Gläubige wurden vom Regen verschont

Beatrice Bollhalder
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Libingen/Gossau Der aus dem Fürstenland, Gossau, stammende Johann Künzle, der später als Kräuterpfarrer bekannt wurde, amtete von 1885 bis 1890 als Pfarrer in Libingen. Während der kurzen Zeit hat er viel bewirkt, wird er doch als Restaurator der Kirche und Erbauer der Lourdesgrottenkapelle genannt. 1887 wurde diese Grottenkapelle, damals die erste im Toggenburg, gestiftet. Den Grundstein dazu legte eine fromme Jungfrau von Belgien namens Clementina Gillion von Antwerpen, welche Johann Künzle das liebliche Bild als Geschenk vermachte. Die ganze Pfarrei machte sich in der Folge daran, der lieben Gottesmutter einen würdigen Platz zu bereiten. Westlich des Dorfes, in einem Felsen gegen die Strasse blickend und umgeben von Buchen, zwischen zwei rauschenden Bergbächen, sollte das Bild seinen Platz finden. Ein Jahr später wurde zum Schutz der Andächtigen ein Bethaus errichtet. Im Büchlein «Mein Heimat-Dorf» hat Verfasser Anton Breitenmoser erwähnt, dass es bei der Einweihung im Jahre 1887 zu einem speziellen Ereignis kam. Es sollen damals so viele Menschen anwesend gewesen sein, wie es Libingen vorher nie gesehen hatte. Auch sei während der Predigt rund um die Grotte starker Regen gefallen, soweit aber die Gläubigen lagerten, sei alles trocken geblieben.

Beatrice Bollhalder

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