Gleichstellung
Neuer Name: Die Ausserrhoder Frauenzentrale öffnet sich für Innerrhoderinnen

An der ausserordentlichen Hauptversammlung haben die Mitglieder der Frauenzentrale AR eine Namensänderung beschlossen. Zu reden gab auch die Unterstützung von Frauen im Wahlkampf.

Karin Erni
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Das Clara-Power-Bier hat die Frauenzentrale AR zum 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimmrechts und des 30-jährigen kantonalen Jubiläums lanciert.

Das Clara-Power-Bier hat die Frauenzentrale AR zum 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimmrechts und des 30-jährigen kantonalen Jubiläums lanciert.

Bild: PD

Auf der Traktandenliste der ausserordentlichen Hauptversammlung der Frauenzentrale AR am Donnerstagabend im Kirchgemeindehaus in Speicher standen Statutenänderungen sowie ein Vorschlag zur Unterstützung von Kandidatinnen in der Politik.

Für Zukunft rüsten

Die Namensänderung von «Frauenzentrale Appenzell Ausserrhoden» in «Frauenzentrale Appenzellerland» habe für angeregte Diskussionen gesorgt, sagt Präsidentin Hester Ryffel auf Anfrage. «Wir wollen uns mit dem neuen Namen für Innerrhoder Frauen öffnen, damit für die Zukunft rüsten.» In der Vergangenheit habe sich der Name als Hemmschwelle für die Zusammenarbeit erwiesen, so Ryffel.

«Bis jetzt haben wir zwar noch keine Mitglieder aus Innerrhoden, aber wir haben Signale, dass seit der Auflösung des Frauenforums AI das Bedürfnis besteht, sich für Frauenanliegen zu engagieren.» Zudem gebe es freie Sitze im Vorstand. «Es wäre also gut möglich, diese mit Interessentinnen aus Innerrhoden zu besetzen.»

Alle Statutenänderungen angenommen

In der Diskussion erachteten einige Frauen die Definition über den Kanton als sehr wichtig und verwiesen auf die Unterschiede in der Politik der beiden Appenzeller Kantone. Es gab auch Befürchtungen, den Innerrhoderinnen mit der Namensgebung vorzugreifen und eine eigene Lösung zu verhindern, so Ryffel. «Weiter wurde auch der Name ‹Frauenzentrale beider Appenzell› ins Spiel gebracht. Doch dafür wäre ein Antrag im Vorfeld nötig gewesen.»

Bei der Abstimmung sprachen sich 19 Frauen für den neuen Namen «Frauenzentrale Appenzellerland» aus, 7 waren dagegen, vier enthielten sich der Stimme. Die weiteren Statutenänderungen wurden einstimmig angenommen. So ist künftig eine Gönnermitgliedschaft möglich, der Vorstand kann Mitgliedern den Jahresbeitrag erlassen und die Hauptversammlung wird in Mitgliederversammlung umbenannt.

Wahlkampf von Frauen unterstützen

Jennifer Abderhalden stellte das Unterstützungspapier für Kandidatinnen in der Politik vor. Deren Unterstützung durch die Frauenzentrale gab immer wieder Anlass zu Diskussionen. Die Mitglieder schlugen vor, verschiedene Kriterien auszuarbeiten, nach denen sich die Unterstützung richtet. Der Vorstand nahm dieses Anliegen auf und wird an der kommenden Mitgliederversammlung einen Kriterienkatalog zur Verabschiedung präsentieren. Dieser soll den künftigen Kandidatinnen von Kantons- und Bundesparlament zur Beantwortung vorgelegt werden. Die Antworten werden auf der Website der Frauenzentrale aufgeschaltet und könnten den Wählerinnen als Entscheidungshilfe dienen, so Hester Ryffel.

«Die Frauenzentrale ist politisch neutral. Jede Frau soll sich selber ein Bild der Kandidierenden und deren Einsatz für die Gleichstellung machen können.»

Ariane Brunner offiziell verabschiedet

Da die Hauptversammlung coronabedingt zweimal nicht durchgeführt werden konnte, wurde am Anlass zudem Ariane Brunner offiziell verabschiedet. Sie ist 2020 nach sechs Jahren als Präsidentin zurückgetreten. Sie erhielt unter anderem ein Clara-Power-Bier geschenkt, das die Frauenzentrale zum 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimmrechts und des 30-jährigen kantonalen Jubiläums lanciert hat. Es ist im Getränkehandel beim Restaurant Krone in Hundwil erhältlich.