im Fluchtmodus zubringen: psychisch, physisch, beruflich, geographisch, in Liebesdingen.

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Konstantin, in der entstehenden DDR lebend, muss seit seiner Geburt im Jahr 1945 vor dem kriegsverbrecherischen toten Vater sein ganzes Dasein im Fluchtmodus zubringen: psychisch, physisch, beruflich, geographisch, in Liebesdingen. Es gibt zahlreiche Versuche, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten: Er nimmt einen anderen Namen an, will in Marseille Fremdenlegionär werden, reist kurz nach dem Mauerbau wieder in die DDR ein, darf dort kein Abitur machen, bringt es gleichwohl, glückliche Umstände ausnutzend – Glückskind eben –, in den späten DDR-Jahren bis zum Rektor einer Oberschule – fast. Als seine Frau nach 25 Ehejahren drauf und dran ist, seine wahre Identität zu entdecken, stellt er sich dem Schatten seines familiären Erbes. Christoph Hein hat mit seinem Roman «Glückskind mit Vater» eine beispielhafte Lebensgeschichte der Nachkriegszeit geschrieben.

Christoph Hein: Glückskind mit Vater: Suhrkamp-Verlag, 527 Seiten Bibliothek Lichtensteig