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Es wäre doch langsam an der Zeit…

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Fussballerisch gesehen war es für Wattwil Bunt und für Ebnat-Kappel zeitweise zappenduster. Die eine Mannschaft gurkte am Schwanz der Tabelle herum, die andere vergeigte fast den Aufstieg. Doch das Ende war für beide besser als erwartet. Wattwil Bunt konnte sich in extremis retten, Ebnat-Kappel konnte davon profitieren, dass die Gegner im allerletzten Spiel für sie spielten. Das zum Sportlichen.

Da gibt es aber auch das andere, die Infrastruktur nämlich. In Wattwil wurde schon die Umzonung für die geplante Sportstätte abgelehnt, in Ebnat-Kappel diskutiert man seit Jahren darüber, wie es weitergehen könnte. Immer wieder wird da ein wettertauglicher Platz gefordert. So wettertauglich, dass es auch mal eine Woche lang schiffen darf.

Was würde da nicht näher liegen, als gemeinsam weiterzuarbeiten. Das in dem Sinne, dass sich die beiden Vereine zusammenschliessen könnten und so zum FC Toggenburg würden. Es gibt doch das schöne Schlagwort: «Gemeinsam sind wir stark». Warum also nicht das enge Vereinsdünkel über Bord werfen und gemeinsam etwas komplett Neues anpacken. Das machen heute sogar die Grossinvestoren auf dem Platz Zürich, welche eine Fusion vom FCZ mit GC diskutieren. Vor ein paar Jahren eine Todsünde.

Ich bin mir bewusst, dass meine Gedanken betreffend der Vereine hier im Tal vielen nicht gefallen wird, trotzdem stelle ich diesen Gedanken in den Raum. Aus zwei mach eins, dann können beide hoch erhobenen Hauptes in die Zukunft schauen. Vielleicht sogar eine Liga höher?

Stefan Füeg

Alternativen fördern statt Raum fordern

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Fussball leidet unter seiner eigenen Popularität. Kümmerten sich Klatschheftli nicht um die Frisuren oder Sixpacks der Profispieler wie Beckham und Ronaldo, würden gewaltlastige Randerscheinungen nicht ständig Schlagzeilen machen und gäbe es ein echtes Alternativprogramm zu den WM-Liveübertragungen – dann wäre Fussball nicht so beliebt, der Nachwuchs nicht so zahlreich und man müsste lokal nicht nach einer besseren Infrastruktur schreien und über regionale Sportanlagen oder wenigstens einen grösseren Platz diskutieren.

Es sind die Schwächen der Randsportarten, nämlich die mangelnde Medienpräsenz und die kaum vorhandenen Sponsorengelder, welche die kleinsten Junioren schon früh zum FC ziehen, während den Randsportarten der Nachwuchs fehlt. Vielleicht wäre es Zeit für ein Umdenken. Vielleicht müssen Banken und Telefonanbieter Potenzial in anderen Sportarten wittern. In jenen, die keine 7000 Quadratmeter grossen Plätze verlangen. Tanzen, Biken, Laufen, Surfen, Klettern, Rudern und Boule haben schliesslich eine Daseinsberechtigung. Die World Games in Kolumbien lassen grüssen. Olivia Hug