Glosse

Kleiner Räuber mit grosser Klappe «Egli» heisst er nur in der Schweiz, eigentlich ist er ein Barsch (bitte das B deutlich aussprechen).

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Kleiner Räuber mit grosser Klappe

«Egli» heisst er nur in der Schweiz, eigentlich ist er ein Barsch (bitte das B deutlich aussprechen). Und nachdem ich mich nun durch viel Fachliteratur gekämpft habe, bin ich direkt ein wenig stolz auf meinen Namensvetter aus dem Wasser, denn Eglis zählen zu den am höchsten entwickelten Fischen. Sie sind besonders neugierig und lernfähig. Das sind andere Fische zwar auch, aber bei den Eglis hat man beobachtet, dass sie Erlerntes viel länger behalten als andere. Eglis gehören zu den delikatesten Fischen aus den Gewässern in Mitteleuropa. In der Schweiz werden pro Jahr rund 7000 t vertilgt (das meiste davon importiert). Der Egli hat ein stumpfes, grosses Maul und zwei Rückenflossen mit so etwas wie Stacheln (Flossenstrahlen). Ältere Exemplare entwickeln zudem einen beeindruckenden «Stiernacken». Eglis sind durchschnittlich nur 20 bis 35 cm lang und können bis 15 Jahre alt werden. Hält man sie in Aquarien, kann man gar eine Art persönliche Beziehung zu ihnen aufbauen. Sie sind Raubfische und jagen im Rudel koordiniert Kleinfische. Je nach Wasser, in dem sie leben, zeichnen sie sich durch eine wahre Farbenpracht aus – Eglis sind «bunte Hunde». So ist es natürlich gemein zu sagen: «Hängt an der Angel ein Barsch, ist der Tag im A…». Wer einen Egli (oder eine Egli!) an der Angel hat, kann sich glücklich schätzen! Monika Egli